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Verräterische Knochenspuren Mittelalterliche Zombie-Abwehr

Die Furcht vor Untoten saß tief bei unseren Vorvätern. Mit blutigen Ritualen sollte die Rückkehr der Toten verhindert werden, berichten mittelalterliche Autoren. Britische Forscher haben nun mögliche Spuren entdeckt.
09.04.2017 - 12:37 Uhr Kommentieren
Wharram Percy wurde vermutlich kurz nach 1500 aufgegeben. Seit 1950 ist die Ortschaft gründlich von Archäologen untersucht worden. Quelle: dpa
Die Kirche St. Martin in Wharram Percy

Wharram Percy wurde vermutlich kurz nach 1500 aufgegeben. Seit 1950 ist die Ortschaft gründlich von Archäologen untersucht worden.

(Foto: dpa)

Portsmouth/Southampton Brand- und Schneidespuren an Knochen werten britische Wissenschaftler als Hinweis auf eine mittelalterliche Zombie-Abwehr. Die im Norden Englands vergrabenen Menschen seien wohl nach ihrem Tod verstümmelt worden, damit sie nicht als Untote wieder auftauchten, berichten sie im „Journal of Archaeological Science“.

„Wenn wir richtig liegen, dann ist dies der erste gute archäologische Beweis, den wir für diese Vorgehensweise haben“, sagt Studienleiter Simon Mays von der staatlichen Denkmalpflegebehörde Historic England in Portsmouth.

Der Glaube daran, dass manche Verstorbene nach dem Tod keine Ruhe finden, ist in verschiedenen Kulturen verbreitet. In nordischen Sagas treten Untote als „Wiedergänger“ auf, in Osteuropa als „Vampire“ und in der Karibik als „Zombies“.

In mittelalterlichen Schriften aus verschiedenen Teilen Europas wird von Toten berichtet, die aus dem Grab aufstehen und die Lebenden heimsuchen. So soll auch die Tradition der Totenwache auf die Furcht vor dem Wiedererwachen des Verblichenen zurückgehen.

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    Einige mittelalterliche Autoren erwähnen Methoden, um Leichen daran zu hindern, als Untote zu erscheinen. Dazu gehören das Enthaupten und die Verstümmelung der Leiche sowie das Verbrennen von Körperteilen. Das Team um Mays hat nun eine Reihe von Hinweisen zusammengetragen, die darauf hindeuten, dass im verlassenen Ort Wharram Percy im Norden Englands solche Methoden praktiziert wurden.

    Wharram Percy wurde vermutlich kurz nach 1500 aufgegeben. Seit 1950 ist die Ortschaft gründlich von Archäologen untersucht worden. Auf diese Ausgrabungen beziehen sich die aktuellen Forschungen.

    Konkret geht es um 137 Knochen aus drei Gruben jenseits des örtlichen Friedhofs. Die Knochen konnten mindestens zehn verschiedenen Menschen zugeordnet werden, darunter drei Frauen und zwei Kinder. 17 Knochen weisen Schneidespuren auf, 17 weitere verkohlte Stellen.

    Der Altersbestimmung einiger Knochen mit der Radiokarbon-Methode zufolge stammen die menschlichen Überreste vermutlich aus verschiedenen Jahrhunderten. Dies würde ein einmaliges Ereignis – etwa einen kriegerischen Überfall – ausschließen.

    Schnittspuren deuten auf Verstümmelungen
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