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Verfolgung von Infektionsketten Corona-App soll Mitte Juni in Deutschland starten

Schon in wenigen Wochen sollen über die Anwendung Infektionsketten in der Republik nachverfolgt werden können. Doch Experten zweifeln an der Wirksamkeit der App.
07.05.2020 - 16:51 Uhr Kommentieren
Ein Soldat in der Schweiz stellt eine erste Version der Corona-App DP-3T vor. Quelle: REUTERS
Corona-App DP-3T

Ein Soldat in der Schweiz stellt eine erste Version der Corona-App DP-3T vor.

(Foto: REUTERS)

Düsseldorf Eine erste Version einer Smartphone-Anwendung zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll Mitte Juni in Deutschland an den Start gehen. Das erfuhr das Handelsblatt am Donnerstag aus Regierungskreisen. Die Anwendung wird von den Dax-Konzernen SAP sowie der Deutschen Telekom entwickelt. Sie soll freiwillig und anonym funktionieren.

Der Quellcode des Programms soll von Anfang an veröffentlicht werden, damit sich Sicherheitsexperten einen Eindruck verschaffen können. "Wir haben uns bewusst für einen Open-Source-Ansatz entschieden", teilten die verantwortlichen Projektleiter Peter Lorenz von der Telekom Großkundentochter T-Systems und Martin Fassunge von SAP mit. Die App soll auf eine Schnittstelle in Smartphone mit den Betriebssystemen von Apple und Google zurückgreifen, die ab etwa Mitte Mai zur Verfügung stehen soll.

Das Ziel der Corona-Apps ist es, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten.

Nach Einschätzung von Wissenschaftlern müssten mindestens 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland die Corona-App installieren, damit sie wirksam eine Ausbreitung des Virus unterbinden kann.

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Standort erkennen

    Gründer Gabriel Yoran warnte, dass diese Zahl kaum erreichbar sein dürfte. Facebook sei es nach Jahren des Marketings gelungen, in Deutschland 58 Millionen täglich aktive Nutzer für den Messenger Whatsapp zu gewinnen. Eine vergleichbar große Zahl in kurzer Zeit für eine Corona-App zu erreichen, sei unrealistisch, argumentierte er in einem Beitrag auf der Plattform Krautreporter.

    Kostenschätzung fehlt bislang

    Die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg hatte vergangene Woche aus einer Sitzung des Digital-Ausschusses berichtet, dass mit den Dax-Konzernen noch kein Vertrag über die Entwicklung der App geschlossen worden sei und es auch noch keine Schätzung der Kosten gebe. Für die Entwicklung eines Prototypen der App seien 600.000 Euro an die Fraunhofer-Gesellschaft gezahlt worden.

    Die Vergabe des Auftrages an die Dax-Konzerne sei nach Auskunft der Bundesregierung erfolgt, da diese „auf Augenhöhe“ mit den US-Konzernen Apple und Google verhandeln könnten, berichtete Domscheit-Berg. Auf Nachfrage hätte jedoch weder das Kanzleramt noch das Bundesgesundheitsministerium im direkten Kontakt zu den US-Unternehmen in Bezug auf die Corona-App gestanden.

    Die Bundesregierung hat über längere Zeit verschiedene Ansätze für die Entwicklung einer Corona-App diskutiert. Am Ende entschied sich Berlin für eine dezentrale Lösung. Ein entsprechendes Programm war in Deutschland unter dem Namen DP-3T vor allem von einem Team am Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa) entwickelt worden.

    Prototyp bereits präsentiert

    Ein erster Prototyp der Anwendung war bereits am 17. April präsentiert worden. SAP und Telekom wollen auf der Entwicklung aufbauen. Cispa und die Fraunhofer-Gesellschaft sind in den Bau der App eingebunden.

    Eine der anstehenden Aufgaben ist es, eine Schnittstelle für die App mit Corona-Testergebnissen zu schaffen. Nutzer sollen in der Anwendung eintragen können, sollten sie positiv auf das Virus getestet worden sein.

    Diese Meldung soll anonym und gleichzeitig sicher erfolgen, um einen Missbrauch zu verhindern und gleichzeitig höchsten Datenschutz zu wahren. Die Telekom hatte im März eine Anwendung vorgestellt, bei der Untersuchungsergebnisse von Corona-Tests digital bei den Labors abgefragt werden können. Zusammen mit den Unternehmen BS Software Development hatte der Dax-Konzern eine Schnittstelle für die Datenübertragung entwickelt.

    Mehr: Start-ups helfen SAP und Telekom bei der Entwicklung der Corona-App.

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