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Wissenschaft Kranke Langusten leben einsam

Karibik-Langusten erkennen erkrankte Artgenossen noch bevor diese sichtbare Krankheitssymptome entwickeln und meiden dann den Kontakt mit ihnen. Auf diese Weise verhindern sie die weitere Ausbreitung des Krankheitserregers, berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 441, S. 421).

dpa LONDON. Karibik-Langusten erkennen erkrankte Artgenossen noch bevor diese sichtbare Krankheitssymptome entwickeln und meiden dann den Kontakt mit ihnen. Auf diese Weise verhindern sie die weitere Ausbreitung des Krankheitserregers, berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 441, S. 421).

Eine derartige Ausgrenzung kranker Artgenossen sei bei Tieren, die in sozialen Gemeinschaften leben, bislang noch nicht festgestellt worden.

Karibik-Langusten (Panulirus argus) sind eigentlich sehr gesellige Tiere, die, wann immer es möglich ist, auch ihre Höhlen und Verstecke miteinander teilen. Donald Behringer von der Old Dominion University in Norfolk (US-Staat Virginia) und seine Mitarbeiter hatten jedoch beobachtet, dass Jungtiere, die mit einem tödlichen Virus infiziert waren, häufig allein blieben. Das Pav1 genannte Virus wird durch Körperkontakt und bei sehr jungen Tieren auch durch das Meerwasser übertragen.

In Laborexperimenten stellten die Forscher nun fest, dass gesunde Langusten aktiv vermeiden, eine Höhle mit einem kranken Artgenossen zu teilen. Vor die Wahl gestellt, bevorzugten sie eine Höhle, die von einem gesunden Tier bewohnt wurde. Die gesunden Langusten bemerkten die Virusinfektion bei ihren Artgenossen schon dann, wenn diese noch keine sichtbaren Symptome zeigten und auch noch nicht ansteckend waren. Vermutlich nehmen sie die Infektion über chemische Signale wahr, schreiben die Forscher.

In freier Wildbahn werde die Ausbreitung des Krankheitserregers so wirkungsvoll gestoppt, die Infektionsrate in der Population bleibt gering. In Gefangenschaft hingegen haben die Tiere keine Möglichkeit, ihren kranken Artgenossen aus dem Weg zu gehen. Damit erklärt sich auch, warum die Ansteckungsrate bei den Tieren unter Laborbedingungen sehr viel höher ist.

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