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Weltraum-Veteran Michael Collins Der Astronaut, den Nixon vergaß

Die Namen Neil Armstrong und Buzz Aldrin dürfte fast jeder schon einmal gehört haben – aber Michael Collins? Auch er war bei der ersten Apollo-Mondlandung 1969 dabei, allerdings in der undankbarsten Rolle.
30.10.2015 - 20:31 Uhr
Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin
Die Crew von Apollo 11

Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin "Buzz" Aldrin (l-r). Während Armstrong und Aldrin den Mond betraten, flog Collins Warteschleifen um den Erdtrabanten.

(Foto: dpa)

Berlin Es gab Zeiten, da war Michael Collins buchstäblich der einsamste Mensch der Welt. 15 Stunden seines Lebens verbrachte er allein an einem Ort, an dem er der Erde völlig entrückt war: auf der Rückseite des Mondes.

Am 16. Juli 1969 startete Collins mit einer Saturn-V-Rakete ins All. Mit an Bord zwei Astronauten, deren Namen fast jeder schon einmal gehört haben dürfte: Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin, die beiden ersten Menschen auf dem Mond.

Collins hatte die undankbarste Aufgabe in diesem Trio: Er war der Mann, der an Bord bleiben musste. Während seine Kollegen in der Landefähre „Eagle“ zur Mondoberfläche abstiegen, flog Collins im Kommandomodul Warteschleifen. Als Armstrong mit dem legendären Satz „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ den Mond betrat, befand sich Collins gerade im Funkloch auf der Rückseite des Erdtrabanten.

Als der Adler landete
Start von Apollo 11
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Am 16. Juli 1969 hob eine Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center der Nasa in Florida ab. An Bord drei Männer, von denen zwei als erste Menschen einen fremden Himmelskörper betreten sollten. Apollo 11 war auf den Weg gebracht.

US-Präsident John F. Kennedy
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US-Präsident John F. Kennedy

Acht Jahre zuvor hatte Präsident John F. Kennedy Amerika den Weg zum Mond gewiesen: In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus formulierte er das Ziel "... bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und wieder sicher zur Erde zu bringen."

Foto: ap

Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy
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Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy

Der wegen seiner NS-Vergangenheit umstrittene Braun konstruierte die Mondrakete Saturn V, bis heute die größte jemals gebaute Rakete.

Foto: ap

Crew von Apollo 11
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Crew von Apollo 11

Die Crew von Apollo 11: Neil Armstrong (l.) und Edwin "Buzz" Aldrin (r.) waren als Mondlandeteam eingeteilt. Michael Collins blieb die undankbare Aufgabe, mit der Kommandokapsel Warteschleifen um den Erdtrabanten zu fliegen.

Foto: ap

Vor dem Start
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Vor dem Start

Die Crew von Apollo 11 auf dem Weg zur Startrampe.

Foto: Nasa

Mondfähre im Anflug
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Mondfähre im Anflug

Die Mondfähre "Eagle" im Landanflug auf den Mond - gesehen mit den Augen eines Nasa-Zeichners. Am 20. Juli 1969 setzte der "Adler" auf der Mondoberfläche auf.

Illustration: Nasa

Aldrin neben der Mondlandefähre
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Buzz Aldrin neben dem Standbein der Landefähre. Das Foto ist ein gutes Beispiel für ein Problem, das erst nach Abschluss der Mission wirklich deutlich wurde: Während es ...

(Foto: dpa)

Einsam habe er sich dabei aber nicht gefühlt, beteuerte der Astronaut, der am Samstag (31. Oktober) 85 Jahre alt wird, einmal in einem Interview der US-Raumfahrtbehörde Nasa. „Ich habe mich als Teil dessen gefühlt, was auf dem Mond passiert. Die Unternehmung war für drei Männer angelegt und ich sehe mich als genauso notwendig an wie die beiden anderen.“

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    Manche Zeitgenossen empfanden das offenbar anders, wie jene Episode belegt, der Collins seinen Ruf als „vergessener Astronaut“ verdankt: US-Präsident Richard Nixon ließ es sich nicht nehmen, der Apollo-Landecrew noch während ihres Mondaufenthalts persönlich per Funkbotschaft zu gratulieren. Der einsame Pilot im Mutterschiff dagegen wartete vergeblich auf einen Gruß aus dem Weißen Haus – Nixon hatte schlicht vergessen, dass da noch ein dritter Astronaut durchs All schwebte.

    Lieber zum Mars als zum Mond

    Collins hat diese Zurücksetzung erstaunlich leicht genommen. Zumindest nach außen hat der Astronaut auch später nie zu erkennen gegeben, dass er irgendwann einmal Probleme mit seiner Rolle als „fliegender Zuschauer“ der Mondlandung gehabt hätte. Vielleicht war es ja die Aussicht, im Falle eines Scheiterns der Mondlandemission als einziger zur Erde zurückzukehren, die Collins seine Außenseiterrolle so gleichmütig ertragen ließ.

    Vielleicht war es aber auch die Gewissheit, auch ohne Apollo 11 in den Geschichtsbüchern der Raumfahrt prominent positioniert zu sein. Im Rahmen der Gemini-Missionen, mit denen die Nasa das Apollo-Programm vorbereitete, flog Collins schon 1966 ins Weltall – und fing dabei als erster Astronaut überhaupt auf einem Weltraumspaziergang einen reparaturbedürftigen Satelliten ein.

    Geboren wurde Collins 1930 in Italien als Sohn eines US-Militärattachés. Seinem Highschool-Abschluss in den USA folgte die Aufnahme in die Militärakademie und Kader-Schmiede „West Point“, wo er sich zum Kampfflieger und Testpiloten ausbilden ließ. 1963 schaffte es Collins in die Astronautenauswahl der Nasa.

    Sein Lieblingshimmelskörper sei eigentlich nie der Mond, sondern immer der Mars gewesen, sagte Collins einmal. „Der Mond ist für einen Himmelskörper eigentlich kein besonders interessanter Ort, aber der Mars schon.“ Er hoffe, dass bald Menschen darauf landen könnten.

    Flucht aus dem "Plüsch-Fegefeuer"
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