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Küchengadget Gourmetpilot im Test Steak braten? Es gibt eine App dafür!

Smartphone statt Kochbuch: Der Gourmetpilot soll Hobbyköchen zum perfekten Steak oder Risotto verhelfen. Sensoren überwachen die Lebensmittel in der Pfanne, die App gibt Anweisungen. Die Diät fällt jedoch eintönig aus.
Der Sensor soll dabei helfen, Fleisch oder Gemüse auf den Punkt zuzubereiten.
Gourmetpilot

Der Sensor soll dabei helfen, Fleisch oder Gemüse auf den Punkt zuzubereiten.

Wer gerne, aber selten kocht, kennt das Problem: Das Steak wird schon mal etwas zäh, das Risotto brennt an und das Spiegelei ist nicht ganz durchgebraten. Erfahrung lässt sich eben nicht so leicht ersetzen. Dass es durchaus möglich ist, will das deutsche Start-up Cuciniale zeigen. Es hat ein Gerät namens Gourmetpilot entwickelt, das mithilfe von Sensoren Fleisch, Reis und andere Lebensmittel beim Kochen oder Braten analysiert. Die App zeigt dem Hobbykoch dann die nächsten Schritte an, bis das Essen mundgerecht gegart ist.

Die Firma vom Bodensee macht vollmundige Versprechen: „Speisen auf Profiniveau“, und zwar mit Gelinggarantie. Auch schwierige Gerichte werden „zauberhaft einfach auf den Punkt gegart“. Kann ein Gerät für rund 150 Euro tatsächlich dabei helfen, ein Essen wie im Restaurant zu zaubern? Wir haben die Pfanne geschwungen – und festgestellt, dass auch bei Küchengadgets nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.

Das Navi für Hobbyköche
Kochsensor Gourmetpilot
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Der Gourmetpilot soll Hobbyköche durch die Zubereitung des Steaks lotsen – der Sensor misst Werte wie Temperatur und Wassergehalt, die App gibt die Anweisungen.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)
Rezeptauswahl
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„Was möchten Sie zubereiten?“, fragt die App. Die Auswahl ist allerdings nicht so üppig, kostenlos mitgeliefert werden nur vier Anleitungen, 19 weitere gibt es für einen satten Aufpreis.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)
Gepfefferte Steaks
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Am meisten hilft der Gourmetpilot von Cuciniale bei Steaks: Sie sind am Ende meist zu zäh oder noch zu roh – eine Anleitung kann helfen, das Fleisch auf den Punkt zuzubereiten.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)
Bräunungsgrad in der App einstellen
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In der App können Köche beispielsweise Bräunungs- und Gargrad einstellen – in diesem Fall soll das Steak außen dunkel, innen aber medium sein.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
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Die App gibt Schritt für Schritt vor – bevor es losgeht, muss etwas Öl in die Pfanne. Die Spitze des Sensors wird dort hineingelegt.

Hitze wird ermittelt
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Auf diesem Wege ermittelt das Gerät die Hitze und lernt gleichzeitig die Eigenschaften des Herdes kennen – das hilft, um das Fleisch passend zu braten.

Anweisungen in der App
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Die App gibt vor, auf welche Stufe man den Herd einstellen muss. Auch die Dauer wird genau vorgegeben. Den jeweiligen Schritt muss man mit einer Berührung der Kochmütze bestätigen. Im Test stürzte die Anwendung allerdings einige Male ab.

Der Sensor sieht auf den ersten Blick aus wie ein Bratenthermometer: Er besteht aus einem eckigen Plastikgehäuse, in dem ein Metallstab steckt. Im Inneren befinden sich Fühler, die nicht nur die Temperatur messen, sondern auch Eiweiß-, Fett- und Wassergehalt von Lebensmitteln. So lässt sich beispielsweise leicht überprüfen, wann die Pfanne die richtige Temperatur hat, um das Steak reinzulegen. Oder wie lange ein Stück Fleisch noch brutzeln muss. Die Daten funkt der Stab per Bluetooth aufs Smartphone oder Tablet, wo die App sie verarbeitet und Anweisungen gibt.

Dieses Prinzip funktioniert im Idealfall. Bevor wir zwei Steaks braten, stellen wir zunächst ein, um was für einen Herd es sich handelt. Dann teilen wir der App mit, wie dick das Fleisch ist (unter 1,5 Zentimeter), wie braun es außen sein soll und welchen Gargrad zwischen „rare“ und „well done“ wir uns wünschen. Der Gourmetpilot lässt uns zunächst die Pfanne ordentlich vorheizen und lotst uns dann durch den Prozess. Nach zehn Minuten haben wir perfekt gegarte Steaks – ohne probieren zu müssen.

Wenn die App beim Anbraten abstürzt

Am meisten hilft der Gourmetpilot von Cuciniale bei Steaks: Sie sind am Ende meist zu zäh oder noch zu roh – eine Anleitung kann helfen, das Fleisch auf den Punkt zuzubereiten. Quelle: Christof Kerkmann / handelsblatt.com
Gepfefferte Steaks

Am meisten hilft der Gourmetpilot von Cuciniale bei Steaks: Sie sind am Ende meist zu zäh oder noch zu roh – eine Anleitung kann helfen, das Fleisch auf den Punkt zuzubereiten.

(Foto: Christof Kerkmann / handelsblatt.com)

Beim Test ist es allerdings nicht immer so glatt gelaufen. Denn die verwendete App fürs iPhone hat einige Schwächen aufgewiesen. So brach der Vorgang einmal ohne nachvollziehbare Gründe ab, so dass die herkömmliche Methode herhalten musste (mit durchaus akzeptablem Ergebnis). Auch wenn man während des Bratens eine andere Anwendung aufruft und dann zurückwechselt, kann die App abstürzen. Die Gelinggarantie ist damit hinfällig.

Wer angesichts der Werbung glaubt, so vielfältig kochen zu können wie Rach, Mälzer oder Witzigmann, der wird ebenfalls enttäuscht sein. Denn das Angebot an Rezepten ist mager. Zum Testzeitpunkt werden gerade mal vier Anleitungen kostenlos mitgeliefert – neben dem Steak für Brokkoli oder Blumenkohl, Röstis und Nudeln. Wohlgemerkt: Es geht nur um das Garen, Rezepte beispielsweise für Soßen sind nicht enthalten.

19 weitere Anleitungen bietet die Firma für je 4,99 Euro oder zusammen 170 Euro an (auch zukünftige Kochprozesse sollen in diesem „Premium Bundle“ enthalten sein). Auch darunter sind Aufgaben, für die man nicht viel Erfahrung benötigt, etwa „Wurst erhitzen“, „Eier braten“ oder auch „Reis kochen“. Für den Preis eines Rezeptes bekommt man im Ausverkauf durchaus ein ordentliches Kochbuch.

Fazit: Magerkost statt Gourmetmahl

Der Gourmetpilot hält nicht, was er verspricht. Mithilfe der Anleitung lassen sich zwar perfekte Steaks braten, allerdings sind die anderen Rezepte trivial oder teuer. Für 150 Euro ist das eindeutig zu wenig. Vielleicht ist Cuciniale zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um die App und die Rezepte weiterzuentwickeln: Das Start-up will seine deutlich teurere vollautomatische Kochplatte an große Elektronikhersteller vermarkten – der Gourmetpilot soll die nötige Aufmerksamkeit bringen.

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