Unbemannte Luftfahrt Drohnen-Piloten verzweifelt gesucht

Die Drohnenbranche in den USA boomt. Was fehlt, sind Menschen, die die Fluggeräte professionell steuern können und dürfen. Manche Unternehmen sehen darin eine Chance für junge Leute auf dem Arbeitsmarkt.
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Drohnentraining auf dem Gelände von SkySkopes. Das US-Unternehmen bietet Online-Unterricht für Schüler ab der achten Klasse an und zudem einen Kurs, in dem eine Lizenz erworben werden kann. Quelle: AP
Drohnentraining bei SkySkopes

Drohnentraining auf dem Gelände von SkySkopes. Das US-Unternehmen bietet Online-Unterricht für Schüler ab der achten Klasse an und zudem einen Kurs, in dem eine Lizenz erworben werden kann.

(Foto: AP)

Grand ForksDie Branche für unbemannte Luftfahrt in den USA sucht dringend Nachwuchspiloten für Drohnen. Sie umwirbt daher junge Leute, die ihre Vorliebe für Drohnen entdeckt haben – und versucht sie dafür zu gewinnen, ihr Interesse zum Beruf zu machen.

Gewerbliche Drohnenpiloten benötigen eine Lizenz der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA. Einige Unternehmen, die solche Piloten beschäftigen, bieten inzwischen Kurse zur Vorbereitung auf den FAA-Test an. Mit Hilfe der Kurse können Interessenten auch feststellen, ob der Beruf überhaupt für sie in Frage kommt.

Die besten Multikopter aller Klassen
Drohnen mit Kamera
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Parrot AR.Drone 2.0: Ein großer Quadrokopter mit HD-Kamera (720p). Die Steuerung erfolgt über Smartphone oder Tablet. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Während des Flugs werden Fotos oder Videos per Livestreaming auf das Mobilgerät übertragen. Die Aufnahmen werden bei Bedarf auch auf einem mitfliegenden USB-Stick gespeichert. Im "Regiemodus" lassen sich Flugbewegungen für die Kamera programmieren.

Sensoren wie Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Magnetometer und Ultraschallentfernungsmesser und Bodenkamera sorgen für eine präzise Steuerung und Stabilisierung der Flugbewegungen. Die AR.Drone ist in verschiedenen Versionen erhältlich, das Spitzenmodell, die GPS-Edition, ist mit einem USB-Stick ausgestattet, der als GPS-Modul und gleichzeitig Speicher für Flugaufnahmen dient. Preis: circa 340 Euro.

Blade 180 QX HD
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Ein kompakter Quadrokopter mit eingebauter HD-Kamera und Fernsteuerung. Für den Flug lassen sich unterschiedliche Neigungswinkel einstellen, sodass die Blade-Drohne entweder besonders ruhige Kameraflüge oder besonders kühne Flugmanöver vollführt. Der Blade 180 QX HD ist gut geeignet für Anfänger oder Anwender, die keine allzu hohen Ansprüche an die Kamera stellen. Preis: circa 140 Euro.

Nine Eagles Galaxy Visitor 6
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Ein Quadrokopter mit HD-Kamera für Einsteiger. Bilder und Videos werden per Wi-Fi auf ein Smartphone oder Tablet (iOS oder Android) übertragen. Fortgeschrittene Piloten können auch die Wendigkeit des Fluggeräts erhöhen und damit spannende Flugmanöver erproben. Preis: circa 170 Euro.

Blade 350 QX2 AP Combo
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Der Blade 350 QX2 AP Combo ist ein komplett ausgestatteter Quadrokopter mit HD-Kamera (1080p) und GPS. Er überträgt das Live-Bild auf iPhone oder Android-Geräte. Die 2-achsige Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Luftturbulenzen aus, um sanfte und unverwackelte Aufnahmen zu ermöglichen. Beruhigend für Anfänger: Mit "Return Home" kehrt der Quadrokopter automatisch zum Startplatz zurück. Preis: ab 390 Euro.

Parrot Bebop Drone
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Ein anspruchsvoller Quadrokopter für Hobbyflieger mit Full-HD-Kamera und GPS. Das Digicam-Modul knipst Fotos mit 14 Millionen Pixel und Superweitwinkel (180 Grad, Fisheye). Videos werden auf dem acht Gigabyte großen Flash-Speicher abgelegt. Gesteuert wird die Bebop-Dohne über Smartphone oder Tablet. Die entsprechende App ist neben iOS und Android auch für Windows Phone erhältlich, eine Seltenheit. Die Reichweite bei der Smartphone-Steuerung liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Als optionales Zubehör gibt es einen Skycontroller, der die Reichweite auf etwa 2000 Meter vergrößern soll. Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, Ultraschallsensoren und eine Bodenkamera helfen, die Flugbewegungen präzise zu steuern und Turbulenzen auszugleichen. Daneben ist die Parrot zu FPV-Brillen (First Person View) von Zeiss oder Sony kompatibel. Die maximale Flugdauer liegt bei elf Minuten. Preis: 499 Euro (mit Skycontroller: 899 Euro).

Hubsan X4
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Die Kamera des Quadrokopters Hubsan X4 hat eine Auflösung von 720 x 480 Pixeln und ist daher weniger für anspruchsvolle Luftaufnahmen geeignet. Immerhin hat der preiswerte Hubsan mit der Fernsteuerung eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Durch den abnehmbaren Schutzring kann man das Fluggerät auch in geschlossenen Räumen ausprobieren. LEDs machen die Drohne nachtflugtauglich. Preis: circa 80 Euro.

Yuneec Q500 Typhoon
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Der Q500 Typhoon gehört zu den Spitzenmodellen unter den Hobbyfliegern. Er arbeitet mit einer Full-HD-Kamera, die 60 Bilder pro Sekunde schafft und damit auch schnelle Bewegungen erfasst. Die Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Wackler oder Luftturbulenzen auf drei Achsen aus. In die Fernsteuerung ist ein Videobildschirm integriert, in dem man die Aufnahmen live verfolgen kann. Die Flugzeit liegt bei ansehnlichen 20 bis 25 Minuten. GPS ist ebenfalls an Bord. Preis: circa 1.200 Euro.

„Ich glaube, eine Menge Leute meines Alters sind an Drohnen interessiert, weil es eine coole Technologie ist, die gerade erst anfängt, für jeden zugänglich zu sein“, sagt die 17-jährige Oberschülerin Ava Niemeier aus North Dakota. Sie plant, sich bei einem Drohnenunternehmen in ihrem Staat ausbilden zu lassen. „Es gibt eine Menge Jugendliche an meiner Schule mit kleineren Drohnen, die sie zum Spaß fliegen lassen.“

Firmen nutzen Drohnen unter anderem für Foto- und Videoaufnahmen, für Sicherheitszwecke und Inspektionen oder zu Vermessungsaufgaben. Doch die Zahl der gewerblichen Drohneneinsätze übersteigt das benötigte Reservoir an lizensierten Piloten. Experten zufolge ist mehr Ausbildung nötig, damit junge Drohnenlenker die kleinen Fluggeräte legal und sicher steuern können.

James Barnes gründete die New-Jersey-Drohnenakademie vor drei Jahren auf einem alten Minigolf-Übungsgelände. Vor allem sei es ihm darum gegangen, Jugendlichen, die sich den Besuch einer Hochschule nicht leisten können, eine Chance zu geben, einen Beruf zu lernen und anständig Geld zu verdienen, erklärt er.

„Wir wachsen einfach mit einem ungeheuren Tempo, aber ich sehe kaum jemanden im Land, der sich in diese Richtung bewegt“, sagt Barnes. Er suche zwei erfahrene Drohnentechniker zu einem Stundenlohn von 20 Dollar (18,80 Euro), aber er finde keinen. Das Alter seiner bisherigen Kursteilnehmer reichte von acht bis 104 Jahren.

Früh mit dem Drohnenvirus infiziert
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3 Kommentare zu "Unbemannte Luftfahrt: Drohnen-Piloten verzweifelt gesucht"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Der Beruf des Drohnenpiloten scheint nicht nur in den USA ein kommender Trendberuf zu sein. Auch in Deutschland bin ich bei gezielter Recherche auf erste Ausschreibungen aufmerksam geworden, wie z.B. bei der Firma Microdrones im Siegerland, einem Hersteller von Drohnen für industrielle Anwendungen.

    https://www.microdrones.com/de/unternehmen/karriere-stellenangebote/

    Ohne Frage, die Branche boomt und das wird sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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