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Wissenschaft Erstes Baum-Genom entziffert

Washington (dpa) ­ Mit der Pappel ist erstmals das Genom eines Baumes im Detail entziffert. Mehr als vier Jahre Forschungsarbeit haben die Wissenschaftler des Internationalen Pappel-Genom-Konsortiums investiert, um die Abfolge der genetischen Bausteine und die Zahl der Gene zu bestimmen.
Pappelfrüchte Quelle: dpa

Eine Pappelfruchtstaude in einem Wald bei Karlsruhe. Mit der Pappel ist erstmals das Genom eines Baumes im Detail entziffert.

(Foto: dpa)

Washington (dpa) ­ Mit der Pappel ist erstmals das Genom eines Baumes im Detail entziffert. Mehr als vier Jahre Forschungsarbeit haben die Wissenschaftler des Internationalen Pappel-Genom-Konsortiums investiert, um die Abfolge der genetischen Bausteine und die Zahl der Gene zu bestimmen.

Sie hoffen, die Informationen auch nutzen zu können, um die Bäume genetisch zu verändern und so etwa für die Herstellung von Biokraftstoffen zu optimieren. Die Wissenschaftler berichten im Journal „Science“ über ihre Arbeit.

Nach der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), einer kleinen krautigen Blütenpflanze, und dem Reis ist die Westliche Balsam-Pappel (Populus trichocarpa) erst die dritte Pflanze, deren Genom komplett entziffert wurde. Insgesamt umfasst das Pappel-Genom rund 480 Mill. Einzelbausteine, was für einen Baum relativ wenig ist, schreiben die Forscher um Dan Rokhsar vom Joint Genome Institute des US-Energieministeriums (Walnut Creek/US-Staat Kalifornien). Die genetische Information der Kiefer sei etwa 40 Mal so groß. In dem nun präsentierten Genom identifizierten die Forscher rund 45 000 Erbanlagen.

Die Pappel ist bei Forschern beliebt, weil die Pflanze leicht genetisch zu verändern ist und schnell wächst. Der Erfolg einer solchen Veränderung kann daher in weniger als einem Jahr begutachtet werden. Auf Grundlage der neuen Untersuchung könnten genetische Veränderungen in Zukunft noch gezielter erfolgen. So könnte die Analyse etwa den Grundstein für die Entwicklung einer neuen Generation von Biokraftstoffen legen, heißt es in einer Mitteilung des Joint Genome Institute.

Zellulose und Hemizellulose - zwei besonders wichtige Bausteine von Pflanzen - könnten enzymatisch zu Zucker abgebaut werden, der dann wiederum in den Treibstoff Ethanol oder andere flüssige Kraftstoffe umgewandelt werden könnte. Nach Vorstellungen der Wissenschaftler sollen die Pappeln auf großen Plantagen als Biomasselieferanten wachsen und so zur Unabhängigkeit der USA von Ölimporten beitragen. Die Bäume könnten auch so modifiziert werden, dass sie mehr Treibhausgas Kohlendioxid fixieren, besseres Holz liefern oder leichter zu Papier zu verarbeiten sind.

Einen ersten Entwurf des Genoms hatte das Forschungskonsortium bereits 2004 vorgestellt.

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