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Untergang einer Hochkultur Die Maya waren zu perfekt organisiert

Die Maya hinterließen uns prächtige Ruinen mitten im Regenwald. Ein nachhaltiges Hochleistungssystem erlaubte es ihnen, auch an widrigen Orten zu siedeln. Doch genau dieses System könnte ihren Untergang verursacht haben.
17.12.2014 - 09:57 Uhr 1 Kommentar
Die Maya hinterließen beeindruckende Ruinen im mittelamerikanischen Regenwald - wie hier in Palenque im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Quelle: dpa

Die Maya hinterließen beeindruckende Ruinen im mittelamerikanischen Regenwald - wie hier in Palenque im mexikanischen Bundesstaat Chiapas.

(Foto: dpa)

Heidelberg Die Maya-Hauptstadt Tikal – nicht nur vielen Touristen als imposante Ruinenstätte bekannt – war einst so gut organisiert und in ihre Umweltbedingungen eingepasst, dass sie einer vielköpfigen Bevölkerung in widriger Lage ein gutes Leben ermöglichte. Allerdings wandelte sie eben wegen dieser Spezialisierung auf einem schmalen Grat. Vielleicht genau deshalb musste sie am Ende fallen und untergehen, als ein Klima die Bedingungen veränderte, meint nun ein Archäologen-Team um David Lentz von der University of Cincinatti.

Zu diesem Schluss kommen die Forscher, indem sie der gängigsten Theorie für die Ursache des Niedergangs – einer Klimaveränderung – mit neuen, umfassenden Daten nachforschten. Dabei zeigten Analysen von Mineralablagerungen in lokalen Höhlen zunächst, dass tatsächlich fatale Dürren zu eben der Zeit auftraten, als das letzte größere Gebäude in Tikal um 869 errichtet wurde.

Forscher entdecken versunkene Maya-Stadt
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Archäologen haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán eine große Ruinenstadt entdeckt. Mit einer Ausdehnung von mehr als 22 Hektar und Überresten von zahlreichen Gebäuden handele es sich bei Chactún um eine der größten Maya-Siedlungen der Region, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) am Dienstag mit.

Alle Fotos: Mauricio Marat/Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte

(Foto: dpa)
Archäologischer Fund in Mexiko
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Im dichten Dschungel des Bundesstaats Campeche habe sein Team Reste von Pyramiden und Palästen, Wohnhäusern und Feldern für das rituelle Ballspiel der Maya entdeckt, sagte Forschungsleiter Ivan Sprajc. Die größte Pyramide sei 23 Meter hoch.

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Archäologischer Fund in Mexiko
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Charakteristisch für die Fundstätte sind die zum Teil reich verzierten Stelen. Auf einer der Säulen ist zu lesen, der Herrscher K'inich B'ahlam habe dort im Jahr 751 nach Christus den Roten Stein (oder Großen Stein) aufgestellt. Anhand dieser und weiterer Inschriften datierten die Wissenschaftler die Blütezeit der Stadt auf die sogenannte spätklassische Maya-Zeit von 600 bis 900 nach Christus.

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Die Forscher nahmen erhebliche Mühen auf sich, um bei ihren ersten Erkundungstouren in den vergangenen Wochen zu der Fundstätte zu gelangen. Von einer Landstraße aus ging es zwei Stunden durch den Regenwald des Biosphärenreservats Calakmul, erst mit dem Geländewagen und dann zu Fuß. Am Ende mussten sich die Wissenschaftler den Weg mit der Machete freischneiden.

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Der spannendste Teil der Arbeit stehe allerdings noch bevor, so Sprajc. Nun gelte es, die Beziehungen zwischen Chactún und den bereits bekannten Siedlungsgruppen in der Nachbarschaft, Río Bec und Chenes, zu erforschen.

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Danach analysierten die Wissenschaftler, warum die gut organisierten Maya diese Krise nicht bewältigen konnte. Dazu trugen sie mit verschiedensten Methoden etwa der Bodenerkundung Daten über die Organisation der Maya-Stadt in der klassischen und späten Phase zusammen. Der Überblick zeigte ein verblüffend hochentwickeltes System, so die Forscher: Die Kultur hatte ein verzahntes System nachhaltiger Forst- und Agrarwirtschaft inklusive dezentraler Kleingartenanlagen geschaffen, das auf ausgefeilten Bewässerungs- und Wasserspeichersystemen basierte.

Diese Einrichtungen waren über Jahrhunderte perfektioniert worden und ermöglichten es bis zum Ende eine große, aber verstreut lebende Bevölkerung in einem eigentlich wenig geeigneten Umfeld inmitten des Dschungels zu versorgen. Das immer ausgefeiltere System hatte allerdings wohl den Preis, auf größere Veränderungen wie die fatalen Dürren nicht mehr reagieren zu können, schlussfolgern die Forscher.

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    Weil das gesamte System etwa auf regelmäßigen Regenfällen beruhte, wäre statt einer flexiblen Anpassung und Optimierung ein völliger Neuanfang mit neuen Systemen nötig gewesen – ein Neuanfang, der die Maya allerdings wohl überfordert hat. Womöglich ist dies den Architekten der so lange so gut funktionierenden Versorgungssysteme aber auch klar geworden und war ein Grund dafür, die großen Siedlungen aufzugeben.

    • Jan Osterkamp
    Startseite
    1 Kommentar zu "Untergang einer Hochkultur: Die Maya waren zu perfekt organisiert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Maya hinterließen uns prächtige Ruinen mitten im Regenwald. Ein nachhaltiges Hochleistungssystem erlaubte es ihnen, auch an widrigen Orten zu siedeln. Doch genau dieses System könnte ihren Untergang verursacht haben.
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      Jede Kultur hat seine Höhen und Tiefen...

      und damals gab es nicht die mitteln wie es heute bereits gibt.

      schaut man heute nach Westafrika...mit dem Ebola-Virus...

      so kann jeder erkennen dass es nicht nur von Technologien...

      und Wissen abhängt...wie lange eine Kultur überlebt.

      Man stellt sich heute mehr die Fragen warum und weshalb

      die Maya nicht mehr gibt...

      als dass man sich heute damit beschäftigt...

      etwa schneller und effizienter den Ebola-Virus und seine

      Folgen...im Griff zu bekommen.

      In jede Kultur ist man von dessen Führender Kräfte abhängig...

      und dann frage man sich heute...

      warum es am Europäischen Kontinent ...

      in Sache " Menschlichkeit " so schlecht bestellt ist !!!

      Wartet man darauf...

      dass in 100 Jahren sich die überlebende die Frage stellen :

      " Wie könnte es dazu kommen dass einen gesamten Kontinent so

      sich Fortschrittlich selber betitelte...

      und dann so bitter böse endete ? "


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