Google lässt Sicherheitslücke offen Millionen Android-Smartphones gefährdet

Auf Millionen von Smartphones kommen alte Android-Versionen zum Einsatz. Nutzer mit diesen Geräten sollten künftig genau aufpassen, welche Apps sie nutzen: Google will eine gravierende Sicherheitslücke nicht schließen.
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Smartphone-Nutzer entspannen sich: Viele Android-Geräte sind angreifbar. Quelle: AFP

Smartphone-Nutzer entspannen sich: Viele Android-Geräte sind angreifbar.

(Foto: AFP)

Mountain ViewGoogle wird eine gravierende Sicherheitslücke in älteren Versionen seines Smartphone-Betriebssystem Android nicht mehr schließen. Die Lücke betrifft Android 4.3 oder älter und damit schätzungsweise 60 Prozent aller Android-Geräte, die aktuell verwendet werden. Die Zahl der Betroffenen sinke „jeden Tag, je mehr Leute ein Upgrade vornehmen oder ein neues Gerät bekommen“, schrieb Google-Entwickler Adrian Ludwig in einem Blogeintrag. Das Statement von Ludwig wurde am Wochenende von Google als offizielle Position des Unternehmens bestätigt.

Die Sicherheitslücke klafft in dem bis Android 4.3 genutzten Standard-Browser von Android, weil die darin verwendete Webview-Technologie fehlerhaft ist. Der Fehler erlaubt es beispielsweise Angreifern, an die Daten zu gelangen, die ein Nutzer bei anderen Webseiten gespeichert hat. Anwender können den alten Browser an dem blauen Weltkugel-Symbol erkennen.

So schmeckt Googles Lollipop
Vorstellung von Android Lollipop
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Die Lutscher auf dem Tisch sind kein Zufall: Google benennt die Android-Versionen nach Süßigkeiten. Nach Kitkat kommt nun Lollipop. Der Konzern stellte das Update Ende Oktober vor, nun steht es für immer mehr Geräte zur Verfügung.

Android-Tablet Nexus 9
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Die meisten Nutzer können das Update nicht selbst aufspielen – die Gerätehersteller müssen die Software in der Regel erst anpassen. Eine Ausnahme sind die Nexus-Geräte, die Android pur. Von vornherein mit Version 5.0 ausgeliefert wird etwa das Tablet Nexus 9, das HTC im Auftrag von Google herstellt...

Vorstellung des Nexus 6
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... sowie das Nexus 6 von Motorola. Nutzer anderer Geräte mussten dagegen Geduld haben, die Hersteller brauchten etliche Wochen, um die Software anzupassen. Anfang Februar lief Version 5.0 laut einer Google-Statistik nur auf 1,6 Prozent aller Android-Smartphones.

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Schlicht und aufgeräumt: Google hat mit Android 5.0 eine neue Designsprache eingeführt – das Unternehmen spricht von „Material“-Design.

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Die klaren Formen des Designs – hier in der Kalender-App – sollen sich durchs ganze Betriebssystem ziehen und künftig auch in den Apps anderer Entwickler zu finden sein.

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In den Google-Apps ist das neue Design bereits in Reinform zu sehen – hier der Taschenrechner.

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Benachrichtigungen sind in übersichtlichen Kacheln auf dem Sperrbildschirm zu sehen. Mit einer Fingergeste öffnen Nutzer ihr Adressbuch oder starten die Kamera. Der Sperrbildschirm lässt sich allerdings nicht mehr mit Widgets frei gestalten.

Doch auch andere Apps setzen die unsichere Webview-Komponente ein – etwa zur Darstellung von Werbebannern – und vergrößern so das Risiko eines Angriffs. In Android wurde der unsichere Webbrowser mit der Version 4.4 ausgetauscht. Auch die neuste Version 5.0 ist nicht betroffen.

Ludwig empfahl den betroffenen Anwendern, auf einen sicheren Webbrowser (Firefox oder Chrome) umzusteigen. Allerdings werden dadurch die Lücken in anderen betroffenen Apps nicht geschlossen. Google steht seit Wochen in der Kritik von Sicherheitsexperten, die nicht nachvollziehen können, warum das Unternehmen mehrere hundert Millionen Android-Geräte einem erhöhten Risiko aussetzt.

  • dpa
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