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US-Pharmakonzern Novavax-Impfstoff zeigt starke Wirkung – zum Teil auch gegen Virus-Mutationen

Der US-Konzern meldet auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse einen Schutz vor Covid-19 von 89 Prozent. Bei den neuen Varianten ist der Wert allerdings niedriger.
29.01.2021 Update: 29.01.2021 - 10:08 Uhr Kommentieren
Das Vakzin mit der Bezeichnung NVX-CoV2373 ist der erste proteinbasierte Impfstoff, für den erfolgreiche Phase-3-Daten vorgelegt wurden. Quelle: Reuters
Novavax-Vakzin

Das Vakzin mit der Bezeichnung NVX-CoV2373 ist der erste proteinbasierte Impfstoff, für den erfolgreiche Phase-3-Daten vorgelegt wurden.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Mit dem US-Pharmakonzern Novavax hat am Donnerstagabend ein weiteres Unternehmen gute Wirksamkeitsdaten für einen Impfstoff gegen Covid-19 präsentiert. Erstmals konnte dabei auch eine Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen die britische und die südafrikanische Variante des Sars-CoV-2-Virus in einer klinischen Studie nachgewiesen werden.
In der Zwischenauswertung der relativ umfangreichen britischen Studie zeigte der Impfstoff von Novavax nach Angaben des Unternehmens eine Wirksamkeit von insgesamt 89,3 Prozent. Er übertrifft damit die Daten des Impfstoffs von Astra-Zeneca (70 Prozent Wirksamkeit) und reicht nahe an die Effektivität der beiden auf der mRNA-Technologie basierenden und bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech und Moderna heran. Deren Vakzine zeigten eine Wirksamkeit von jeweils rund 95 Prozent.

In die Studie von Novavax waren rund 14.000 Testpersonen einbezogen, von denen jeweils die Hälfte den Impfstoff oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt. Von den 62 Krankheitsfällen, die bis zur Zwischenauswertung beobachtet wurden, entfielen sechs auf die Gruppe der Geimpften und 56 auf die Placebogruppe. Detailliertere Daten zur Wirksamkeit in den verschiedenen Altersgruppen hat Novavax noch nicht publiziert. Mit endgültigen Daten rechnet das Unternehmen in einigen Wochen.

Investoren und Analysten reagierten begeistert auf die Daten: Die Novavax-Aktie legte nachbörslich um fast 30 Prozent auf mehr als 170 Dollar je Aktie zu. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens erhöht sich damit auf mehr als elf Milliarden Dollar.

Angesichts der guten Daten zeichnet sich ab, dass im Laufe des Jahres ein weiterer hochwirksamer Impfstoff in Europa zur Verfügung stehen könnte. Allerdings dürfte es bis zu einem Zulassungsantrag in der EU noch einige Monate dauern, wie Novavax-Chef Stanley Erck deutlich machte. In Großbritannien dürfte der Impfstoff dagegen eher zur Verfügung stehen. Denn hier befindet sich das Produkt bereits in einem rollierenden Zulassungsverfahren.

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    Was die Schutzwirkung gegenüber der Ursprungsvariante des Virus angeht, liegt die Effektivität nach Angaben von Novavax mit 96 Prozent sogar leicht über den Werten der Konkurrenz. Das Risiko einer Infektion mit der britischen Mutation des Virus reduziert das Vakzin nach Berechnung von Novavax um 86 Prozent.

    Novavax ist damit das erste Unternehmen, das konkrete Studiendaten zur Wirkung eines Impfstoffs gegen diese Virusvariante präsentiert hat. Rund 50 Prozent der im Rahmen der Studie aufgetretenen Covid-Erkrankungen wurden laut Novavax durch die neue Virus-Variante verursacht, die sich in Großbritannien stark ausgebreitet hat.

    Hohe Wirksamkeit auch gegen südafrikanische Variante

    Das Vakzin mit der Bezeichnung NVX-CoV2373 ist der erste proteinbasierte Impfstoff, für den erfolgreiche Phase-3-Daten vorgelegt wurden. Er besteht aus einer gentechnisch hergestellten Variante des Spike-Proteins des Virus, die mit einem speziellen Impfverstärker kombiniert wird. Bei den bisher bereits zugelassenen Impfstoffen handelt es sich dagegen um Vakzine auf der Grundlage von sogenannter Messenger-RNA (mRNA) oder – wie im Falle von Astra-Zeneca – um Vektor-Impfstoffe aus genmodifizierten Viren.

    Zudem legte das Unternehmen auch Daten aus einer Studie in Südafrika vor, woraus sich eine Schutzwirkung von rund 60 Prozent gegenüber der gefürchteten südafrikanischen Variante des Virus ableiten lässt, sofern man HIV-infizierte Studienteilnehmer außen vor lässt. Rechnet man die 245 HIV-positiven Studienteilnehmer dazu, ergibt sich eine Wirksamkeit von knapp 50 Prozent.

    Rund ein Drittel der 4000 Probanden in der südafrikanischen Studie hatte dabei laut Novavax bereits eine Covid-19-Erkrankung hinter sich und bereits Antikörper gegen die Ursprungsvariante des Coronavirus im Blut. Diese Gruppe sei ähnlich häufig an Infektionen mit der neuen Variante 501Y erkrankt wie die anderen Teilnehmer. Das wiederum lässt darauf schließen, dass eine Vorerkrankung nur wenig Schutz gegen die Mutation bietet.

    In der kommenden Woche wird voraussichtlich auch der US-Konzern Johnson & Johnson Daten aus einer großen Phase-3-Studie zu einem potenziellen Covid-Vakzin vorlegen. Gegen Ende des Quartals will außerdem die Tübinger Curevac ihre Studie abschließen und anschließend in die Zulassungsverfahren gehen.

    Mehr: Impfkommission empfiehlt Astra-Zeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige.

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