Handy 2.0 Das Geld wird mobil

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Etliche Insellösungen für kleines Geld, bei denen dann auch noch nach Umsatz, digitalen und nicht-digitalen Gütern differenziert wird - der Nutzer also zunächst überlegen muss, ob er mit seinem Handy zahlen kann oder nicht -, prägten bisher das Bild. "Wer sich für jeden Parkschein, jedes Ticket, jedes Logo oder jeden Klingelton eigens registrieren muss, verliert schnell die Lust daran", weiß Horster.

Die Telekom zäumt das Pferd von einer anderen Seite auf. Der Konzern arbeitet bei seinem Angebot "Call & Pay Flexible" mit dem Telemetriespezialisten Peaches zusammen. Das Unternehmen hat eine Fernsteuerung für Automaten entwickelt. Ein sogenanntes Telemetriemodul im Automaten meldet Störungen, zeigt an, wenn Waren ausverkauft sind und ermöglicht nun auch das Bezahlen mit dem Handy.

Zunächst wird man damit an Automaten auf Bahnhöfen seinen Schokoriegel zahlen können. Dafür muss nur eine Nummer gewählt werden, woraufhin der Automat dank des Telemetriemoduls Warengruppe und Preis erkennt. Abgerechnet wird über die Festnetzrechnung der Telekom. "Hierbei spielt es keine Rolle, aus welchem Mobilfunknetz der Kunde kommt, was ein Vorteil ist", sagt Pousttchi.

Weiterer Vorteil: Dadurch, dass die Bezahllösung zusammen mit dem Telemetriemodul angeboten wird, gebe es für die Automatenbetreiber zusätzlich einen Anreiz, die neue Lösung auszuprobieren, glaubt Pousttchi. Immerhin gibt es in Deutschland gut eine Million Warenautomaten, die theoretisch nachgerüstet werden könnten. Für Betreiber ist das womöglich kein schlechtes Geschäft. "Mit M-Payment ist einerseits der Kunde im Vorteil, der am Automaten nicht mehr mit dem lästigen Kleingeld hantieren muss, und der Automatenbetreiber hat zufriedenere Kunden und Mehrumsatz", sagt Markus Gurlitt, Geschäftsführer von Peaches. Bis Ende des Jahres erwartet er, dass die Hälfte aller Warenautomaten auf deutschen Bahnhöfen mit seinem System ausgestattet sein werden.

"Dies ist eines der spannendsten Anwendungen, die auf Unterhaltungs- und Dienstleistungsautomaten ausgedehnt werden kann. Gerade auch im öffentlichen Nahverkehr sehe ich große Potenziale", sagt Pousttchi. So könne das Bezahlen von Tickets mit der neuen Technik vereinfacht werden. "Entscheidend für den Erfolg des Verfahrens ist jedoch", so Pousttchi, dass rasch weitere Einsatzmöglichkeiten folgen, sonst wird M-Payment weiterhin nur ein exotisches Experiment bleiben.

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