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Wissenschaft Ambulante Operation des Grauen Stars so gut wie stationärer Eingriff

Die ambulante Operation des Grauen Stars ist nach den Ergebnissen einer Studie ebenso gut wie ein stationärer Eingriff. Dies ist das Fazit eines bundesweit einmaligen Modellprojekts von Ärzteverbänden und Ersatzkassen der Region Nordrhein, das am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt wurde.

dpa DüSSELDORF. Die ambulante Operation des Grauen Stars ist nach den Ergebnissen einer Studie ebenso gut wie ein stationärer Eingriff. Dies ist das Fazit eines bundesweit einmaligen Modellprojekts von Ärzteverbänden und Ersatzkassen der Region Nordrhein, das am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Zwischen 2002 und 2005 hatten Augenärzte den Grauen Star (Katarakt) rund 82 000 Mal ambulant operiert. Neun von zehn Patienten hätten anschließend deutlich besser sehen können, sagte Ruth Kölb-Keerl von der Vereinigung operierender Augenärzte. Der Graue Star ist eine altersbedingte Trübung der Augenlinse.

Vor der Operation hatten die Patienten eine durchschnittliche Sehschärfe von 30 Prozent. Durch den Eingriff habe sich die Sehfähigkeit in den meisten Fällen auf mehr als 70 Prozent gesteigert, sagte Kölb-Keerl. Nur bei jedem neunten Patienten seien kurzzeitige Komplikationen aufgetreten. Diese Zahlen seien mit jenen von stationären Eingriffen vergleichbar, hieß es. Die Auswertung des Modellversuchs beruht auf einer Stichprobe von knapp 8 000 Teilnehmern. Die Katarakt-Operation gilt als häufigster Eingriff bei älteren Menschen.

Fast drei Viertel der Patienten des Modellversuchs waren älter als 70 Jahre. Es sei die erste flächendeckende Studie, bei der auch Patienten mit verschiedensten Vorerkrankungen einbezogen wurden, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leonhard Hansen. Während der Modellstudie seien in 90 Augenarzt- Praxen ambulante Star-Operationen vorgenommen worden; insgesamt beteiligten sich 420 Augenärzte an dem Projekt. Angesichts der positiven Ergebnisse sei für Kassenpatienten auch künftig die ambulante Operation nach Qualitätsmaßstäben gesichert, sagte Hansen.

Bei der Katarakt-Operation wird die getrübte Linse durch eine faltbare Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Der etwa zwei Millimeter große Schnitt muss nicht genäht werden. Die Gesamtkosten für den ambulanten Eingriff seien etwa 20 Prozent niedriger als bei einer Operation mit Krankenhausaufenthalt.

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