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Briten verhandeln über Verkauf von Verizon Wireless Mobilfunker rüsten sich für harten Kampf

Der US-Mobilfunkmarkt steht vor einer milliardenschweren Übernahmeschlacht. Der weltweit größte Mobilfunkbetreiber Vodafone erklärte am Montag, er prüfe den Kauf der Nummer drei in den USA, AT&T Wireless. Der Konzern untersuche, "ob dies im Interesse der Anteilseigner" sei, teilte Vodafone mit und bestätigte damit Marktgerüchte. Auch andere Konzerne haben bereits ihr Interesse an AT&T Wireless bekundet.
Vodafone-Chef Arun Sarin greift nach AT&T Wireless. Foto: dpa

Vodafone-Chef Arun Sarin greift nach AT&T Wireless. Foto: dpa

and/slo/wsj DÜSSELDORF. Die Bieter müssen sich bis Freitag entscheiden. AT&T Wireless hatte sich am 22. Januar in Form einer Auktion zum Verkauf gestellt und den 13. Februar als Schlusstermin der Auktion genannt. Neben Vodafone interessieren sich Cingular Wireless, Nummer zwei auf dem US-Markt, und Japans Mobilfunkmarktführer NTT Docomo für AT&T Wireless.

Cingular Wireless bietet 30 Mrd. US-Dollar in bar. Mit dem Zusammengehen beider Anbieter könnte die lang erwartete Konsolidierung des US-Mobilfunkmarktes in Gang kommen. Bisher liefern sich die sechs überregionalen Anbieter heftige Preiskämpfe, die die Gewinne der Unternehmen belasten.

Die Deutsche Telekom, die ebenfalls mit ihrer Tochter T-Mobile in den USA vertreten ist, ist dagegen offenbar nicht an einer Übernahme interessiert. "Wir sind nicht in Akquisitionslaune", sagte Konzernchef Kai Ricke-Uwe dazu. Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautete, bei der Auktion werde man AT&T Wireless nur zu einem deutlich überhöhten Preis kaufen können. Dazu sei der Konzern aber nicht bereit.

Nach Angaben von Analysten könnte die Telekom aber von einem Zusammengehen von AT&T Wireless mit Cingular profitieren. Das fusionierte Unternehmen wäre möglicherweise gezwungen, sich aus Wettbewerbsgründen von einigen regionalen Märkten zu trennen, schreiben Analysten der ING BHF Bank. In dem Fall wäre die Telekom-Tochter wohl der Käufer für diese regionalen Märkte und könnte so Löcher in der eigenen Netzabdeckung stopfen.

Vodafone ist ebenfalls bereits in den USA vertreten. Das Unternehmen hält 45 % an dem US-Marktführer Verizon Wireless, der mehrheitlich Verizon Communications gehört. Die Briten haben eine Verkaufsoption und verhandeln nach Angaben aus informierten Kreisen bereits über den Verkauf ihres 45%-Anteils, um mehr Geld für ein Gebot für AT&T Wireless zu haben. Das bisherige US-Engagement hat ohnehin zwei Haken für Vodafone: Die Briten sind Juniorpartner. Das widerstrebt der bisherigen Unternehmensstrategie. Zudem nutzt Verizon Wireless eine andere Technik als Vodafone.

Der Verkauf der Verizon-Anteile könnte dem britischen Mobilfunker nach Einschätzung von Experten mehr als 20 Mrd. US-Dollar einbringen. Vodafone und Verizon müssten aber noch klären, was passiert, wenn die Briten nicht den Zuschlag für AT&T Wireless bekämen, heißt es im Umfeld der Unternehmen. Vodafone wolle schließlich in den USA nicht mit leeren Händen dastehen.

Bei Experten und Anlegern haben die Expansionsphantasien bei Vodafone keineswegs Euphorie ausgelöst. Eine Milliardenschlacht könnte den Konzern finanziell auf viele Jahre schwächen, ist die Hauptsorge der Aktionäre. Die Analysten von Citigroup Smith Barney raten Vodafone-Chef Arun Sarin daher von einem Gebot ab. Mit der Größenordnung von 30 Mrd. Dollar sei der Preis so hoch angesetzt, dass der Ausstieg bei Verizon Wireless zu einem attraktiven Preis sehr schwierig werde. "Jeder Zukauf in der Höhe des genannten Preises würde aus unserer Sicht Firmenwert vernichten", so die Analysten. Sollte Vodafone erfolgreich für AT&T Wireless bieten, würde dies den Aktienkurs von Vodafone unter 110 Pence drücken. Das wäre ein satter Abschlag: Am Montag notierte die Aktie bei 135 Pence.

Quelle: Handelsblatt

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