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Weltall-Casting Erste deutsche Astronautin gesucht

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500 Frauen zählt der Verein „Women in Aerospace“

Im Herbst stellt sie die Kandidatinnen für die Endrunde vor. Anderthalb Jahre lassen sich die beiden Finalistinnen dann im russischen Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum zur Astronautin ausbilden. Eine von ihnen soll bis 2020 in den Weltraum gebracht werden. Die ganze Prozedur ist teuer: Kessler rechnet mit Kosten von mehreren Dutzend Millionen Euro. Das Geld soll durch Crowdfunding und Spenden zustande kommen.

Seit Jahren sucht die Wirtschaft nach einer Erfolgsformel, wie Schülerinnen für die klassischen Jungsfächer begeistert werden können: Mathematik, Informatik, Chemie, Physik, technische Studiengänge. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg.

Nach einer Analyse des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ist der Anteil von Frauen in Forschungsabteilungen hierzulande verschwindend klein. Bei den befragten 13.000 Unternehmen machten Männer im Forschungspersonal mehr als 80 Prozent aus. In Forschungsabteilungen der Autobranche seien nur acht Prozent weiblich.

Dabei mangele es den Weltraum-Anwärterinnen nicht an fehlender Kompetenz, meint Kessler. Zum internationalen Verein „Women in Aerospace“ (Frauen in der Raumfahrt) zählen ihr zufolge allein 500 Frauen, knapp 30 Prozent stammen aus Deutschland.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) steht hinter Kesslers Vorhaben. Gerade in naturwissenschaftlichen Fächern würde Nachwuchs dringend benötigt, vor allem weiblicher, erklärt DLR-Chefin Pascale Ehrenfreund. Eine solche Idee könne nicht nur die Raumfahrt beliebter machen, sondern auch jungen Frauen Lust auf ein naturwissenschaftliches Studium.

Die Mission mit der ersten deutschen Astronautin würde auch medizinischen Zwecken zugutekommen: So sollen dabei die Besonderheiten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit untersucht werden. „Bislang liegen zu wenig Untersuchungen zur Physiologie von weiblichen Astronautinnen vor“, sagt Hanns-Christian Gunga, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physiologie der Charité Berlin und Leiter dieser wissenschaftlichen Tests. Die Mission solle auch dazu beitragen herauszufinden, wie das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur oder die Körpertemperatur von Frauen auf die Bedingungen im All reagieren.

  • dpa
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