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Fischertechnik 3D-Drucker aus dem Baukasten

FDM-Druck basiert auf geschmolzenem Plastik. Umso erstaunlicher ist ein neuer Baukasten von einem Unternehmen, das für seine Plastik-Baukästen bekannt ist.
Foto: Fischertechnik
3D-Drucker Modell aus dem Baukasten

Foto: Fischertechnik

Fischertechnik hat auf der Spielwarenmesse 2016 in Nürnberg ein Baukasten-Set für einen 3D-Drucker nach dem FDM-Prinzip vorgestellt. Beim FDM-Druck wird Plastik in Fadenform (Filament) durch eine Heizdüse gepresst. Das geschmolzene Plastik wird dann Schicht für Schicht aufgetragen, so entsteht ein dreidimensionales Objekt.

Ausgerechnet Plastikteile als Baumaterial für einen 3D-Drucker zu nehmen, erscheint daher ein wenig abwegig. Die Konstrukteure von Fischertechnik waren nach eigener Aussage selbst überrascht, dass es mit ihren eigenen Bausteinen funktionierte. Allerdings kommt der Bausatz doch nicht ganz ohne Metallteile aus. Die Rahmenkonstruktion besteht aus Aluprofilen.

Der zusammengebaute Drucker besitzt einen Druckraum von circa 15 x 10 x 8 cm, die Heizdüse einen Durchmesser von 0,5 mm. Die minimale Schichthöhe soll bei 0,1 mm liegen. Angaben zur Positionierungsgenauigkeit des Druckkopfes fehlen.

Ein beheizbares Druckbett fehlt, Fischertechnik empfiehlt nur den Einsatz von PLA-Filament mit 1,75 mm Durchmesser. Während ein beheizbares Druckbett für viele Anwendungen verzichtbar ist, verwundert allerdings das Fehlen eines Ventilators am Druckkopf, um das Druckobjekt abzukühlen. Das kann die Druckqualität negativ beeinflussen.

Die Steuerungselektronik sowie alle erforderlichen elektrischen Bestandteile sind Teil des Bausatzes. Fischertechnik verzichtet dabei allerdings auf seine bekannten TX-Controller und setzt ein Controller-Board auf Basis eines Atmel-Mikrocontrollers ein. Eigenständig drucken kann das Gerät nicht, die notwendigen Steuerungskommandos (G-Code) erhält der Drucker per USB von einem angeschlossenen Computer. Fischertechnik will ein Programm für Windows zur Druckersteuerung beilegen.

Fischertechnik sieht den Baukasten nicht als Konkurrenz zu bestehenden 3D-Druckern. Vielmehr soll er ein funktionsfähiges Modell darstellen, um die Funktions- und Arbeitsweise eines solchen Druckers zu verstehen. Da die Basis des Druckers aus der klassischen Fischertechnik-Welt stammt, ist der Drucker mit anderen Modellen wie Fließband-Nachbauten kombinierbar.

Der Baukasten soll im Sommer zum Preis von rund 700 Euro erscheinen. Das Unternehmen will in den Farben der eigenen Bausteine auch selbst Filament anbieten.

  • Alexander Merz
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