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Drohnen über Deutschland Schluss mit Wildwest am Himmel

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Verstöße oft aus Unwissenheit
Für Drohnenbesitzer in Deutschland beginnt mit der Drohnen-Verordnung eine neue Zeitrechnung. Quelle: dpa
Drohnen-Verordnung

Für Drohnenbesitzer in Deutschland beginnt mit der Drohnen-Verordnung eine neue Zeitrechnung.

(Foto: dpa)

Viele private Drohnenpiloten gehen zudem irrtümlich davon aus, ihr Fluggerät sei im Rahmen der Privathaftpflicht versichert. Doch wenn das Gerät abstürzt, haftet der Pilot oder auch der Halter für alle Schäden – egal, ob der Pilot die Schuld am Absturz trägt oder nicht. Denn auch privat genutzte Drohnen sind Luftfahrzeuge und unterliegen der gesetzlich angeordneten Versicherungspflicht.

Eine generell recht hohe Nachfrage nach der aktuellen Rechtslage wird daher auch von den Luftämtern bestätigt – die örtliche Luftaufsicht ist in Deutschland Ländersache. Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel etwa berichtet über ein generell hohes Interesse an Informationen zur Rechtslage. Völlig unklar sei noch, wie sich die neue Luftverkehrsordnung, die zudem grundsätzlich das Überfliegen von Wohngrundstücken verbietet, auswirkt.

Airbus inspiziert Flugzeuge mit Drohnen
Sichtprüfung per Drohne
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Airbus hat auf der Luftfahrtmesse in Farnborough gezeigt, wie eine Sichtprüfung der Flugzeugoberseite mit einer Drohne realisiert werden kann. (Foto: Airbus)

Auswertung am Computer
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Die Aircam-Drohne ist mit einer Kamera ausgestattet, die das Verkehrsflugzeug während des Überflugs automatisch ablichtet. Ihre hochauflösenden Bilder werden dann am Rechner auf Kratzer, Dellen und Lackfehler untersucht. (Foto: Airbus)

Drohne Aircam
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Die Sichtprüfung wird mit einer automatischen Steuerung absolviert, ein Pilot am Boden überwacht den Flug der Drohne zusätzlich. (Foto: Airbus)

Kürzere Inspektionszeiten
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Der Luftfahrtkonzern will das Verfahren vor der Auslieferung an den Kunden zur Qualitätskontrolle einsetzen. Es könnte aber auch für laufende Wartungsmaßnahmen genutzt werden, um die Inspektionszeiten zu verkürzen. Der Drohnenüberflug soll 10 bis 15 Minuten dauern, während eine klassische Sichtprüfung mindestens zwei Stunden in Anspruch nimmt. (Foto: Airbus)

Test der neuen Drohne
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Airbus führt derzeit Tests mit einem A330 durch, um die Methode zu überprüfen. Später soll sie auch bei anderen Flugzeugen eingesetzt werden. Auf der Airshow in Farnborough wurde die Inspektion an einem A350 XWB gezeigt. (Foto: Airbus)

Auch auf der gerade zu Ende gegangenen Aero-Luftfahrtmesse in Friedrichshafen waren die immer beliebter werdenden zivilen Drohnen ein dominierendes Thema – wie auch die Debatte um den Umgang mit Verstößen, die sich oft aus Unwissen ergeben. Dabei sind die Fallzahlen insgesamt eher gering – auch im Umfeld von Flughäfen. Trotz weltweit zunehmender Zahlen von Sichtungen und Berichten über Beinahe-Kollisionen hat es am Himmel über Deutschland noch keinen Zusammenstoß zwischen einer Drohne und einem Flugzeug gegeben.

„Diese Premiere ist uns Gott sei Dank bisher erspart geblieben“, sagt Germout Freitag, der Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. „Meist sind es eh große Drohnen – die kleineren spielen in den Höhen kaum eine Rolle.“ Die offizielle Zahl hinke wohl hinter der öffentlichen Wahrnehmung etwas hinterher, meint er.

Das Luftfahrtbundesamt (LBA) – die zentrale Meldestelle für Störfälle bei deutschen Airlines im gewerblichen Luftverkehr – registrierte im Vorjahr 15 Meldungen zu Drohnen-Sichtungen und Beinahe-Zusammenstößen. Die Zahlen unterscheiden sich stark von denen der Deutschen Flugsicherung (DFS), weil die auch von Freizeit- oder anderen Piloten Störmeldungen aufnimmt, sofern sie dem Lotsen eine Sichtung melden.

Im Jahr 2015 wurden ihr bundesweit 14 Drohnen-Sichtungen gemeldet – im Jahr darauf mit 64 aber schon fast fünf Mal so viele. Allein 58 davon waren in der Nähe eines Flughafens. Das Positive: Bis Anfang Februar gab es bei der DFS überhaupt keine derartigen Sichtungen.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Drohnen über Deutschland: Schluss mit Wildwest am Himmel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man muss hier ganz klar einen Unterschied zwischen den typischen Drohnen und Idioten auf dieser Welt und Modellfliegern machen.

    Ich selber bin mit 20 Jahren seit gut 10 Jahren Modellflieger, sowohl im Flächenkunstflug, als auch im Copterbereich.

    Jedes kleine Vorkommnis, was durch unqualifizierte "Drohnenpiloten" vergangen wird, geht zu Lasten der Modellflieger.

    Diesen Flugverkehr einzuschränken hindert doch niemanden, der zuvor über sein Haus fliegen konnte, dass in Zukunft sein zu lassen.
    Kontrolliert werden dann eh nur die Flugplätze der ordentlichen Modellflieger.

    Nur weil ein paar schwarze Schafe mit ihren Quadrocopter über die Autobahn oder Menschenmassen fliegen...oder sogar wie aktuell im Hamburger Fernsehturm hängen bleiben..., wird der Modellflug an sich eingeschränkt.

    Seien wir doch ehrlich: In diesem Bereich wird eins schwarzes Schaf ein schwarzes Schaf bleiben.
    Keiner wird sein mindestens 1000 EUR teures Equipment verkaufen, nur weil irgendjemand eine für den Laien kaum einschätzbare Maximalhöhe vorschreibt.

    Noch sind die Modellfluggelände ja angeblich verschont geblieben, allerdings wird das nicht so bleiben, wenn es weiterhin zu derartigen Vorfällen kommt.

    Zwar habe ich keine Lösung für das Problem, allerdings ist der aktuelle Ansatz meiner Ansicht nach der Falsche.

  • " Für Drohnen ab 250 Gramm oder wenn Geräte Töne und Bilder aufnehmen können, sind Flüge über Wohngrundstücken tabu. "

    Außer für "Sicherheits"behörden, die dürfen alles, denn sie sind für betreutes und gelenktes Leben von uns Bürgern zuständig.