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IT-Sicherheit Berliner Hacker warnen vor Handy-Sicherheitsleck

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Bundesverband sieht Handlungsbedarf für Telekomkonzerne

Nohl hat nach eigenen Aussagen die beiden weltweit am meisten verwendeten Verschlüsselungs-Algorithmen für mobile Daten entschlüsselt. Betroffen von der Sicherheitslücke könnten also Hunderte Millionen von Handynutzern sein. Zudem verwenden Industriesteuerungsanlagen, Mautsysteme und andere Anlagen das GPRS-Netz und könnten damit ausspioniert werden.

Doch Nohl selbst will gar nicht spionieren - sondern auf Sicherheitslücken hinweisen und so potenzielle Kunden auf seine Sicherheitsfirma aufmerksam machen. Er warnt: „Wenn wir dazu in der Lage sind, können es möglicherweise andere Organisationen wie Geheimdienste oder Verbrechersyndikate auch.“ Den Dachverband der Mobilfunker, die GSMA, hat Nohl bereits über seine Entdeckung informiert. Gestern Abend hat er seine Entdeckung dem Chaos Computer Club vorgestellt. Nohl ist bereits bekannt dafür, eine Software entwickelt zu haben, mit der er Handy-Telefonate abhören kann.

Bernd Klusmann, Mobilfunk-Experte des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, sieht durch Nohls neueste Entdeckung Handlungsbedarf für die Telekomkonzerne. „Mit der Entschlüsselung von Mobilfunkdaten wird der Druck auf die Branche erhöht, stetig an der Umsetzung neuer Sicherheitsstandards zu arbeiten“, so Klusmann. Die vier deutschen Konzerne Deutsche Telekom, O2, Vodafone und E-Plus reagierten auf Anfrage zurückhaltend. Die Telekom erklärte, ihre Netze seien bereits für einen neuen Verschlüsselungs-Algorithmus vorbereitet, GEA 3. Nohl sagte, die Daten dieses Standards seien für ihn zwar prinzipiell auch lesbar, „nur sehr viel schwieriger“ zu entschlüsseln. O2 empfiehlt Kunden mit höchsten Sicherheitsansprüchen zusätzliche Maßnahmen.

Karsten Nohl im Porträt
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