HP Sprocket im Test Der Selfie-Drucker fürs Smartphone

Hewlett-Packard hat das Polaroid-Prinzip ins Smartphone-Zeitalter übertragen: Der handliche Drucker Sprocket bannt Selfies und andere Schnappschüsse auf Papier - auch unterwegs. Das Prinzip hat aber einen Nachteil.
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Vom Smartphone auf Papier in 40 Sekunden: Sprocket kann auch unterwegs Fotos ausdrucken. Quelle: Christof Kerkmann / handelsblatt.com
Fotodrucker Sprocket

Vom Smartphone auf Papier in 40 Sekunden: Sprocket kann auch unterwegs Fotos ausdrucken.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)

DüsseldorfKlicken und gucken: Dieses Prinzip verschaffte Polaroid Weltruhm. In Zeiten, in denen die Entwicklung analoger Filme meist mehrere Tage dauerte, boten die Sofortbilder des Kameraherstellers den Reiz des Spontanen, trotz qualitativer Mängel. Bis die digitale Fotografie aufkam und dem Unternehmen die Geschäftsgrundlage nahm.

Klicken und gucken, das kann heute jeder. Doch einige Unternehmen wollen das Polaroid-Prinzip fürs digitale Zeitalter anpassen. Zum Beispiel Hewlett-Packard. Mit dem Sprocket hat der amerikanische Konzern einen handlichen Drucker auf den Markt gebracht, der auch auf der Gartenparty oder im Urlaub Smartphone-Fotos auf Papier bannt. Der Handelsblatt-Test zeigt: Das Gerät hat einige Schwächen, macht aber trotzdem Spaß.

Damit der Sprocket immer dabei sein kann, komprimiert HP die Technik enorm. Das Gerät ist ungefähr so groß wie ein externer Smartphone-Akku und wiegt ähnlich viel. Es passt somit bequem in die Jacke oder Handtasche. Das Fotopapier liegt in einem Fach, das sich mit einem Griff öffnen lässt, zehn Blätter lassen sich dort einfüllen.

Das Gerät kommt ohne Tinte aus: HP nutzt die Technik des Herstellers Zink Imaging, bei der die Farbpigmente sich bereits im Papier befinden. Der Drucker erhitzt es nach einem ausgeklügelten Verfahren mit kurzen Impulsen und lässt so die drei Farben erscheinen, mit denen sich das gesamte Spektrum abbilden lässt. Die Firma wurde übrigens 2005 von Polaroid abgespalten.

Das Verfahren ist – ähnlich wie beim Vorbild – nicht ganz billig: Das Gerät kostet online derzeit rund 110 Euro, für 20 Blatt Papier verlangt der Hersteller rund 10 Euro, also 50 Cent pro Aufnahme. Zum Vergleich: Günstige Ausdrucke von Smartphone-Bildern gibt es schon für weniger als 10 Cent. Allerdings muss man dafür auch ins Fotogeschäft oder in die Drogerie fahren.

Gesteuert wird der Taschendrucker mit einer App für iOS oder Android, die die Daten per Bluetooth ans Gerät funkt. Sie greift nicht nur aufs Fotoalbum zu, sondern kann auch Aufnahmen aus sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram sowie aus dem Google-Profil laden. Selfies müssen also nicht digital bleiben.

Im Vergleich zur Polaroid-Kamera bietet der Sprocket-Drucker einen großen Vorteil: Nutzer können die Fotos bearbeiten. So lassen sich mit Schiebereglern Werte wie Helligkeit, Kontrast und Farbe einstellen. Instagram-Freunde können mit Filtern die Aufnahme wahlweise alt, schwarz-weiß oder verwaschen erscheinen lassen. Und Snapchat-Fans montieren Brillen, Kussmünder und Herzen ins Bild, oder sie kritzeln einfach drauf.

Der Drucker für die Hosentasche
Drucker zum Mitnehmen
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Der Fotodrucker Sprocket ist kaum größer als ein Smartphone und wiegt auch nicht mehr. Daher lässt er sich bequem zu einem Tag im Park oder einer Party mitnehmen.

Drucker in Aktion
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Von digital nach analog in 40 Sekunden: Der Drucker belichtet die Fotos und schiebt sie aus einem kleinen Schlitz am unteren Ende heraus. Der ganze Vorgang dauert nicht lange.

Ausdrucke im Vergleich
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Die Spontaneität hat allerdings Nachteile. Mit einem Format von 5 x 7,6 Zentimetern sind die Sprocket-Fotos deutlich kleiner als klassische Ausdrucke, zum Beispiel aus der Drogerie oder dem Fotogeschäft. Zudem ist die Qualität durchwachsen.

Drucker von innen
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Der Drucker nutzt keine Tintenpatronen, sondern vorbearbeitetes Papier: Es enthält Farbpixel, die das Gerät mit gezielter Hitzeeinwirkung aktiviert. Das Verfahren stammt von der Firma Zink Imaging.

Fotopapier zum Nachladen
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Das Papier verkauft Hewlett-Packard in 20er-Packungen für rund zehn Euro - pro Foto werden also 50 Cent fällig. Damit ist das Verfahren ähnlich teuer wie Polaroid.

Originalfoto mit schlafenden Hunden
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Mit der Sprocket-App lassen sich die Bilder schnell bearbeiten. Dieses Originalfoto zweier schlafender Hunde diente als Grundlage...

Schwarz-Weiß-Filter
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... zum Beispiel für ein Schwarz-Weiß-Bild. Die App enthält mehrere Filter, die Nutzer mit wenigen Klicks über die Aufnahme legen können.

Nicht zuletzt taugen die Ausdrucke als improvisierte Geburtstagskarten, die sich mit einem eigenen Schriftzug versehen und gleich am Geschenk anbringen lassen – die Rückseite der Fotos ist mit einer Abziehfolie versehen und wie bei Stickern selbstklebend. Das leicht modifizierte Prinzip lautet also: Klicken, bearbeiten, gucken.

Fürs Fotoalbum eignen sich die Ausdrucke allerdings nur bedingt. Das liegt zum einen am Format, das mit 7,6 x 5 Zentimetern kaum mehr als halb so groß ist wie die kleinste Größe im Fotogeschäft. Zum anderen lässt die Qualität zu wünschen übrig. Farbe und Kontrast fallen im Vergleich zu herkömmlichen Fotos ab, selbst bei billigen Ausdrucken aus der Drogerie.

Doch bei diesem Gerät geht es nicht um Hochglanz, es geht um Spaß. Auf einer Gartenparty hat es sich als beliebtes Gadget erwiesen. In Zeiten der Digitalfotografie ist es immer noch reizvoll, ein Bild in die Hand zu nehmen – oder als Andenken nach Hause. Gerade Kinder können sich dafür begeistern, zumal sich die Ausdrucke dank der Kleberückseite als Sticker nutzen lassen. Auch für Basteleien eignen sie sich, etwa um eine Geburtstagskarte aufzuhübschen.

Fazit: Partyspaß für 50 Cent

Wer hohe Ansprüche an seine Fotos stellt, wird am Sprocket keine Freude haben. Wer aber gelegentlich bei einer Party oder auf einer Reise schnell Smartphone-Schnappschüsse ausdrucken will, ist mit dem Gerät gut bedient – wenn er denn bereit ist, 50 Cent pro Aufnahme zu zahlen.

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