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Weltall-Casting Erste deutsche Astronautin gesucht

Elf Deutsche waren bisher im Weltraum – doch die Raumfahrt ist hierzulande reine Männerdomäne. Ein Unternehmen für Weltallspezialisten hat nun ein Casting ausgerufen: Deutschland sucht die erste deutsche Astronautin.
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst begeisterte seine Twitter-Follower mit Fotos wie diesem. Das Unternehmen HE Space will die erste deutsche Austronautin ins Weltall schicken. Quelle: dpa
Gruß aus dem Weltraum

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst begeisterte seine Twitter-Follower mit Fotos wie diesem. Das Unternehmen HE Space will die erste deutsche Austronautin ins Weltall schicken.

(Foto: dpa)

BerlinGeht es um Deutsche im Weltraum, ist oft nur von einem die Rede: Alexander Gerst. Der Twitter-Philosoph, der von der Internationalen Raumstation ISS Hunderte Aufnahmen von der Erde verschickte und mit seinen Botschaften Tausende Menschen berührte. Gerst zählt zu den elf Deutschen, die es schon ins All geschafft haben. Alles Männer, keine Frauen. Ein Unternehmen will das ändern. Die zündende Idee: eine privat finanzierte Mission, um die erste deutsche Astronautin ins All zu schießen.

Die Kampagne „Astronautin“ hat HE Space gestartet – ein Personaldienstleister für Luft- und Raumfahrtspezialisten mit einer in Expertenkreisen prominenten Chefin an der Spitze. „Der zwölfte deutsche Mensch sollte ein Frau sein“, sagt Geschäftsführerin Claudia Kessler. Ihr Unternehmen ist eine Art Zeitarbeitsfirma, die auch die Europäische Weltraumorganisation (Esa) mit Ingenieuren versorgt. Was Kessler verwehrt blieb, will sie nun anderen Frauen ermöglichen.

Eine Deutsche im All würde viele Mädchen ermutigen – und vielleicht ebenfalls zu den Sternen greifen lassen. Davon ist die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) überzeugt. Als Vierjährige verfolgte sie gebannt die Mondlandung im Fernsehen. Die Faszination Weltall ließ sie nicht los: Sie studierte Luft- und Raumfahrt in München, wollte Astronautin werden. Mitten im Studium tat sich eine Möglichkeit auf: eine Ausschreibung für einen Flug ins All. Doch gefragt war ein abgeschlossenes Studium. Kesslers Studium war nicht zu Ende, der Traum platzte. Es griff Plan B: ein Job als Weltraum-Managerin.

Die Spur führt ins All
Spur ins All
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Eine leuchtende Spur zeichnet die Atlas-Rakete nach ihrem Start von Cape Canaveral in Florida. Die Rakete bringt einen unbemannten Raumtransporter mit Nachschub für die Raumstation ISS auf den Weg. Obwohl solche Versorgungsflüge längst Routine sind, geht gerade von nächtlichen Raketenstarts immer noch eine große Faszination aus.

Schallmauer durchbrochen
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Mit einer speziellen Fototechnik, der Schlierenfotografie, wurde diese Aufnahme gemacht. Sie macht die Schockwellen sichtbar, die auftreten, wenn ein Überschalljet die Schallmauer durchbricht.

Moderne Kunst 1
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Kein abstraktes Gemälde, sondern Riffs vor der Küste der Bahamas zeigt dieses Bild, das Astronauten der Raumstation ISS machten. Bei den kräftigen blauen Linien zwischen den Riffs handelt es sich um Priele - Wasserläufe, die ihr Entstehen den Gezeiten verdanken.

Moderne Kunst 2
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Auch dieses abstrakte "Gemälde" wurde von der ISS ausgemacht. Die Astronauten fotografierten ein Gebiet in Australien, über das die Raumstation gerade hinweg zog.

Selfie im All
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"Warum eigentlich immer nur die Erde fotografieren?" dachte sich US-Astronaut Scott Kelly und richtete während eines Weltraumspaziergangs seine Kamera mal auf sich selbst.

Rücksturz zur Erde
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Friedlich schwebt die Sojus-Raumkapsel am Fallschirm zurück zur Erde. Mit an Bord: Die Raumfahrer Scott Kelly und Michail Kornienko, die mehr als ein Jahr auf der Raumstation ISS verbracht hatten.

Aufbruch ins All
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In die andere Richtung ging es im Juni 1983 für Sally Ride, die an Bord des Spaceshuttles Challenger als erste US-Amerikanerin ins All flog.

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) wählt aus, wer sich für die Missionen eignet. Seit 1988 gibt es gemischte Esa-Teams aus Männern und Frauen. Vom Jahr 1999 an sei der Anteil von 15 Prozent an weiblichen Bewerbern und Astronautinnen gleich geblieben, erklärt der ehemalige belgische Raumfahrer Frank De Winne. Frauenquote allein des Männerüberschusses wegen? Ausgeschlossen.

„Wir haben ein faires Auswahlverfahren und achten nicht darauf, welchem Geschlecht die Bewerber angehören, sondern wer die besten Fähigkeiten mitbringt“, sagt De Winne. Der Ex-ISS-Kommandant ist überzeugt: Bei den strengen Tests hätten Frauen die gleichen Chancen wie Männer. Zuletzt stellte die Italienerin Samantha Cristoforetti den Langzeitrekord für Frauen mit fast 200 Tagen im Weltraum auf.

Dass nur jeder sechste Astronaut weiblich sei, ist Kessler zu wenig. Bis Ende April können sich interessierte Frauen bewerben. Das private Auswahlverfahren sei nicht weniger anspruchsvoll als das reguläre: Die Aspirantinnen müssen ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium sowie drei Jahre Berufserfahrung vorweisen und werden bei psychologischen und medizinischen Prüfungen auf Herz und Hirn gecheckt. Auch Sportlichkeit, eine gewisse Abenteuerlust und besondere Hobbys seien gefragt. Hoch im Kurs: Klettern, Höhlenwandern oder ein Pilotenschein, sagt Kessler.

500 Frauen zählt der Verein „Women in Aerospace“
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