Trappist-1 Erdähnliche Planeten könnten Wasser enthalten

In unserer kosmischen Nachbarschaft haben Forscher bei Planeten Hinweise auf Wasser gefunden. Sie umkreisen ihren Stern in der bewohnbaren Zone – und sind nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt.
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Die künstlerische Darstellung zeigt den Blick von der Oberfläche eines Planeten auf den Zentralstern des Trappist-1-Systems. Auf einigen Planeten des Systems könnte es Wasser geben. Quelle: dpa
Trappist-1-System

Die künstlerische Darstellung zeigt den Blick von der Oberfläche eines Planeten auf den Zentralstern des Trappist-1-Systems. Auf einigen Planeten des Systems könnte es Wasser geben.

(Foto: dpa)

BerlinMit dem Hubble-Weltraumteleskop haben Forscher Hinweise auf mögliche Wasservorkommen bei erdähnlichen Planeten des Sterns Trappist-1 entdeckt. Die äußeren Planeten des Systems könnten erhebliche Mengen Wasser enthalten, teilte das europäische Hubble-Informationszentrum in Garching bei München mit.

Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um bewohnbare Planeten handeln könnte. Einen direkten Nachweis von Wasser haben die Forscher allerdings nicht.

Bei dem 40 Lichtjahre entfernten Zwergstern Trappist-1 hatten Astronomen im Februar die Entdeckung von insgesamt sieben Planeten bekanntgegeben. Drei davon umkreisen ihren Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo die Temperaturen die Existenz von flüssigem Wasser erlauben – eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Solche Planeten gelten als potenziell erdähnlich. Allerdings sagt der Begriff nur, dass sie in Masse, Größe und Oberflächentemperatur unserem Heimatplaneten ähneln könnten. Ob es auf Planeten tatsächlich erdähnliche Bedingungen gibt, können Astronomen dagegen nicht sagen.

Forscher um Vincent Bourrier vom Observatorium der Universität Genf haben nun zumindest Hinweise auf die Anwesenheit von Wasser gefunden bei den drei äußeren Planeten von Trappist-1 gefunden. Dazu untersuchten sie mit dem Hubble-Teleskop die ultraviolette (UV) Strahlung des Planetensystems genauer untersucht.

UV-Strahlung kann Wassermoleküle in der Atmosphäre spalten und den Wasserstoff ins Weltall befördern. Tatsächlich deuten die Beobachtungen darauf hin, dass die inneren Planeten von Trappist-1 große Mengen Wasser verloren haben könnten. In den vergangenen acht Milliarden Jahren könnte bis zu 20 Mal so viel Wasser wie in allen irdischen Ozeanen verlorengegangen sein.

Dass die UV-Strahlung bei den drei äußeren Planeten in der potenziell bewohnbaren Zone von Trappist-1 deutlich schwächer sei, eröffne die Möglichkeit, dass diese Planeten heute noch erhebliche Mengen Wasser besitzen, so die Forscher. Mit den bislang verfügbaren Daten lasse sich allerdings keine endgültige Aussage über den Wassergehalt dieser Planeten treffen.

Die Planeten von Trappist-1 sind für Wissenschaftler besonders interessant, weil sie in der potenziell bewohnbaren Zone liegen und das System mit 40 Lichtjahren nach kosmischen Maßstäben sehr nah ist. Die Forscher hoffen nun, mit dem Hubble-Nachfolger, dem James Webb-Weltraumteleskop, die möglichen Wasservorkommen genauer bestimmen zu können. Das Hightech-Beobachtungsinstrument soll 2018 ins All gebracht werden.

  • tt
  • dpa
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