Urzeitlicher Meeresräuber Warum der Monsterhai ausstarb

Verglichen mit einem Megalodon schrumpfen heutige Meeresräuber wie der Weiße Hai zu Zwergen: Der Urzeitjäger erreichte die Dimensionen eines modernen Reisebusses. Doch seine Größe wurde ihm schließlich zum Verhängnis.
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Der urzeitliche Meeresräuber hatte keine natürlichen Feinde. Trotzdem starb er schließlich aus.  (Foto: Virginia Museum of Natural History/Karen Carr/CC BY 3.0)
Megalodon auf Waljagd

Der urzeitliche Meeresräuber hatte keine natürlichen Feinde. Trotzdem starb er schließlich aus. (Foto: Virginia Museum of Natural History/Karen Carr/CC BY 3.0)

HeidelbergNatürliche Feinde hatte der busgroße Riesenhai Megalodon nicht: Der 18 Meter lange und 50 Tonnen schwere Meeresräuber musste wohl höchstens Kämpfe mit seinesgleichen fürchten. Der massige Körper musste aber mit energiereicher Nahrung versorgt werden – und genau das bereitete Megalodon vor 2,6 Millionen Jahren das Ende.

Der urzeitliche Jäger hatte es vor allem auf Zwergwale und Robben abgesehen, die jedoch wegen klimatischer Umwälzungen zu dieser erdgeschichtlichen Zeit immer seltener wurden und zum Teil ausstarben. Megalodon verschwand also, weil seine Beute knapp wurde und er sich nicht auf neue Nahrungsquellen umstellen konnte.

Urzeitliche Giganten
Riesenwaran trifft Megagans
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Mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm und einer Höhe von über zwei Metern konnte der australische Gänsevogel Genyornis newtoni – auch als Donnervogel bekannt – locker mit den heutigen Straußen mithalten. Doch machte ihn diese Größe womöglich auch zu einer begehrten Beute für die ersten menschlichen Siedler auf dem fünften Kontinent: Wahrscheinlich starb die Art vor 45.000 bis 47.000 Jahren aus, also relativ kurz nach der Ankunft der ersten Aborigines. Gleichzeitig änderte sich damals auch das regionale Klima. Australien wurde trockener und wärmer, weshalb sich Buschfeuer mehrten. Unklar ist deshalb, ob die Riesengänse wegen dieses Wandels ausstarben oder doch vor allem durch direkte Nachstellung.

Neuere Studien deuten an, dass vor allem die Eier der Megagans beliebt waren: Sie wurden gekocht und verzehrt, weshalb kaum Nachwuchs den Bestand verjüngte. Sicher ist dagegen, dass der hier ebenfalls im Bild vorhandene Riesenwaran Megalania prisca unschuldig war: Das bis zu sieben Meter lange und eine Tonne schwere Reptil fraß zwar sicherlich auch bei Gelegenheit Eier und ausgewachsene Exemplare der Megagans, doch lebten beide über hunderttausende Jahre ohne Existenzbedrohung nebeneinander. Megalania verschwand wohl fast zur gleichen Zeit wie Genyornis newtoni.

Die Katze mit den Reißzähnen
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Gingen sie wie Löwen als Rudel auf die Jagd – oder lebten sie doch einzeln wie der Jaguar heute? War ihr Biss kräftig – oder sollten die Zähne nur Furcht erregen und Konkurrenten beeindrucken? Leider können wir heute unser Wissen über die Säbelzahnkatzen der Eiszeiten nur anhand von Fossilien mehren: Die ungewöhnlichen Raubtiere starben vor 12.000 Jahren endgültig aus. Säbelzahnkatzen bildeten eine eigene Unterfamilien innerhalb der Katzenartigen, die sich alle neben dem gedrungenen Körperbau vor allem durch ihre dolchartigen Eckzähne des Oberkiefers von ihren heute noch lebenden Verwandten unterscheiden.

Die größten Arten reichten an die Dimension der Löwen heran; sie lebten weltweit außer in der Antarktis und Australien, wo bislang keine Fossilien aufgetaucht sind. Vor allem über die Rolle ihrer Zähne wird spekuliert, da sie nach verschiedenen Studien keinen hohen Beißdruck erreichen konnten und daher womöglich leicht brachen. Dennoch jagten sie wohl aktiv und fraßen nicht nur Aas, wie bisweilen gemutmaßt wird. Eventuell schlitzten sie mit ihren Hauern Halsschlagader und Luftröhre der Opfer auf.

Megalonyx – das bodenlebende Riesenfaultier
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Der Legende nach streift nachts ein riesiges, stinkendes Tier durch die Regenwälder Amazoniens, dessen dichtes Fell sogar die Kugeln von Gewehren abwehrt. Die Mapinguari genannte Kreatur erregte die Aufmerksamkeit von manchem Zoologen. Denn die Tiere erinnern in ihrer Beschreibung an die Riesenfaultiere, die bis zum Ende des Pleistozäns in Nord- und Südamerika gelebt hatten – zum Beispiel Megalonyx, ein etwa rindergroßer Laubfresser, der weite Teile der heutigen USA und Kanadas besiedelte.

Diese Riesenfaultiere waren ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Megafauna, die mit dem Ende der Eiszeit entweder wegen des Klimawandels oder durch den neu eingewanderten Menschen ausgestorben ist. Nur wenige Reste wie die Bisons, Moschusochsen oder Tapire haben dies bis heute überlebt. Es wäre also ein Sensation, sollte doch eine Art in Amazonien überlebt haben.

Riesenschildkröten – Überleben nur auf fernen Inseln
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Außerhalb Afrikas und Asiens – wo sich Riesentiere zusammen mit dem Menschen entwickelten und entsprechend furchtsam waren – überlebten leider nur relativ wenige Gattungen und Arten die epochale Zeitenwende zum Ende des Pleistozäns. Manche wie die Riesenschildkröten der Seychellen und auf Galapagos (hier die mittlerweile verstorbene "Galapagos-Legende" Lonesome George) überlebten wahrscheinlich nur, weil ihre Inseln sehr abgelegen waren und erst spät entdeckt wurden.

Viele ebenso große Verwandte verschwanden hingegen mit der Ankunft der Menschen. Die 2,5 Meter lange Meiolania aus dem australischen Raum überdauerte in ihrem letzten Refugium Neukaledonien immerhin bis vor 2000 Jahren. Die noch gewaltigere – und größte bekannte Landschildkröte aller Zeiten – Megalochelys atlas brachte es sogar auf 2,7 Meter Länge und wohl ein Gewicht von einer Tonne.

Elefantenvogel – der Vogel Rock Sindbads?
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Waren sie das Vorbild für den Vogel Rock (oder Roch) aus Sindbads Abenteuern in "Tausendundeiner Nacht"? Womöglich. Legendär sind die Elefantenvögel Madagaskars jedoch auch ohne literarische Verewigung, denn sie gehören zu den größten Vögeln, die noch in historischer Zeit gelebt haben. Aepyornis maximus brachte es auf eine Höhe von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 400 Kilogramm und wurde in der jüngeren Vergangenheit größenmäßig wohl nur von den ebenfalls ausgestorbenen Moas Neuseelands übertroffen.

Mit Ankunft der Menschen auf den Inseln war jedoch das Schicksal beider Gruppen besiegelt. Um 1650, vielleicht auch erst 1880 waren die Elefantenvögel ausgerottet, doch ihre Knochen und Eierschalen werden bis heute auf Madagaskar gefunden. Neuere DNA-Analysen legen nahe, dass die nächsten Verwandten der Elefantenvögel tatsächlich in Neuseeland leben und nicht die afrikanischen Strauße sind – erstaunlicherweise sind es die Kiwis: die kleinsten überlebenden Laufvögel. (Illustration: Brian Choo)

Beringia-Wolf – der Jäger der Arktis
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Große Pflanzenfresser sorgen über kurz oder lang auch dafür, dass sich große Fleischfresser entwickeln. Es ist also kein Wunder, dass die Mammuts, Bisons und Moschusochsen während der letzten Eiszeiten auch von großen Beutegreifern wie dem amerikanischen Löwen und von Säbelzahnkatzen erlegt wurden. Und in Beringia, der während der großen Vergletscherung vorhandenen Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska, hatte sich eine besondere Form des Wolfs (Canis lupus) entwickelt, die ihresgleichen suchte: der Beringia-Wolf.

Keine anderen Wölfe waren kräftiger als diese Variante mit ihrer besonders kurzen Schnauze und dem kräftigen Kiefer. Wenn sie sich einmal in eine Beute verbissen hatten, konnte das Opfer sie praktisch nicht mehr abschütteln. Nur so gelang es ihnen, auch Mammuts zu erlegen, deren chemische Signale Forscher in erhaltenen Wolfsknochen nachwiesen.

Terrorvögel – Schrecken der Pampa?
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(Die größten ihrer Art erreichten eine Höhe von drei Metern – und standen womöglich bis hinein in die letzte Eiszeit an der Spitze der Nahrungskette der südamerikanischen Steppen und Savannen. Nur wenige Vogelarten waren wohl so beeindruckend wie die Gruppe der Terrorvögel, deren älteste Fossilien bis zurück ins Paläozän vor 60 Millionen datieren. Bislang kennen Paläontologen 18 Arten, von denen Knochenreste gefunden wurden; darunter auch dieser Schädel von Andalgalornis, gegen den unser eigener Kopf und erst recht der eines heutigen Steinadlers zwergenhaft aussehen.

Der 1,4 Meter große und 40 Kilogramm schwere Vogel setzte seinen Schnabel wohl wie ein Boxer seine Faust ein, um Beute k. o. zu schlagen, so die Ableitungen aus dem Schädelbau. Warum sie letztlich ausstarben, ist noch unklar: Vielleicht unterlagen die meisten Arten der Konkurrenz neu eingewanderter hunde- und katzenartiger Raubtiere, die es vor 13 Millionen Jahren über den neu entstandenen Isthmus von Panama von Nord- nach Südamerika schafften. In Europa lebten zur gleichen Zeit übrigens ähnliche Vögel – auf Grund neuer Untersuchungen gelten die Vertreter der Gattung Gastornis mittlerweile aber eher als Vegetarier. (Foto: Ohio University)

Das zumindest glaubt Alberto Collareta von der Universität Pisa, der mit seinem Team das Schicksal des Monsterhais genauer unter die Lupe genommen hat. Die Wissenschaftler analysierten Fossilien von Meeressäugern aus der Zeit vor sieben Millionen Jahren in Peru analysiert – der Hochphase von Megalodon – und konnten zahlreiche Bissspuren nachweisen, die sich auf die gewaltigen Zähne des Hais zurückführen ließen.

Zu den bevorzugten Hai-Opfern zählten neben Robben vor allem kleine bis mittelgroße Bartenwal-Arten, die wohl überwiegend in Küstennähe lebten. Als sich seinerzeit das Klima abkühlte, wurde mehr Wasser an den Polen im Meereis und vor allem in den antarktischen und grönländischen Eisschilden gebunden: Die Meeresspiegel sanken und veränderten umfassend die Ökosysteme auf den Kontinentalschelfen. Dieser Wandel sorgte dafür, dass die Zahl der Kleinwale deutlich zurückging und viele Arten ausstarben.

Konkurrenz durch neue Arten
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3 Kommentare zu "Urzeitlicher Meeresräuber: Warum der Monsterhai ausstarb"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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