Unterschätzter Geruchssinn Wir sind alle Supernasen

Menschennasen sind nicht so mies wie gemeinhin angenommen wird. Der menschliche Geruchssinn wird massiv unterschätzt, meint ein US-Wissenschaftler. Manche Düfte riechen wir sogar besser als Hunde.
Kommentieren
Menschen sind Hunden und anderen Säugetieren in Sachen Geruchssinn ebenbürtig, glaubt ein US-Forscher. Quelle: AP
Supernase

Menschen sind Hunden und anderen Säugetieren in Sachen Geruchssinn ebenbürtig, glaubt ein US-Forscher.

(Foto: AP)

BerlinMenschen haben viel feinere Nasen als oft angenommen. Die verbreitete Meinung vom „schlechten menschlichen Geruchssinn“ gehe auf einen Mythos aus dem 19. Jahrhundert zurück, schreibt der US-Forscher John McGann im Fachjournal „Science“.

Der Neurologe der Rutgers University in New Brunswick hat zahlreiche jüngere Studienergebnisse in einem Überblicksartikel zusammengefasst. Ergebnis: Menschliche Nasen sind chronisch unterschätzt. Tatsächlich können wir schnuppernd Spuren verfolgen, und manche Düfte riechen wir sogar besser als Hunde.

„Der Geruchssinn von Menschen ist genauso gut entwickelt wie der von anderen Säugetieren, etwa Nagern oder Hunden“, so McGann. „Hunde sind vermutlich besser als Menschen darin, Urinspuren an einem Hydranten zu unterscheiden. Dafür können wir die verschiedenen Duftnoten guter Weine besser auseinanderhalten.“

Diese Promis machen Kasse mit ihrem Duft
Spears arrives at the 2014 Elton John AIDS Foundation Oscar Party in West Hollywood
1 von 10

Platz 8: Britney Spears

Mit 23 Millionen US-Dollar Umsatz schafft es die Parfüm-Kollektion von Britney Spears auf den zehnten Platz der beliebtesten Düfte in den USA. Das hat die Finanz-Website „MarketWatch“ bekannt gegeben. Schon bald soll es von Spears auch neue Odeurs geben, so die Kosmetikfirma Elizabeth Arden Inc., die Lizenzen der Britney-Spears-Parfüms hält.

HILTON
2 von 10

Platz 7: Paris Hilton

Modedesignerin Paris Hilton präsentiert eines ihrer Parfüms. Natürlich ist es nach ihr benannt. Ihre Kollektion erwirtschaftete 24 Millionen US-Dollar. Damit schafft sie es in die Top Ten der US-amerikanischen Düfte.

Sean "Diddy" Combs poses for picture on balcony of New York Stock Exchange in New York
3 von 10

Platz 6: Sean John Combs

Rapper Sean „Diddy“ Combs (2.v.r.) stellt in New York seinen Duft „Unforgivable“ vor. Die Version „Unforgivable for men“ räumte sogar den „FiFi Award Men's Fragrance Of The Year – Luxe 2007“ ab. Kein Wunder, dass sich die Kollektion von P. Diddy bei den Amerikanern großer Beliebtheit erfreut. 26 Millionen US-Dollar sprangen zuletzt an Umsatz heraus.

Mariah Carey
4 von 10

Platz 6: Mariah Carey

Die Düfte der Sängerin erzielten ebenfalls einen Umsatz von rund 26 Millionen US-Dollar. Eines ihrer neusten Parfüms heißt „Dreams“. Es soll unter anderem nach karamellisiertem Apfel, Anis und Mandel riechen.

Centrepoint Winter Whites Gala at Kensington Palace
5 von 10

Platz 6: Taylor Swift

Die Düfte von Sängerin Taylor Swift schaffen es auf Platz 6 der erfolgreichsten Promi-Parfüms in den USA. 27 Millionen US-Dollar betrug der Umsatz im Jahr 2013. Ihre erste Duft-Kreation „Wonderstruck“ kam 2011 auf den Markt. Das Parfüm ist nach einer Textstelle in Swifts Lied „Enchanted“ benannt.

Musician Rihanna attends the Cruise 2015 collection show from French fashion house Christian Dior in the Brooklyn borough of New York
6 von 10

Platz 4: Rihanna

„Nude“ heißt eines der bekanntesten Parfüms der Sängerin. Nacktheit soll auch der Geruch nach Holz und Moschus in Kombination mit fruchtigen Aromen verkörpern. Mit einem Umsatz von rund 31 Millionen US-Dollar schafft Rihanna es mit ihrer Kollektion auf Platz 4 der beliebtesten Düfte in den USA.

Beyonce arrives at the Metropolitan Museum of Art Costume Institute Gala Benefit in New York
7 von 10

Platz 4: Beyoncé Knowles

Im Februar 2014 stellte Beyoncé Knowles ihr neues Parfüm „Rise for women“ vor. Inspiration war angeblich die innere Stärke der Frau. Mit ebenfalls 31 Millionen US-Dollar Umsatz teilt sich die Sängerin den vierten Platz mit Rihanna.

Ausgangspunkt für den Mythos von der schlechten Nase des Menschen bildete laut McCann die Arbeit des französischen Anthropologen Paul Broca. Der hatte im 19. Jahrhundert festgestellt, dass beim Menschen das Riechzentrum im Gehirn relativ gesehen kleiner ist als etwa bei Mäusen.

Aber neue Studien weisen darauf hin, dass der Bulbus olfactorius im Gehirn – der sogenannte Riechkolben – die Ausnahme von der Regel darstellt, dass die relative Größe eines Hirnteils Rückschlüsse auf seine Leistungsfähigkeit zulässt. Zudem sei, so McCann, die Zahl der Nervenzellen im Riechzentrum über Speziesgrenzen hinweg relativ ähnlich, trotz erheblicher Unterschiede beim Körpergewicht.

Ähnlich verhält es sich mit den Duftrezeptoren, gewissermaßen die Erstkontaktstellen für die Moleküle des Duftstoffs: Ihre Zahl ist beim Menschen mit knapp 400 zwar deutlich geringer als bei Hunden (etwa 800) oder Ratten (etwa 1000). Dies sage aber wenig über die Empfindlichkeit und die Unterscheidungsfähigkeit des menschlichen Geruchssinns aus, betont McGann.

„Wir machen es uns zu einfach, wenn wir nur auf die bloßen Zahlen schauen“, so der Forscher, der unter anderem gesellschaftliche Gründe für die Abwertung des menschlichen Geruchssinns anführt: „Es ist eine alte kulturelle Überzeugung, dass ein vernünftiges und rationales Wesen nicht vom Geruchssinn dominiert werden darf. Geruch wurde als eine weltliche, animalische Sache angesehen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Die Welt der Gerüche ist voller Rätsel
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Unterschätzter Geruchssinn - Wir sind alle Supernasen

0 Kommentare zu "Unterschätzter Geruchssinn: Wir sind alle Supernasen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%