Drathloses Internetsurfen Fluggäste ertrotzen sich kostenloses WLAN

Die großen deutschen Flughäfen passen sich internationaler Konkurrenz an. Sie bieten Netzzugänge – zumindest zeitlich begrenzt – gratis an. Doch einige Airports hinken weiter hinterher, zeigt eine interaktive Grafik.
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DüsseldorfMurrende Fluggäste haben einen Gedankenwandel bei deutschen Flughafen-Managern ausgelöst: An Terminals und Gates gibt es zunehmend kostenlosen Zugang zu drahtlosen Netzwerken. „In unseren Umfragen zur Kundenzufriedenheit war ganz klar zu erkennen, dass es einen Bedarf für diesen Service gibt“, sagt ein Sprecher des Flughafen Münchens.

Gäste und Passagiere, die mit Smartphone oder Laptop ins Internet wollen, dürfen daher seit dem 10. Januar auf dem „Franz Josef Strauß“-Flughafen immerhin für 30 Minuten kostenlos das drahtlose Internet nutzen. Den gleichen Service bietet bereits seit Dezember vergangenen Jahres der Flughafen Frankfurt an; nach der ersten halben Stunde werden dann 4,95 Euro pro Stunde fällig.

Die Freischaltung für den Zugang erfolgt über einen per SMS gesandten Code. Doch das funktioniert nicht immer problemlos: Als Jonathan Fox, ein freier Web-Entwickler aus Manchester, am 26. Dezember auf dem Weg zu seiner Freundin nach Linz in Frankfurt zwischenlandete, scheiterte er an diesem Prozedere. „Ich habe meine UK-Handynummer und meine österreichische Handynummer probiert, es hat über beide nicht geklappt“, sagt der 39-Jährige. Auch auf dem Rückflug zwei Wochen später funktionierte es wieder nicht.

Von solchen Problemen ist dem Frankfurter Flughafen nichts bekannt. „Viele internationale Gäste nutzen den Service problemlos“, so eine Sprecherin. Es könne allenfalls manchmal „etwas dauern“, bis die SMS eintreffe.

Die zeitliche Begrenzung des kostenlosen Zugriffs in München und Frankfurt hat vor allem finanzielle Gründe. Denn der Betreiber der Funkstationen, die Deutsche Telekom, erhält für die unentgeltliche halbe Stunde eine ungenannte Summe von den Flughafenbetreibern. Auf vielen Flughäfen im Ausland - wie etwa in Wien - ist hingegen unbegrenztes kostenloses WLAN gängig.

Köln/Bonn bietet unbegrenzten Gratiszugang
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10 Kommentare zu "Drathloses Internetsurfen: Fluggäste ertrotzen sich kostenloses WLAN"

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  • "Niemand ist so wichtig dass er ununterbrochen Online sein muss. Das ist die Volkskrankheit schlechthin."
    _____________

    agreed.
    Zur Not hilft ein Web-Stick mit dem man die Kostenfalle in öffentlichen Räumen umgehen könnte. Und eine Sim Karte kostet auch als prepaid nicht unbedingt ein Vermögen.

  • Solange sich Obermann Millionen und Abermillionen einstecken kann, wird es wohl der Branche nicht so schlecht gehen. Fakt ist, dass es doch einige Gründe mehr gibt, warum die Kunden immer kräftig zahlen sollen. Die völlig überteuerte Ersteigerung von UMTS-Sendelizenzen zB. oder die Dauersubventionierung von Handys. Was soll der Quatsch mit ab 1Euro-Preisen für so ein Hitech-Gerät? Sollen doch die Geräte ihren realen Wert, also 500 bis 1000 Euro kosten. Außerdem kann man durch Dienste, die man sich nicht immer sofort und offensichtlich überteuert bezahlen lässt auch etwas erreichen. Die Telekom als Nachfolger der Post zu bedauern halte ich für Blödsinn. Da geht es den Wettbewerbern viel schlechter. Ich habe die Telekom nicht darum gebeten mich ständig zu Werbezwecken anzurufen und überall ihr HomeEntertainment zu verkaufen und dann mit der Überlastung der DSL-Leitungen Probleme zu bekommen. Bei mir bricht ständig die DSL-Leitung zusammen. Das Umklemmen auf einen anderen Verteilerkasten in der Straße hat nichts gebracht. Dafür soll ich zahlen? Das ist noch nichtmal ein Mindestmaß an Service. Ja und übrigens, wenn ich aus USA zurückkomme denk ich jedesmal: "Warum lebe ich so einem Abzockerland?" wüssten viel mehr Deutsche, wie sie hier verraten und verkauft werden, dann würden sie das Kanzleramt mit Steinen bewerfen.

  • @all - ganz generell - sehe ich es NICHT so.

    Wer einen Dienst nutzen möchte soll dafür reale Preise zahlen. Richtig ist, es geht im Einzelnen dabei um peanuts.

    Aber täglich Tausende Reisende am Fraport möchte ICH NICHT subventionieren. Ich habe meine Emails vor dem Abflug erledigt. Niemand ist so wichtig dass er ununterbrochen Online sein muss. Das ist die Volkskrankheit schlechthin.
    Wiederum würde ich Zugangsmöglichkeit im Langstreckenflug begrüßen, und die gibt es ja auch. Geiz-ist-Geil macht alles kaputt, ihr Dummköpfe. Die gesamte Telekom-Industrie (Alcatel, SEL, Bosch UC, Siemens ICN usw.) ist aus diesen Gründen den Bach runtergegangen. Cisco ächzt. Telekom wird von allen angefeindet. Mannomann. Eine Welt voller Idioten.

  • @all: wandert nach USA aus, sage ich nur.

    Ich verdiene mein Geld in der Nachrichtentechnik, und die Branche ist den Bach runtergegangen. Von oben genannter 9,- € mtl. kann niemand kostendeckend ein Internet betreiben, Backbones mit QoS bereitstellen, ganze Städte und Länder installieren (DSL lines, DSLAMs) und auch noch Hotlines für 82 Mio. Deutsche mit nur 2sec. Wartezeit und stets freundlich realisieren. Träumt weiter vom Schlaraffenland.

  • @Ralf
    Und lustige daran ist, dass es Hotels gibt die bei der Auflistung der Zimmerkonditionen wie selbstverständlich aufführen. So soll der Kunde denken, dass WLAN inklusive ist. Später erfährt man dann, dass damit nur gemeint war es auf dem Zimmer verfügbar ist, aber man trotzdem dafür zahlen muss. Dabei gibt es Preise, die an Dreistigkeit manchmal nicht zu überbieten sind. Eine WLAN-Tagesrate von 25 Euro sieht man nicht selten. Einzelabrechnung leider nicht möglich. Da man aber garantiert nicht vorhat, im Hotel den ganzen Tag im Internet zu surfen, bezahlt man garantiert mehr, als man nutzt. Man muss eben sehen, wie man dem Kunden noch zusätzlich das Geld aus den Taschen ziehen kann. Solange ein paar Leute, die dann hinterher über die Firma das Hotel abrechnen können, sich davon nicht abschrecken lassen, wird es solche kranken Preise geben. In USA hätte ein Hotel ohne freies WLAN keine Gäste. Auf Flughäfen gibt es dort sogar Stromladestationen mit allmöglichen Adaptern für Notebooks usw.! In Deutschland müsste man da erst ein paar Münzen in einen Automaten werfen!

  • Gleiches gilt leider nicht für Flughäfen, sondern auch Hotels. In Deutschland ist bestensfalls in der Lobby freies WLAN verfügbar, in ausländischen Hotels (insbesondere in den USA) hingegen ist freies WLAN der Standard.

  • „In unseren Umfragen zur Kundenzufriedenheit war ganz klar zu erkennen, dass es einen Bedarf für diesen Service gibt“ - dass die dafür eine Umfrage brauchen?!
    Manche werden eben nie im 21. Jhd. ankommen. So auch die größte Geldverbrennungsanlage der Welt - die deutsche Telekom. Die verlangt immer noch Gebühren für WLAN wie in den ersten Tagen des WWW. Frage mich ob die überhaupt EINEN Nutzer haben, für neun EURO ( = mein Preis für die mtl. Datenflat !!! ).

  • Deutschland ist eben ein Abzockerparadies. Die Kunden wissen, dass sie für jedes kleine bisschen Service extra bezahlen müssen. In Amerika hat man in jedem Shoppingcenter freies WLAN. In Deutschland spekuliert man immer drauf, dass die Verbraucher nicht wissen, dass sowas in anderen Ländern kostenlos ist. Aber Abzocken wird von der Politik vorgelebt. Da weiß man als Dienstleister, dass der deutsche Kunde ohne zu murren bereit ist zu zahlen.

  • Es ist eine Bodenlose Frechheit, wenn ich am Flughafen Berlin Tegel von den Starbucks mitarbeitern (welche stets gratis Wlan in ihren Coffeshops habe) zu hören bekomme, das die Telekom ihnen die dortige W-Lan Lizenz entzogen hat. Kostenloses internet sei nun nicht mehr möglich. Lediglich die einwahl bei der Deutschen Telekom um 9,00 € (!!) die Stunde wäre eine möglichkeit.

    Wirklich eine Frechheit sondersgleichen. Wucher!

  • Es ist eine Schande für die Flughafenbetreiber und ein Ärgernis aus einer "vergangen geglaubten Zeit" für die Kunden. Kostenloses Internet sollte Standard sein! Jeder McDonald bietet dies inzwischen an. Dann erhöht doch die Start und Landegebühren um einen Cent und verschont die Kunden mit solchen "Kleinkariertheiten".

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