Wissenschaft und wirtschaftliche Depression Die Natur der Krise

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Wir müssten einmal unsere Weltkonzeption grundsätzlich überdenken und vor allem einsehen, dass wir mit den komplexen Systemen, die wir uns selbst schaffen, auch gewaltig scheitern können. Nein, in vielen Fällen ist das Scheitern geradezu programmiert. Von der Evolution wurden wir mit einem Gehirn ausgestattet, das uns - seinen "Trägern" - lebensrettende Manöver durch eine insgesamt nicht lebensfreundliche Welt erlaubt. Allerdings war dabei das Jonglieren mit Milliarden Euro oder Dollar nicht vorgesehen.

Ebenso wenig vorgesehen war eine global verstrickte Wirtschaft und deren ständige Expansion. Unser steinzeitlicher Ahne, von dem wir unsere Verhaltens- und Handlungsanweisungen geerbt haben, lebte und agierte lokal. Wir sind von Natur aus "Provinzialisten", allerdings auch von dem steten Drang beseelt, im übertragenen wie im buchstäblichen Wortsinn Neuland zu betreten. Sonst säßen wir ja immer noch auf den Bäumen.

Statt der Überzeugung zu huldigen, dass alles plan- und machbar sei, sollten sich unsere Organisationsmenschen in Wirtschaft und Politik stets vor Augen halten, dass alles scheitern kann. Krisen sind, so viel steht fest, unvermeidlich. Wenn wir das einsehen, treffen sie uns mit verminderter Intensität. Noch einmal: Nichts kann unbegrenzt wachsen. Krisen sind daher auch gewissermaßen als Regulative zu verstehen, die verhindern, dass wir mit unserer Wirtschaft in den Himmel wachsen. Eine gute Portion Provinzialismus stünde daher unserer Wirtschaft gut an.

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