Zukunftsprojekt der Nasa Kernreaktoren für Mond und Mars

Eine auf der Erde heftig befehdete Energiequelle könnte im Weltraum eine Zukunft haben: US-Ingenieure arbeiten an mobilen Kernreaktoren zur Energieversorgung auf Mond und Mars. Im September stehen die ersten Tests an.
  • Robert Gast
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Die Illustration zeigt mehrere der geplanten mobilen Kernreaktoren auf der Marsoberfläche. (Foto: Nasa)
Kernreaktoren auf dem Mars

Die Illustration zeigt mehrere der geplanten mobilen Kernreaktoren auf der Marsoberfläche. (Foto: Nasa)

HeidelbergIn Deutschland ist die Atomkraft ein Auslaufmodell. Im Weltall hingegen könnte ihr noch eine große Zukunft bevorstehen. Davon träumen zumindest einige Nasa-Ingenieure. Von September an wollen sie in der Wüste Nevadas einen Minikernreaktor testen, der später an Bord einer Rakete ins All reisen könnte, berichtet die Website Space.com. Eines Tages soll die Technologie dann Basen auf Mond oder Mars mit Strom versorgen.

Seit knapp drei Jahren fördert die Technologieabteilung der US-Weltraumbehörde das Projekt mit der Bezeichnung Kilopower. Ziel ist die Entwicklung eines gut drei Meter langen und 1,5 Tonnen schweren Kernreaktors. In ihm würde ein Neutronenstrahl auf einen Zylinder aus einer Uran-Molybdän-Legierung treffen und darin enthaltene Uran-235-Atomkerne spalten. So ließe sich eine Leistung von ein bis zehn Kilowatt bereitstellen.

Ein Tempel für den Mond
Ein Tempel auf dem Mond
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Wer an eine Raumstation auf dem Mond denkt, dem kommen wohl vor allem funktionale Bauten in den Sinn, die auf das Überleben unter den extremen Bedingungen des Erdtrabanten sicher stellen sollen. Jorge Rubio vom Advanced Concepts Team der Weltraumbehörde Esa hat da andere Vorstellungen: Er will Raumfahrern auch einen Ort der Kontemplation geben - und hat einen Tempel für den Mond entworfen. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Tempel im Sonnenlicht
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Als Standort des Kuppelbaus hat der Esa-Künstler den Rand des Shackleton-Kraters in der Nähe des Mond-Südpols ins Auge gefasst. Ein Ort, der praktisch rund um die Uhr von der Sonne beschienen wird... (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Shackleton-Krater
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...während im Inneren des Kraters ewige Dunkelheit herrscht. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Blick aus dem Tempel auf die Erde
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Der Mondtempel nach den Vorstellungen Rubios wäre ein riesiger Kuppelbau mit zwei Öffnungen: Die eine gibt den Blick frei auf die ferne Erde... (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Blick in die Tiefe des Alls
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...während die Öffnung an der Oberseite Ausblicke in die Tiefe des Alls ermöglicht. (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Tempel auf dem Mond
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Für Rubio soll der Mondtempel den künftigen Bewohnern des Erdtrabanten eigene Möglichkeiten zur sozialen Interaktion und zur Entwicklung neuer Formen von Kult und Ritual eröffnen. „Die Besiedlung des Mondes wäre die perfekte Chane für einen Neustart an einem Ort ohne soziale Konventionen, ohne Nationen und ohne Religion“, so der Künstler. „Dieser Tempel ist gedacht als eine mythische und universelle Struktur, um die Menschen in neuer Umgebung auf neuen Wegen zusammenzubringen.“ (Foto: Jorge Rubio/Esa)

Das ist zwar nur ein Bruchteil eines modernen Atomkraftwerks, das auf etwa eine Million Kilowatt Leistung kommt. Aber mehrere der Minimeiler könnten die Stromversorgung einer Marsstation sicherstellen, welche Nasa-Missionsplaner mit etwa 40 Kilowatt veranschlagen. Laut einer Präsentation der Kilopower-Ingenieure sollen die Reaktoren mindestens zehn Jahre lang Energie liefern.

Die Nasa setzt bei der Erforschung des Weltalls schon länger auf Kernenergie. Allerdings verwendet sie bisher lediglich Radionuklidbatterien. Sie gelten als deutlich zuverlässiger als Solarzellen und bestehen zum Beispiel aus einem Klumpen Plutonium-238. In seinem Inneren zerfallen ständig Atomkerne, was Wärme erzeugt.

Auf diese Weise wird beispielsweise der Mars-Rover Curiosity mit einigen hundert Watt versorgt. Das entspricht etwa dem Energiebedarf eines handelsüblichen Staubsaugers.

Tests in der Nähe von Las Vegas
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  • Jetzt noch ein Verlängerungskabel bis zur Erde, und es gibt bald keine GAUs mehr. Ausser auf dem Mond. Aber der ist ja schon jetzt quasi unbewohnbar.

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