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Vorbild Ameise Winzige Roboterraupe trägt ihr hundertfaches Gewicht

Dünner Silikonkörper, dutzende Beinchen und magnetische Partikel: Ein weicher, weniger als zwei Zentimeter langer Roboter ist nicht nur schnell, sondern auch stark.
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Nur 17 Millimeter lang ist der Roboter, trotzdem kann er im Vergleich zu seiner Größe gewaltige Lasten befördern. (Foto: City University of Hong Kong)
Starker Winzling

Nur 17 Millimeter lang ist der Roboter, trotzdem kann er im Vergleich zu seiner Größe gewaltige Lasten befördern. (Foto: City University of Hong Kong)

BerlinAmeisen sind berühmt dafür, ein Vielfaches ihres Eigengewichts tragen zu können. Nun hat ein menschengemachter Roboter aus Gummi und magnetischen Partikeln gleichgezogen. Mehr als das Hundertfache seines Eigengewichts trägt das nur 17 Millimeter lange Plättchen mit dutzenden winzigen Füßen, berichtet eine Arbeitsgruppe um Yajing Shen von der City University of Hong Kong.

Wie die Gruppe in Nature Communications schreibt, lässt sich der Roboter dank der Magnetpartikel durch ein elektromagnetisches Feld fernsteuern. Dabei bewegt er sich vorwärts, indem er entweder von einer Seite zur anderen wippt oder mit dem Vorderende nach oben klappt, dabei gedehnt wird und anschließend am Boden den Rest des Körpers nachzieht. Auf diese Weise legt die Gummiraupe bis zu vier Zentimeter pro Sekunde zurück und überwindet sogar Hindernisse.

Besonders für die Medizin sind Roboter aus weichen Teilen interessant. Sie sind nicht nur flexibler, sondern auch unempfindlicher, da sie ohne komplizierte Teile wie Gelenke oder Motoren auskommen.

In der Biologie sind Tiere ohne harte Teile wie Würmer ohnehin weit verbreitet. Nicht zuletzt ihr Vorbild hat das Interesse an flexiblen Robotern in den letzten Jahren wachsen lassen; auch die Konstruktion von Shens Team soll dereinst Medikamentenladungen punktgenau durch den Körper befördern.

Das Prinzip der Fortbewegung ist dabei sehr einfach: Mit einem Permanentmagneten kann man die Form des Körpers rhythmisch verändern, so dass die Raupe ihre weniger als einen Millimeter langen Füße hochhebt und wieder absetzt, für den Vortrieb sorgt schlicht die magnetische Anziehungskraft. Auf diese Weise läuft die Konstruktion auf trockenen und nassen Oberflächen.

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