WM der Drohnen Robuster Flug in den Atomreaktor

Die Schweiz ist Weltmeister: Ein Team aus Lausanne gewann einen Wettbewerb für Drohnen, die gute Zwecke erfüllen sollen. Das Modell kann Bilder aus schwierigen Umgebungen liefern – zum Beispiel dem Reaktor in Fukushima.
Kommentieren
Ein Käfig als Schutz: Die Drohne von Flyability im Einsatz. Quelle: Flyability
Die Drohne Gimball

Ein Käfig als Schutz: Die Drohne von Flyability im Einsatz.

DüsseldorfDie besten Ideen finden sich oft in der Natur. Zum Beispiel beim Umgang mit Hindernissen: Das Schweizer Start-up Flyability hat eine Drohne entwickelt, die ein Käfig bei Kollisionen schützt. Ähnlich wie eine Fliege oder Biene prallt das Flugobjekt ab – und bleibt in der Luft. „Man kann sie deswegen in schwierige Umgebungen schicken, zum Beispiel für Rettungsmissionen“, sagt Mitgründer Adrien Briod im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Für diese Idee haben die Tüftler nun eine Art Weltmeisterschaft gewonnen: Beim „Drones for Good Award“ (deutsch: Drohnen für gute Zwecke) der Vereinigten Arabischen Emirate belegte die Firma mit ihrem Modell Gimball den ersten Platz und gewann ein Preisgeld von einer Million Dollar. Die Veranstalter sprechen vom größten Wettbewerb dieser Art.

Drohnen im Anflug aufs Kinderzimmer
002_UBTech
1 von 11

Ein Tänzchen gefällig? Wer die Roboter von UB Tech in Bewegung bringen will, muss sie programmieren. In einem Konfigurator für den PC lässt sich festlegen, welche Glieder sich wie bewegen sollen, anschließend werden die Daten auf den Droiden übertragen. Erst die eine, dann die andere Hand in die Höhe! Kostenpunkt: 1000 Dollar in den USA.

001_Modular Robotics
2 von 11

Einen Roboter selbst zu bauen, ist allerdings schwierig. Die Firma Modular Robotics will dabei helfen – auch wenn das Resultat eher nach „Lego – Der Film“ als nach „Star Wars“ aussieht. Die Module lassen sich mit Magneten zusammenstecken. Sensoren messen Licht, Geräusche oder ob jemand in der Nähe ist. Darauf reagiert die kubistische Kreation, indem sie beispielsweise den Motor startet. Das Paket MOSS kommt im Sommer zu Preisen ab 200 Dollar auf den Markt.

004_Actobotic1s
3 von 11

Selber bauen, aber weniger verspielt: Studenten, Ingenieure und Tüftler können mit dem Bausatz von Actobotics größere und stabilere Roboter zusammenschrauben. „Oft ist es schwierig, die mechanischen Teile für den Roboterbau zu finden“, sagt Gründer Brian Pettey (r.). Hier will seine Firma Abhilfe schaffen. Bei der Steuerung kommen Systeme wie Arduino oder Rasberry Pi zum Einsatz – das System ist somit etwas für ambitionierte Bastler und Profis.

003_Future Robot
4 von 11

Nicht da und doch dabei: Dieser Roboter dient als Stellvertreter, wenn man nicht selbst anwesend sein kann. Auf dem Tablet-Monitor zeigt er das Bild des Nutzers an, gleichzeitig filmt er mit der Kamera er die Umgebung. Die Firma Future Robot sieht darin eine Möglichkeit, Familienmitglieder oder Haustiere auch über die Distanz in Kontakt zu halten. Was Hunde davon halten, ist ungeklärt.

008_Meccanoid
5 von 11

Damit dieser Dino laufen oder beißen kann, muss man ihn trainieren. Dafür bewegt der Nutzer die Glieder des Roboters von Hand – Sensoren messen die Aktionen. In einer App lassen sie sich anschließend zu komplexeren Bewegungen kombinieren. Für den Aufbau des Gestells braucht es allerdings etwas handwerkliches Geschick. Die Firma Meccanoid bringt das Gerät im Sommer für 500 Dollar auf den US-Markt.

006_Ecovacs
6 von 11

Stets zu Diensten: Der Famibot ist ein Service-Roboter, der herumrollt und dabei nützliche Dinge tun soll. Er schlägt Alarm, wenn er Rauch entdeckt oder sich in der verlassenen Wohnung etwas bewegt. Er spielt auch Musik und steuert vernetzte Hausgeräte wie LED-Lampen. Über die Kamera werden Bilder aus der Wohnung aufs Smartphone übertragen.

010_Five Elements
7 von 11

Zwei große Augen und ein riesiger Bauch: Budgee ist ein Roboter mit großem Fassungsvermögen, der dem Nutzer bis zu 20 Kilogramm hinterherschleppt – er folgt sogar auf dem Fuß. Die Firma Benebot hofft, Einkaufszentren als Kunden zu gewinnen. Das Gerät kostet 1400 Dollar.

Die Technologie entwickelte Briod in seiner Doktorarbeit an der Universität Lausanne. Der Roboterforscher überlegte, wie man die Robustheit von Insekten auf Drohnen übertragen könnte. Das Ergebnis: Ein Käfig aus leichtem Karbon schützt das Flugobjekt. Bei Kollisionen gerät er in Bewegung, während die Rotoren im Inneren stabil bleiben. Der Gimball prallt ab, bleibt aber in der Luft.

Dieses Prinzip soll es den Nutzern ermöglichen, sich an schwer erreichbaren Orten einen Überblick zu verschaffen – eine Kamera liefert Bilder in hoher Auflösung. Der havarierte Atomreaktor in Fukushima lasse sich so inspizieren, sagt Briod. Zudem könnten Industrieunternehmen mit Gimball schwer erreichbare Orte begutachten, etwa Tanks oder Brücken.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Kein Spielzeug, sondern ein teures Werkzeug
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: WM der Drohnen - Robuster Flug in den Atomreaktor

0 Kommentare zu "WM der Drohnen: Robuster Flug in den Atomreaktor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%