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Weltraum Tscheljabinsk-Meteorit kollidierte vor Absturz

Der tonnenschwere Meteorit, der Anfang des Jahres in Russland niederging, hatte offenbar eine gewalttätige Begegnung im All hinter sich. Doch der kosmische Brocken wirft noch immer viele Fragen auf.
27.08.2013 - 12:58 Uhr Kommentieren
Die Spur des Tscheljabinsk-Meteorit war am Himmel deutlich zu erkennen. Quelle: dpa

Die Spur des Tscheljabinsk-Meteorit war am Himmel deutlich zu erkennen.

(Foto: dpa)

Moskau Der „Meteorit von Tscheljabinsk“ ist vor seinem spektakulären Einschlag in Russland mit einem anderen Himmelskörper kollidiert oder ungewöhnlich nahe an der Sonne vorbeigerast. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die sibirische Wissenschaftler an diesem Dienstag bei einer Konferenz in Florenz (Italien) vorstellen wollen.

Splitter des am 15. Februar 2013 abgestürzten Meteoriten zeigten zweifelsfrei Spuren eines intensiven Schmelzprozesses, die vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre entstanden sein müssten, sagte Viktor Scharygin vom Institut für Geologie und Mineralogie in Nowosibirsk. „Das bedeutet mit fast absoluter Sicherheit, dass der Meteorit mit einem anderen Himmelskörper kollidiert ist oder einer starken Hitze durch die Sonne ausgesetzt war“, so Scharygin.

Die Druckwelle des über der Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural explodierten Meteoriten hatte rund 7000 Gebäude beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen. US-amerikanischen Forschern zufolge hatte der Brocken wohl ein Gewicht von 10.000 Tonnen und einen Durchmesser von bis zu 20 Metern.

Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler in den Fragmenten auch Spuren von Platinmetallen. „Das ist ungewöhnlich bei einem Himmelskörper des Typs Chondrit LL5, der vor allem ein wenig Metall und Eisen enthält“, so Scharygin. Sein Team hoffe auf weitere Erkenntnisse, wenn das größte Bruchstück des Meteoriten gefunden sei.

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Standort erkennen

    Der Überrest wird auf dem Grund des Tschebarkul-Sees bei Tscheljabinsk vermutet. Allerdings erschwert dort eine drei Meter dicke Schlammschicht am Boden die Bergungsarbeiten.

    Bisher wurden mehr als 100 Teile des Brockens gefunden. Das schwerste Stück wiegt gut ein Kilogramm. Die Forscher haben einen Finderlohn für weitere Bruchstücke ausgesetzt. Gleichzeitig warnen sie vor Betrügern, die im Internet angeblich echte Meteoritenstücke zu hohen Preisen anbieten.

    • dpa
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