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Gesundheit EKG-Funktion für die Apple Watch jetzt auch in Deutschland verfügbar

Apple hat die EKG-Funktion seiner Smartwatch für Deutschland freigeschaltet. Was das bedeutet und warum Nutzer im Zweifel zum Arzt gehen sollten.
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Die EKG-App ist nun auch für Deutschland freigeschaltet. Quelle: dpa
Apple Watch

Die EKG-App ist nun auch für Deutschland freigeschaltet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfApple hat am späten Mittwochabend die EKG-Funktion auf dem neuesten Modell seiner Smartwatch in 19 europäischen Ländern freigeschaltet, darunter auch in Deutschland. Um die EKG-App nutzen zu können, wird eine Apple Watch Series 4 mit der neuesten Betriebssystemversion watchOS 5.2 benötigt.

Während die Vorgängermodelle nur über einen optischen Pulssensor verfügen, besitzt das Series-4-Modell einen elektrischen Sensor auf der Unterseite des Gehäuses sowie eine in die Außenseite der digitalen Krone integrierte Elektrode. Startet ein Nutzer die EKG-App, wird er aufgefordert, seinen Finger auf die Krone zu legen und seinen Arm, auf dem er die Smartwatch trägt, ruhig zu halten.

Durch den geschlossenen Stromkreis können elektrische Impulse im Herzen gemessen werden. Daraus entsteht das, was Kardiologen einen „Rhythmusstreifen“ nennen. Die 30-sekündige Messung am Handgelenk soll vergleichbar sein mit einem echten 1-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG) beim Arzt. Die EKG-Daten landen in der Health-App auf dem iPhone und lassen sich von dort aus als PDF-Dokument exportieren, um sie beispielsweise mit einem Arzt zu teilen.

Herzrhythmus-Unregelmäßigkeiten sollen sich so erkennen lassen

Auch wenn die EKG-Funktionen nur auf der Apple Watch Series 4 verfügbar sind, lassen sich mit dem Update auf watchOS 5.2 auch mit allen Vorgängermodellen der Apple Watch Unregelmäßigkeiten beim Herzrhythmus – beispielsweise ein Vorhofflimmern – erkennen. Hierzu führt der optische Herzschlagsensor in unregelmäßigen Zeitabständen Hintergrundmessungen durch und schickt im Falle von Unregelmäßigkeiten Warnmittelungen an den Nutzer.

Bei Verdacht auf Vorhofflimmern wird innerhalb von 48 Stunden sechsmal gemessen. Sind fünf Messungen auffällig, generiert die App eine Warnung, die besagt, dass eventuell Vorhofflimmern vorliegt und ein Arzt konsultiert werden sollte.

Die Herzrhythmus-App kam auch in der Apple Heart Studie (AHS) mit rund 420.000 Teilnehmern zum Einsatz, die mit der Stanford University durchgeführt wurde und deren Ergebnisse Mitte März bei der Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC 2019) vorgestellt wurden.

Eines der Ergebnisse: Nur 0,5 Prozent der Teilnehmer erhielten einen Warnhinweis über einen unregelmäßigen Herzrhythmus. Zuvor hatte es Bedenken gegeben, die Apple Watch könne möglicherweise zu viele Warnhinweise senden. Allerdings lag das mittlere Alter der Studienteilnehmer bei knapp über 40 Jahren – ein Alter, in dem Vorhofflimmern noch vergleichsweise selten auftritt.

Genauso wie die Herzrhythmus-App wurde auch die EKG-App der Apple Watch klinisch getestet, bevor sie die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA sowie die CE-Kennzeichnung für den Europäischen Wirtschaftsraum erhielt. An einer Validierungsstudie nahmen Apple zufolge 600 Probanden teil, die Hälfte davon mit Vorhofflimmern.

Kein Erkennen von Herzinfarkten und Schlaganfällen

Im Vergleich zu einem Zwölf-Kanal-EKG, das durch einen Kardiologen durchgeführt wurde, erreichte die EKG-App der Apple Watch dem Unternehmen zufolge eine Sensitivität von 98,3 Prozent und eine Spezifität von 99,6 Prozent.

Die Sensitivität eines diagnostischen Testverfahrens gibt an, bei welchem Prozentsatz erkrankter Patienten die jeweilige Krankheit durch die Anwendung des Tests tatsächlich erkannt wird, also ein positives Testresultat auftritt. Die Spezifität eines diagnostischen Testverfahrens gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, im Test auch als gesund erkannt werden. Insgesamt war bei 88 Prozent der Probanden das EKG auswertbar. Ein Sinusrhythmus – der regelmäßige Herzschlag des Menschen – wurde in 90,6 Prozent der Fälle korrekt erkannt.

Apple warnt allerdings: Besorgniserregende EKG-Messungen sollten in jedem Fall von einem Arzt geprüft werden. Zudem weist der Konzern darauf hin, dass die EKG-App keine Herzinfarkte, Blutgerinnsel, Schlaganfälle oder andere herzbedingte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, einen hohen Cholesterinspiegel oder andere Formen von Herzrhythmusstörungen erkennen könne.

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