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Paul M. Romer (l.) und William D. Nordhaus

Die beiden US-amerikanischen Ökonomen erhalten den Preis für Arbeit zur Klimaökonomie.

(Foto: PR / Montage)

Wirtschaftswissenschaft Nobelpreis für Pionier des Zwei-Grad-Klimaziels

Für ihre Forschung zu wirtschaftlichen Auswirkungen von Klimawandel und technischen Innovationen erhalten William D. Nordhaus und Paul M. Romer den Wirtschaftsnobelpreis.
Update: 08.10.2018 - 12:18 Uhr Kommentieren

StockholmDie US-Wirtschaftswissenschaftler William D. Nordhaus und Paul M. Romer erhalten den diesjährigen Preis für Ökonomie. Die beiden teilen sich den Preis für ihre Arbeiten im Bereich „Innovation und Klima und deren Wechselwirkung“ heißt es in der Begründung des Nobelkomitees.

Die beiden Wissenschaftler hätten technische Innovation und Klima in Modelle über das Wirtschaftswachstum integriert. Sie hätten so erklärt, „wie die Marktwirtschaft mit Natur und Wissen interagiert“, schreibt das Nobelkomitee. Die beiden Forscher schätzen einander, wie Romer in einem ersten Statement sagte. Zusammengearbeitet haben sie bisher allerdings nicht.

„Ich finde schon lange, dass Romer den Nobelpreis verdient hat“, sagte Achim Wambach, Präsident des Mannheimer ZEW, dem Handelsblatt. Von Romer stamme die „endogene Wachstumstheorie“. Er habe als erster nachgewiesen, dass technologische Innovation entscheidend für Wirtschaftswachstum ist. „Er hat diese Erkenntnis in ökonomische Modelle integriert und damit nutzbar gemacht“, erklärte Wambach.

Fundament des Zwei-Grad-Klimaziels

Nordhaus bezeichnete Wambach als „führenden Umweltökonomen“: Er habe als einer der ersten untersucht, wie Kohlendioxid-Preise (CO2) sich auf die Wirtschaft auswirken und daraus sein Plädoyer für eine CO2-Steuer entwickelt: Diese habe sich als hoch wirksam erwiesen.

Yale-Professor Nordhaus hat zudem als erster Ökonom die wirtschaftlichen Folgen einer Erderwärmung um drei Grad berechnet – und so die Basis für das spätere politische Zwei-Grad-Klima-Ziel gelegt.

In seinem Aufsatz „An optimal transition path for controlling greenhouse gases“ schlug er 1992 als erster eine CO2-Steuer als effizientes Instrument der Klimapolitik vor. Dieser Aufsatz gehört zu den meistzitierten Aufsätzen in der Untersuchung marktbasierter Instrumente der Klimapolitik.

Sonderzonen als möglicher Wachstumsmotor

Der New Yorker Professor Romer wiederum erregte Im Jahr 2009 Aufsehen, als er für die Weltbank tätig war: Er schlug die Gründung von künstlichen „Charter Cities“ als Mittel zur Armutsbekämpfung vor. Die Idee: Die Regierung eines struktur- und wachstumsschwachen Landes wählt ein nicht-besiedeltes Stück Land aus, um es komplett an eine ausländische Regierung abzugeben, Romer nannte als Beispiel: „Kanada entwickelt ein Hongkong in Kuba“.

Diese Sonderzone solle als Wachstumsmotor dienen, die Auslandsinvestitionen anlocke und dank ihrer Vorbildfunktion positiv auf das Umfeld wirken könne. Romer nannte als Erfolgsbeispiel häufig Hongkong unter britischer Kolonialherrschaft. Genau deshalb steht die Idee als neue Form eines gut gemeinten Neo-Imperalismus in der Kritik.

Mit der Wahl von William Nordhaus und Paul Romer rückt das Nobelpreis-Komitee die Themen Klimawandel und Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt.

Zeichen gegen „Amercia first“

Es sendet damit auch ein klares Signal gegen die „America first“-Politik von US-Präsident Donald Trump, der ja als eine seiner ersten Amtshandlungen aus den Pariser Klimabeschlüssen ausgestiegen war, und den Programmen der Vereinten Nationen zur Armutsbekämpfung die Mittel kürzte.

Die Auszeichnung an die beiden US-Forscher erfolgte an dem Tag, an dem der Weltklimarat in einem neuen Bericht „weitreichende und beispiellose Änderungen“ der menschlichen Lebensweise gefordert hat, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

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