BGH-Urteil Dashcams aus technischer Sicht – Was Sie über die Mini-Kameras wissen sollten

Daten von Minikameras im Auto dürfen künftig zur Aufklärung von Unfällen herangezogen werden. Doch was steckt eigentlich hinter der Technik?
Kommentieren
Dashcams: Was Sie über die Mini-Kameras wissen sollten Quelle: dpa
Dashcam

Außerhalb Deutschlands fahren sie schon häufiger im Auto mit, vor allem in Russland sind die Mini-Kameras beliebt.

(Foto: dpa)

BerlinAufzeichnungen von Videokameras im Auto dürfen zur Aufklärung von Unfällen von Gerichten ausgewertet werden. Das hat der Bundesgerichtshof am Dienstag in einem Grundsatzurteil entschieden. Doch welche Technik verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Dashcam“? Und worauf ist beim Kauf einer Mini-Kamera zu achten? Die wichtigsten Fragen.

Was sind Dashcams eigentlich genau?
Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern für Armaturenbrett (Dash) und Kamera (Cam) zusammen. Gemeint sind kleine Videokameras, die innen an der Frontscheibe oder eben auf dem Armaturenbrett befestigt werden und die Verkehrslage aus Fahrersicht aufzeichnen. Nach Unfällen lässt sich anhand der Videobilder die konkrete Verkehrssituation rekonstruieren.

Wie funktionieren Dashcams?
Dashcams zeichnen den Verkehr permanent als sogenannte Loop-Aufnahme auf. Dabei werden die Bilder auf einem Speichermedium – etwa einer SD-Karte – abgelegt. Ist der Speicher voll, kehrt das System an den Anfang zurück und löscht die ältesten Aufnahmen, um Platz für aktuelle Bilder zu schaffen. Einige Systeme arbeiten auch mit Kurzzeitclips von etwa Minuten-Länge, die unmittelbar wieder überschrieben werden, wenn das System keinen Unfall registriert. Auf Wunsch können Aufnahmen aber auch manuell per Tastendruck gespeichert werden.

Was passiert bei Unfällen?
Unfälle werden von den Kameras über einen internen Beschleunigungssensor registriert. Meldet der Sensor hohe G-Kräfte (Änderung der Belastungskraft bei starker Änderung der Geschwindigkeit oder Richtung), wie sie bei einem Crash oder einer Vollbremsung auftreten, wird die aktuelle Aufnahme automatisch gespeichert und vor Überschreiben geschützt.

Welche Daten stehen nach dem Unfall zur Verfügung?
Üblicherweise stellt das Gerät neben den Bildern auch Daten zur Geschwindigkeit sowie GPS-Koordinaten und das Aufnahmedatum zur Verfügung. Manche Modelle liefern darüber hinaus noch weitere Informationen, etwa Angaben zu Fahrtroute, Durchschnittsgeschwindigkeit oder zum Unfall selbst (auftretende G-Kräfte). Bei einigen Kameras kann zudem vor Antritt der Fahrt der Name des Fahrers eingetragen werden – wichtig bei Autos, die von mehreren Personen benutzt werden.

Wie verbreitet sind Dashcams?
Außerhalb Deutschlands fahren sie schon häufiger im Auto mit, vor allem in Russland sind die Mini-Kameras beliebt. Doch auch hierzulande sind sie nach einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom auf dem Vormarsch: Zwar haben derzeit erst acht Prozent von 1000 befragten Autofahrern eine solche Kamera. Weitere 13 Prozent wollen sie aber in Zukunft auf jeden Fall nutzen, 25 Prozent können es sich vorstellen. Für ein hilfreiches Beweismittel halten sie fast drei Viertel der Befragten.

Wie teuer sind Dashcams?
Auch wenn sie in deutschen Autos noch nicht so häufig mitfahren, ist das Angebot an Dashcams hierzulande bereits sehr groß. Die Preise beginnen bei etwa 20 Euro, wer allerdings Wert auf hohe Bildqualität und die ein oder andere Zusatzfunktion legt, sollte sich schon im Preissegment oberhalb von 100 Euro umschauen.

Worauf sollten Käufer besonders achten?
Um bei Unfällen aussagekräftige Bilder zu liefern, sollten die Geräte über eine hohe Bildauflösung sowie einen großen Blickwinkel verfügen. Bei Geräten, die nicht über ein Kabel mit dem Zigarettenanzünder verbunden werden können, sollte zudem die Akkulaufzeit möglichst üppig bemessen sein. Ein GPS-Sensor zur Erfassung des eigenen Standorts ist ebenfalls unverzichtbar. Nützlich ist auch eine Kugelkopf-Halterung, mit der sich die Kamera problemlos ausrichten lässt.

Welche Zusatzfunktionen sind interessant?
Manche Geräte verfügen über zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie Abstandswarner, Spurhalte-Assistent oder Schweinwerfer-Erinnerung. Eine Sprachsteuerung erspart lästiges Tastendrücken. Nützlich ist auch, wenn sich die Dashcam ohne großen Aufwand mit dem Smartphone oder Tablet verbinden lässt, etwa um Bilder auf das Mobilgerät zu überspielen.

Startseite

Mehr zu: BGH-Urteil - Dashcams aus technischer Sicht – Was Sie über die Mini-Kameras wissen sollten

0 Kommentare zu "BGH-Urteil: Dashcams aus technischer Sicht – Was Sie über die Mini-Kameras wissen sollten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%