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Verschollene Arten Die Rückkehr der Ausgestorbenen

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Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Spezies noch existiert, sei zudem umso höher, je niedriger zuvor ihre Bestandsdichte war und wenn sie ein großes Verbreitungsgebiet besessen hatte, so die beiden Zoologen. Und: „Es ist praktisch aussichtslos, dass eine Art überlebt haben könnte, wenn Menschen schon 20 Mal und öfter nach ihr gesucht haben“, erklärt Fisher. Der Tasmanische Tiger dürfte also tatsächlich verloren sein, während gute Chancen für die Kleine Häschenratte bestehen – es schickt einfach niemand eine Expedition nach ihr aus.

Dass man zumindest bei Vögeln die Hoffnung nie aufgeben dürfe, meint hingegen Paul Donald von der britischen Royal Society for the Protection of Birds (RSPB): „Natürlich erwartet niemand, dass der Dodo oder der Riesenalk plötzlich wieder auftauchen – sie sind tatsächlich für immer ausgestorben. Aber beim Elfenbeinspecht gibt es berechtigte Aussichten auf positive Nachrichten.“

Selbst in Regionen, die von zahlreichen Wissenschaftlern und Naturliebhabern besucht werden, können sich Arten erfolgreich verstecken. „Im Danum-Tal auf Borneo bemerkten Ornithologen letztes Jahr eine außergewöhnliche neue Vogelart – in einem Gebiet, das zu den am besten untersuchten ganz Südostasiens gehört“, erzählt der Ornithologe: „Wir sollten es deshalb nicht unterschätzen, dass sehr kleine Bestände von Vogelarten vom Radar der Ornithologen verschwinden können – ohne dass die Art deswegen schon ausgestorben ist.“

Mit Wissenschaft und Kirche

Birdlife International, ein Dachverband von Naturschutzorganisationen, hat sich daher ein ambitioniertes Ziel gesetzt, an dessen Verwirklichung auch Paul Donald mitarbeitet: „Das 'Preventing Extinction Program' soll die am stärksten vom Aussterben bedrohten Vögel retten – und darunter sind viele, die schon lange nicht mehr gesehen worden sind wie der Elfenbeinspecht oder der Dünnschnabelbrachvogel.“ Denn erst wenn man weiß, dass diese Arten noch existieren und was sie bedroht, kann man geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Der Gelbohrpapagei (Ognorhynchus icterotis) aus Kolumbien beispielsweise galt ebenfalls einige Jahre als verschollen, bis Vogelforscher in den Anden einen letzten Schwarm aufspürten. Rasch bemerkten sie, dass es den Tieren an Nistmöglichkeiten mangelte: Die Palmen, in denen sie brüteten, wurden gefällt, weil die Wedel ein beliebter Palmsonntagsschmuck bei Kirchenprozessionen waren.

Eine Aufklärungskampagne mit Unterstützung der Kirche hatte Erfolg: Heute benutzen die Gläubigen andere Wedel, und Nistkästen bieten der wachsenden Zahl an Papageien eine Alternative. Nachdem ihr Bestand nun mehr als tausend Tiere beträgt, wurde die Art in der Roten Liste in eine weniger kritische Kategorie herabgestuft.

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