Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

„Eurotarif“ Roaminggebühren sinken

Die Europäische Union hat die Mobilfunkbetreiber zur Senkung ihrer hohen Gebühren für Auslandsgespräche verpflichtet. Künftig müssen die Unternehmen ihren Kunden in allen 27 Mitgliedstaaten einen „Eurotarif“ anbieten.
  • Helmut Hauschild
Für viele Kunden wird die neue Regelung deutlich geringere Handygebühren bringen. Foto: dpa Quelle: dpa

Für viele Kunden wird die neue Regelung deutlich geringere Handygebühren bringen. Foto: dpa

(Foto: dpa)

LUXEMBURG. Der „Eurotarif“ sieht im ersten Jahr eine Preisobergrenze für Telefongespräche im Ausland von 49 Cent pro Minute zuzüglich Mehrwertsteuer vor. Bei angenommenen Anrufen liegt die Grenze bei 24 Cent plus Mehrwertsteuer pro Minute. Die Höchstpreise sinken im zweiten und dritten Jahr auf 46 und 43 Cent pro Minute beziehungsweise bei angenommenen Anrufen auf 22 und 19 Cent.

Die EU-Verordnung soll am 29. Juni in Kraft treten. Spätestens vier Wochen später müssen alle Mobilfunkanbieter ihren Kunden den neuen „Eurotarif“ anbieten. Die Kunden haben dann zwei Monate Zeit, sich für diesen oder einen anderen Tarif zu entscheiden. Äußern sie sich binnen dieser Frist nicht, werden sie danach automatisch auf den „Eurotarif“ umgestellt. Sie können aber auch weiterhin einen anderen Tarif etwa für Geschäftskunden wählen, wenn dieser für sie günstiger ist.

Für viele Kunden bringt die Regelung deutlich geringere Handygebühren. In der Vergangenheit hatten die Preise für Mobiltelefonate im Ausland bis zu zwei Euro pro Minute betragen. Allerdings haben einige Unternehmen ihre Tarife schon vor Verabschiedung der EU-Verordnung deutlich gesenkt.

Es ist das erste Mal, dass die EU direkt per Gesetz in die Preisgestaltung auf einem Endkundenmarkt eingreift. Die Mobilfunkunternehmen hatten dies heftig kritisiert. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verteidigte die Roamingverordnung. „Die Interessen der Verbraucher kommen für mich vor den Interessen der Industrie“, sagte Glos. Er warf den Unternehmen vor, sie hätten den Wettbewerb ausgeschaltet. „Ich bin enttäuscht, dass es eines Gesetzes bedarf, um eine Preissenkung durchzusetzen, die der Wettbewerb hätte erzwingen müssen“, kritisierte er die Branche.

Die EU-Kommission erhofft sich von der Senkung der Roaminggebühren, den Nutzen Europas für die Bürger zu verdeutlichen. Die Verordnung durchlief in der Rekordzeit von zehn Monaten das Gesetzgebungsverfahren. EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding drohte den Mobilfunkunternehmen, auch die Preise für SMS-Dienste gesetzlich zu regeln, sollte die Branche sie nicht freiwillig in den nächsten 18 Monaten senken.

Startseite
Serviceangebote