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Zukunftstechnologie Wasserstoff soll in Deutschland im industriellen Maßstab erprobt werden

Bundesweit plant Altmaier 20 Einrichtungen, in denen die Zukunftstechnologie erforscht werden soll. 100 Millionen Euro pro Jahr stehen bisher zur Verfügung.
Update: 18.07.2019 - 13:28 Uhr 1 Kommentar
Wasserstoff soll im industriellen Maßstab erprobt werden Quelle: dpa
TU Chemnitz treibt Brennstoffzellen-Forschung voran

An der Hochschule wurde ein neues Labor eingeweiht, um die Forschung über den Antrieb von Autos mit Wasserstoff voranzubringen. Die Uni forscht bereits seit neun Jahren an dieser neuen Technologie.

(Foto: dpa)

Berlin Zukunftstechnologien wie CO2-armer Wasserstoff und Energiespeicher sollen künftig in Deutschland in „Reallaboren“ im industriellen Maßstab erprobt werden. Geplant sind bundesweit rund 20 dieser Einrichtungen, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an diesem Donnerstag in Berlin sagte. So sollen den Wasserstoff-Projekten im Rahmen der „Reallabore“ Experimentiermöglichkeiten eingeräumt werden. Aus Sicht der Unternehmen ist das allerdings völlig unzureichend, zumal auch die damit verbundenen Fördermittel sehr begrenzt sind.

Bisher stehen dafür rund 100 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Altmaier will aber bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) allerdings darauf drängen, die Mittel zu erhöhen.

Altmaier sprach von einem „völlig neuen Konzept“. Reallabore sollten es ermöglichen, im industriellen Maßstab bestimmte Lösungen auszuprobieren. Das könne zu mehr Klimaschutz beitragen und für neue Jobs sorgen, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Ziel sei es, dass Deutschland weltweit die Nummer eins bei der Wasserstofftechnologie wird.

Zum Einsatz kommen könnte diese etwa über eine Brennstoffzelle als Antrieb für Autos. Bisher gilt der Einsatz aber noch als sehr teuer.

Zu den 20 Standorten der „Reallabore“ gehören auch solche in bisherigen Braunkohlerevieren wie der Lausitz oder dem Rheinischen Revier. Deutschland will bis 2038 schrittweise aus der Kohle aussteigen.

Altmaier sagte, bei der Energiewende gebe es überall dort Fortschritte, wo es industrielle Produktionsprozesse gebe. So habe die Leistungsfähigkeit von Windrädern enorm zugenommen.

Allerdings gibt es gerade gegen den Bau neuer Windräder an Land zum Teil massive Widerstände in der Bevölkerung. Auch der notwendige Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende – also dem Umbau hin zu erneuerbaren und klimafreundlicheren Energien – kommt nicht richtig voran.

Wirtschaftlich sind die Anlagen bisher nicht

Bei den Projekten geht es im Kern darum, mittels Strom aus erneuerbaren Quellen auf dem Wege der Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Dieser Wasserstoff ist dann klimaneutral. Er kann direkt eingesetzt werden, etwa als Rohstoff in der Chemie oder für den Betrieb von Brennstoffzellen. Er kann auch weiter verarbeitet werden zu Methan oder zu flüssigen Brenn- und Treibstoffen, den sogenannten E-Fuels.

Der Nachteil: Die Umwandlungsverluste sind sehr hoch, ein Teil des eingesetzten Stroms geht ungenutzt verloren.

Doch diesem Nachteil stehen unbestreitbare Vorteile gegenüber: Es entstehen klimaneutrale Brennstoffe, die leicht speicherbar sind und die auch dort eingesetzt werden können, wo eine direkte Stromanwendung ausscheidet, etwa im Schwerlast-, Schiffs- oder Flugverkehr.

In der Praxis stößt der Einsatz von Wasserstoff derzeit allerdings noch schnell an Grenzen: Einerseits sind die Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff noch sehr hoch. Andererseits gibt es bei weitem nicht die Mengen an erneuerbarem Strom, die erforderlich wären, um nennenswerte Beiträge zur Dekarbonisierung des Verkehrs-, des Wärme- oder Industriesektors zu liefern.

In Deutschland gibt es bereits eine ganze Reihe von Anlagen, in denen aus erneuerbarem Strom Wasserstoff, Methan oder flüssiger, synthetischer Brennstoff hergestellt wird. Wirtschaftlich sind diese Anlagen alle bisher nicht. Die Betreiber wünschen sich von der Politik Unterstützung, um den Weg bis zur Marktreife zu ebnen. Die will Altmaier jetzt aber offenbar liefern.

Mehr: Lange haben die Grünen mit synthetischen Kraftstoffen gefremdelt. Das ändert sich nun. Auch das Umweltministerium denkt um. Die Branche freut sich.

  • dpa
  • str
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