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Zehn Jahre Klonschaf Dolly Einzigartig – und doch nicht

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Zwei Zielsetzungen beim Klonen

"CC" ist die erste geklonte Katze. Das Bild stammt aus dem Jahr 2002.

(Foto: Reuters)

Wichtig ist das Klonen auch für weitere Therapiefelder. „Wir haben zwei Zielrichtungen“, sagt Eckhard Wolf vom Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der LMU. „Zum einen generieren wir Schweine, deren Organe möglicherweise für die Transplantation in menschliche Patienten geeignet sein könnten.“ Dabei geht es vor allem um die Langerhans-Inseln, die in der Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren. „Zweites Ziel ist es, Großtiermodelle für Erkrankungen des Menschen zu erzeugen“, erzählt Wolf. „Wir haben mittlerweile Schweinemodelle für Diabetes und Mukoviszidose.“ Diese Tiere, so die Hoffnung, sollen eine zuverlässigere Prognose dazu ermöglichen, ob ein bestimmtes Behandlungsverfahren beim Menschen wirkt.

Besonders umstritten ist das sogenannte therapeutische Klonen, um etwa Ersatzgewebe für Patienten zu gewinnen. Dabei werden gespendete Eizellen von Frauen entkernt und Kerne mit dem Erbmaterial fremder Körperzellen eingesetzt. Daraus werden Embryonen und schließlich Stammzellen gewonnen. Für das Verfahren muss der Embryo jedoch zerstört werden. Hauptziel ist die Produktion von Zellen, die maßgeschneidert zum Erbgut eines Patienten passen. Noch ist die Technik jedoch im Forschungsstadium. Sie ist unter anderem in Großbritannien unter strengen Auflagen erlaubt. Um das Verfahren ist es etwas stiller geworden, seitdem Forscher ausgewachsene Zellen in den Embryonalzustand, in sogenannte iPS-Zellen, zurücksetzen können.

Auch beim reproduktiven Klonen von Tieren, also dem Erstellen der identischen Kopie eines Individuums, sind immer noch viele Probleme ungelöst. Der Ausschuss an Säugetierembryonen ist hoch und macht das Klonen teuer. Und Klontiere haben häufig Missbildungen und leiden früh an Alterserkrankungen. „Ich vermute, dass diese Problematik niemals ganz überwunden wird, weil die Reprogrammierung, die nach dem Klonen stattfindet, eine Art Zufallsprozess ist“, sagt Wolf.

Im Februar 2003 starb Dolly mit sechs Jahren - kein Alter für ein Schaf, dessen durchschnittliche Lebenserwartung zehn bis zwölf Jahre beträgt. Sie litt schon sehr früh an Alterserkrankungen und musste schließlich eingeschläfert werden. Fest steht: Mit dem Alter verändert sich das Erbmaterial DNA in den Zellen. Bei der Entstehung von Spermien und Eizelle wird die genetische Uhr der DNA wieder auf Null gestellt. Bei Dolly war das nicht der Fall. Ihr Ausgangsmaterial war eine Euterzelle von einem sechs Jahre alten Schaf.

Fünf Ferkel und irgendwie doch nur eines. Genetisch sind die von PPL Therapeutics geklonten Schweine nicht zu unterscheiden. Quelle: ap

Fünf Ferkel und irgendwie doch nur eines. Genetisch sind die von PPL Therapeutics geklonten Schweine nicht zu unterscheiden.

(Foto: ap)
  • dpa
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