Leit-Artikel Fensterputzroboter Winbot Stark gegen Staub, schwach gegen Vogeldreck

Durchblick ohne Zeitverschwendung: Das verspricht der Fensterputzroboter Winbot 710. Tatsächlich sorgt das Gerät für mehr Sauberkeit. Der Test zeigt aber: Ganz ohne Handarbeit geht es auch mit elektronischer Hilfe nicht.
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Der elektrische Meister Proper im Einsatz: Handelsblatt-Redakteur Joachim Hofer hat den Fensterputzroboter Winbot 710 ausprobiert. Quelle: Joachim Hofer

Der elektrische Meister Proper im Einsatz: Handelsblatt-Redakteur Joachim Hofer hat den Fensterputzroboter Winbot 710 ausprobiert.

MünchenMeine Frau sagt: „Das Ding ist super.“ Ich sage: „Aber da sind noch Schlieren an den Fenstern.“ Sagt sie: „Die hat’s auch, wenn du geputzt hast.“ Da hat sie Recht.

Daher vorneweg: Der Fensterputzroboter Winbot ist fabelhaft für all jene Menschen, die partout keine Lust haben, die Scheiben zuhause selbst zu reinigen. Und die es nicht stört, wenn das Ergebnis nicht ganz perfekt ist. Einen guten Blick verschafft der Apparat allemal.

Doch der Reihe nach: Das Gerät sieht aus wie ein etwas zu groß geratenes Waffeleisen. Genauso einfach wie ein Waffeleisen ist der Roboter auch in Gang zu setzen.  Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung, ein paar Spritzer Fensterputzmittel auf ein Mikrofasertuch, dann das Gerät auf die Scheibe gesetzt.

Ein paar Sekunden später hat sich das fleißige Helferlein festgesaugt, lässt seine Kunststoffketten rattern und legt kreuz und quer los, bis jeder Zentimeter vom Staub des Sommers befreit ist. Bei größeren Fenstern kann das schon einmal einige Minuten dauern. Anschließend ertönt ein freundliches Piepsen, und der Winbot steht für den nächsten Einsatz zur Verfügung.

In Prospekt schreibt Hersteller Ecovacs: „Wir sind sicher, dass Ihr neu erworbenes Gerät Ihnen helfen wird, wertvolle Zeit für schöne Dinge zu gewinnen, während Sie Ihr Haus sauber halten.“ Das freilich ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Roboter nimmt dem geneigten Nutzer nicht alle Arbeit ab. Nach wie vor müssen die Rahmen per Hand gereinigt werden.

Damit nicht genug: Eine Scheibe muss mindestens 60 cm auf 46 cm messen, damit der Winbot überhaupt loslegen kann. Zudem kapituliert er vor fiesem Dreck wie Vogelkacke. Den verschmiert die Maschine gegebenenfalls in dauerndem Kreisen lustvoll und ohne Ende.

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