Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zweifelhafte Vaterschaft Kuckuckskinder häufiger als gedacht

Vermeintliche Väter sind erstaunlich oft nicht die biologischen, wie wissenschaftliche Studien belegen. Doch die falsche Vaterschaft ist keineswegs nur ein menschliches Phänomen: Selbst vermeintlich monogame Tierarten gehen manchmal fremd - wobei der evolutionsbiologische Nutzen der Untreue nicht immer klar ist.
  • Axel Meyer
9 Kommentare
Erstaunlich oft ist der rechtliche Vater nicht der natürliche Erzeuger des Kindes. Quelle: dpa

Erstaunlich oft ist der rechtliche Vater nicht der natürliche Erzeuger des Kindes.

(Foto: dpa)

KONSTANZ. Das Wortungetüm Vaterschaftswahrscheinlichkeits-Hypothese besagt, dass männliche Tiere sich bei der Fürsorge um die Jungen zurückhalten sollten - evolutionsbiologisch argumentiert. Denn sie können sich nicht sicher sein, dass sie den Nachwuchs wirklich gezeugt haben. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies besonders ein Problem für Männchen von Arten mit innerer Befruchtung (also Vögel, Säugetiere und einige Fische) ist, denn die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlinvestition ist hier besonders groß.

Es mag manchen enttäuschen, aber seit es DNS-Tests zur Vaterschaftsanalyse gibt, wurden immer mehr Fälle von sogenannter „extra-pair-fertilization“ (EPF), also der Vaterschaft außerhalb des Brutpaares, bekannt. Bei vielen Singvogelarten, etwa Meisen, sind oft 20 bis 30 Prozent der Eier vom Nachbarn befruchtet und nicht vom aufopfernden, nestbauenden und futterbringenden Männchen.

Ja, selbst bei den seit Konrad Lorenz so bekannten Weltmeistern der Monogamie, den Gänsen, ist EPF bekannt. Warum Weibchen sich erst nach langer Balz für ein Männchen, sein Territorium und Nest entscheiden und ihn dann doch mit dem Nachbarn betrügen, ist evolutionsbiologisch weniger klar.

Ich erkläre immer zu Weihnachten meinen Studenten, dass sie von ihrer Großmutter mütterlicherseits größere Geschenke erwarten können als von der Großmutter väterlicherseits, denn die kann sich nicht ganz sicher sein, dass ihr Sohn wirklich der Vater des Enkels ist. Dabei reagieren Väter - natürlich unbewusst - auf vermeintliche Ähnlichkeiten mit Junior besonders sensibel. Je ähnlicher ihm das Kind zu sein scheint, desto eher wird er bei der Mutter bleiben und für den Nachwuchs sorgen, sagen Evolutionspsychologen.

Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann, der sich sicher zu sein scheint, der biologische Vater zu sein, dies wirklich ist? Es ist schwierig, dazu verlässliche Daten aus vielen Kulturen zu bekommen. Eine Meta-Analyse aus 67 verschiedenen Studien (2006 in „Current Anthropology“ veröffentlicht) fand heraus, dass sich fast zwei Prozent der vermeintlichen Väter ein Kuckuckskind unterjubeln ließen.

Die Spanne reichte von 0,4 Prozent bei jüdischen Priesterkindern bis zu fast zwölf Prozent in der Stadt Nuevo León in Mexiko. Wenn sich die Männer von vornherein über ihre Vaterschaft unsicher waren, bestätigte sich ihr Verdacht oft (in 31 Studien untersucht): zu etwa 15 Prozent in Russland, fast 17 Prozent in Deutschland und über 50 Prozent in Schweden und den USA.

Der natürliche Vater, der aber nicht der rechtliche ist, hat in Deutschland nicht das Recht, seine Vaterschaft überprüfen zu lassen. Das Gesetz muss geändert werden.

Startseite

9 Kommentare zu "Zweifelhafte Vaterschaft: Kuckuckskinder häufiger als gedacht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • BEATE UNGERER schreibt:"Ja, das mit den Kuckuckskindern ist nicht nur eine Schweinerei sondern schlicht und einfach kriminell."
    Ein Betrug, der nicht strafbar ist, weil man die Betrugsabsicht nicht nachweisen kann. Selbst wenn du nachher alles herausgefunden und bewiesen hast, fehlt jede Möglichkeit, von dem Betrügerduo irgendeine Genugtuung zu bekommen.

  • Ja, das mit den Kuckuckskindern ist nicht nur eine Schweinerei sondern schlicht und einfach kriminell.
    Jugendämter und Familiengerichte spielen da ohne mit der Wimper zu zucken mit!
    Väter! Wehrt Euch gegen dieses immense Unrecht!

  • André Zeiger

    Hiermit möchte ich auf meinen Fall aufmerksam machen.

    Ich habe ein gefälschtes DNS-Gutachten übers Gericht bekommen von einem öffentlich bestellten und beeidigten Sachverständigen für Blutgruppengutachten. Dieser Sachverständige ist in Würzburg, Gotha, Rumänien und sogar in Dubai tätig.

    Fertigt dieser Gutachter bei den Scheichs in Dubai auch Blutgruppengutachten ohne Blutgruppe an????

    Mir wurde mit behördlicher Genehmigung ein Kuckuckskind untergeschoben.

    Beim Jugendamt Kitzingen sind Akten über diese Familie verschwunden.
    Das Jugendamt Kitzingen kennt die Familienverhältnisse dieser Familie sehr genau und unternimmt nichts.

    Es soll eine Straftat verdeckt werden.

    Dieser Familie, die mir ein Inzest - Kuckuckskind unterschieben will, muss endlich das Handwerk gelegt werden!

    Meine Rechtsanwältin sagt, sie sieht Parallelen zu "Fluterschen im Westerwald".

    Es gibt nicht nur den "österreichischen Fritzl", sondern auch den "deutschen Fritzl" und das nicht nur in Fluterschen im Westerwald!!!!

    In so einen Fall bin ich hineingeraten.

    Diese Themen wie Inzest und Missbrauch dürfen in Deutschland nicht länger
    totgeschwiegen werden!!!!!!

    www.andre-zeiger.com

  • Hallo Jo Heller. Du hast einen beitrag am 24.12. geschrieben. Melde Dich bitte unter einer der angegebenen Telefonnummern.
    Nimm das was Dir geschehen ist nicht einfach so hin!
    Wichtig ist, wann hast Du davon erfahren, dass Du nicht der Vater bist. Dann sind 2 Jahre Zeit. Mein Name, Wohnort und Telefonnummern sind alle echt. Probier es aus. Schau ins Telefonverzeichnis. Mit Festnetznummer stehe ich unter Wiesentheid. Verstecke Dich nicht, sondern rede mit anderen. André Zeiger, Wiesentheid (bayern)
    Tel.09383/90840, 0172/8789884 oder 0172/3662960.


  • Mir wurde ein Kuckuckskind untergeschoben! Wem geht es genau so wie mir? Männer habt Mut und wehrt Euch dagegen. Vielleicht hatten wir den selben Gutachter! Gemeinsam mit noch mehreren betroffenen wird der Gutachter in bedrängnis kommen. Vielleicht wohnt ihr auch in meiner Gegend. Nur gemeinsam sind wir stark! André Zeiger, Wiesentheid (bayern), Tel. 09383/90840, 0172/8789884, oder 0172/3662960

  • An alle Männer! Habt ihr schon einmal einen Vaterschaftstest machen lassen? Privat oder übers Gericht? Seit ihr euch wirklich sicher, dass das Gutachten stimmt? Keiner kann sicher sein! ich wurde zu einem blutgruppengutachten von einem öffentlich bestellten und beeidigten blutgruppengutachter eingeladen. Habe aber ein DNS-Gutachten bekommen mit DNS-Markern. Nicht einmal die blutgruppe wurde mitbestimmt, zumindest nicht in "meiner Ausführung" des Gutachtens, welches ich in Kopie von meinem Rechtsanwalt bekommen habe.
    bei einem blutgruppengutachten werden blutgruppensysteme bestimmt wie z.b. Ab0, Rhesus usw.
    in meinem Gutachten stehen aber DNS-Marker wie z.b.
    CSFPO, FGA, TPOX, Penta D, Penta E usw. Die identitätsnachweise habe ich zu dem Gutachten nicht bekommen. Auf Anfrage habe ich diese über meinen Rechtsanwalt nachgereicht bekommen. im identitätsnachweis verschwinden dann einige Dinge. Fingerabdruck,Stempel vom Arzt, unterschrieben hat kein Arzt, sondern jemand nur im Auftrag, Untersuchungsgut kein Kreuz. Man müßte glauben, ein Gutachten übers Gericht ist perfekt. Weit gefehlt! Das war nur ein kurzer Auszug. Wir haben noch viel mehr. Männer wacht auf! Meldet Euch bei mir oder werft ihr euer Geld gerne zum Fenster raus und das 18 Jahre lang und dann kann es noch weitergehen: Studium, Erbfolge usw.
    André Zeiger, Wiesentheid (bayern)
    Tel.09383/90840, 0172/8789884 oder 0172/3662960.


  • ich kann als betroffener Mann nicht begreifen, wie es in Deutschland der Gesetzgeber erlaubt, das nach der Anfechtungsfrist von 2 Jahren, also ich habe die Anfechtungsklage erst im 3. Jahr angesetzt, es nicht mehr möglich ist, sich der Unterhaltszahlung zu entziehen.
    Das ist ein Tatbestand der finanziellen bestrafung eines Vaters, der es halt zu spät feststellte, das er nicht der Vater ist. Das Gericht hat auch die Nennung des biol. Vaters nicht interessiert und das beisitzende Jugendamt war aus finanzieller Sicht mehr an mir interessiert, als am mittellosem echten Vater.

  • Herzlichen Dank, dass dieses Tabuthema aufgegriffen wurde, das hier ja bezeichnender Weise bisher nur einen Kommentar bekommen hat.
    im interesse der vielen vielen Kuckuckskinder und -väter hoffe ich sehr, dass hier mehr Offenheit und Ehrlichkeit in unsere Gesellschaft einkehrt.
    PS: ich habe erst mit Mitte 40 erfahren, dass ich eigentlich einen anderen Erzeuger habe und konnte ihm leider nur einmal begegnen.

  • Genau genommen ist jeder juristische Vater - natürlich auch der vermutlich natürliche, jedoch nicht juristische - sich selbst gegenüber und dem Kind gegenüber (und auch gegenüber der Mutter) verpflichtet, den Vaterschafts-Gentest vornehmen zu lassen. Daß nachlässigerweise dies nur selten geschieht, macht die Lage nicht besser, sondern schlimmer, weil sie verzögert, was ohnehin herauskommt. Auf diese Weise werden Verantwortlichkeiten dorthin verteilt, wo sie hingehören. Entgegenstehende Gesetze in dem einen oder anderen Ländle werden bereits jetzt ignoriert oder im Zeitalter der Globalisierung gehorsamst umgangen. Selbstbestimmung läßt sich nicht verbieten.