Samsung Galaxy S9

Die neue Speerspitze des Herstellers Samsung soll vor allem durch ihre neue Kamera punkten.

(Foto: AP)

Galaxy S9 auf dem Mobile World Congress Das kann Samsungs Kamera mit Telefonanschluss

Über die Smartphones Galaxy S9 und S9+ sind vorab viele Details durchgesickert. Trotzdem ist die bombastische Präsentation von Samsung aufschlussreich.
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BarcelonaZum Auftakt der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) hat Samsung am Sonntagabend die neuen Spitzenmodelle Galaxy S9 und S9+ vorgestellt. Die wichtigsten Neuigkeiten und Hintergründe im Überblick.

Die Einladung

Was im Mittelpunkt stehen sollte, hatte Samsung schon mit der Einladung deutlich gemacht: „The Camera, reimagined“ stand darin – auf Deutsch also „Die Kamera, weitergedacht“. Dass der Konzern diesen Schwerpunkt setzt, verwundert nicht. Die Funktion ist vielen wichtig. So sagen 25 Prozent der deutschen Nutzer laut einer Bitkom-Umfrage, dass diese beim nächsten Smartphone-Kauf Priorität habe.

Die Bedeutung heben auch die Experten des Portals DxO hervor, dass Kameras testet und vergleicht: „Das Smartphone ist das wichtigste Aufnahmegerät für Milliarden von Hobby- und Gelegenheitsfotografen auf der ganzen Welt geworden“ – angesichts der großen Verbesserungen seien klassische Kameras damit fast überflüssig geworden. Angesichts der Entwicklung der letzten Jahre sind große Fortschritte allerdings schwierig geworden.

Die Situation

Die Veranstaltung in einem riesigen Kongresszentrum zeigt: Das Interesse an Samsung ist enorm. Knapp 5000 Leute wollten live einen Blick auf das neue Modell erhaschen. Der koreanische Konzern ist der größte Smartphone-Hersteller der Welt, er verkaufte nach Einschätzung des Marktforschers Gartner 2017 gut 321 Millionen Geräte. Allerdings sank der Absatz im wichtigen vierten Quartal erstmals, auch Samsung wurde weniger Geräte los als im Vorjahreszeitraum, vor allem weil die Nachfrage nach den Spitzenmodellen S8 und S8+ nachließ.

Der Markt ist und bleibt umkämpft. „2018 wird ein schwaches Jahr“, prognostiziert die Smartphone-Expertin Annette Zimmermann von Gartner. Denn Nutzer ersetzen ihre Geräte immer später, im Schnitt alle drei statt bislang zweieinhalb Jahre – das erschwert das Geschäft. Einen Impuls mit den neuen Galaxy-Modellen kann Samsung daher dringend gebrauchen.

Die Frage

Ein Großteil der Informationen über die neuen Spitzenmodelle waren schon Tage vor der Präsentation bekannt – vom Design, das im Wesentlichen den Vorjahresmodellen gleichen sollte, bis hin zur Tabelle mit den technischen Spezifikationen, die eine Kamera mit zwei Blenden aufführte. Am Tag der Ankündigung kursierte bei YouTube bereits das Werbevideo.

Und so stellte sich die Frage: Gibt es noch irgendwelche Neuigkeiten, die noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind, ob von Samsung bewusst gestreut oder über andere Wege durchgesickert? Und wie positioniert der Konzern das Gerät?

Die Präsentation

Wie zeigt man die Funktionen einer Kamera? Indem man sie vorführt. Und so filmte ein Samsung-Manager, wie ein Kollege Wasser in ein Glas goss – was in der Superzeitlupe deutlich spektakulärer aussieht, als es sich anhört. Er machte ein Selfie, woraus das Gerät ein individuelles Emoji erstellte, das seinen Gesichtsausdruck nachmachte. Und die Regie schaltete kurzzeitig das Licht aus, damit ein Galaxy S9 ein Foto machen konnte – als Beweis, dass es mit schlechter Beleuchtung klarkommt.

In einer weiteren Demonstration ging es um den virtuellen Assistenten Bixby: Marketingmanagerin Erin Willis zeigte, wie er eine spanische Speisekarte praktisch in Echtzeit ins Englische übersetzte. Als Datenbank dient Google Translate.

Die Ausstattung

Äußerlich ändert sich im Vergleich zu S8 und S8+ nicht viel, sieht man von der neuen Farbvariante Lila ab – der Bildschirm reicht also weiter fast bis an den Rand. Die Kameras von Galaxy S9 und S9+ können nun aber zwischen zwei Blenden (F/1,5 und F/2,4) umschalten und sich damit auf hell ausgeleuchtete Szenen wie auch auf dunkle Lichtverhältnisse einstellen. Sie verfügen über eine Zeitlupenfunktion, die 960 Bilder pro Sekunde aufnimmt.

Das Galaxy 9+ hat außerdem eine Doppelkamera, deren Bilder das S9 beispielsweise zusammensetzt, um Tiefenschärfe zu simulieren. Das Smartphone macht damit Bilder, die sonst nur mit einer Spiegelreflexkamera möglich wären. Auch Apple setzt beim iPhone auf dieses Verfahren, um die Qualität der Aufnahmen zu verbessern.

Der Preis

Zur Ausstattung jenseits der Kamera verloren die Samsung-Vertreter nicht viele Worte, abgesehen vom randlosen Display – im Konzernsprech Infinity Display – sowie den Lautsprechern, deren Fähigkeiten der Konzern mit lauten Videos zu illustrieren versuchte. Sie sollen mithilfe von Dolby-Technologie einen Raumklang ermöglichen. Wie bei der Kamera gilt: Was sie wirklich taugt, kann nur ein ausführlicher Test zeigen.

Wer die Ausstattungsdetails nachlesen will, kann das auf der Website des Konzerns tun. Die Geräte sollen am 16. März in den Handel kommen – das S9 ist ab 850 Euro verfügbar, das S9+ ab 950 Euro.

Die Einordnung

Eine Regel für die Selbstvermarktung lautet: „Rede über deine Stärken.“ Genau das tut Samsung nach Einschätzung der Analystin Annette Zimmermann vom Marktforscher Gartner. Der Konzern „stellt das in den Mittelpunkt, was er am besten kann“ – Hardware, insbesondere für Kameras. Hier sei er schon in den vergangenen Jahren einer der führenden Hersteller gewesen, wenn nicht der führende.

Die Fokussierung habe aber auch damit zu tun, dass die anderen Verbesserungen „relativ marginal“ seien, sagt Zimmermann: Am Design ändert sich wenig und die Verbesserungen bei Prozessor und Speicher versprechen im Alltag keine großen Unterschiede. Dabei könnte der Konzern durchaus etwas tun, um sich abzuheben. „Samsung ist bei virtuellen Assistenten im Vergleich zu Amazon und Google weit hinten“, sagt Zimmermann. „Da fehlt mir die Vision.“

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