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Leit-Artikel Geneva World Radio DAB+ Der musikalische Schönling

Das World Radio DAB+ erfüllt das Klischee eines Schönlings: Hübsch anzusehen, aber nicht so schlau. Die technischen Möglichkeiten sind beschränkt, in unserem Test punktet das Gerät aber mit anderen Dingen.
31.07.2013 - 11:41 Uhr 5 Kommentare
Der Klang des Radios ist angenehm, er füllt auch ein großes Wohnzimmer aus. Quelle: Christof Kerkmann

Der Klang des Radios ist angenehm, er füllt auch ein großes Wohnzimmer aus.

Weltempfänger sind aus der Mode gekommen. Wer hören will, was in der Ferne passiert, braucht heute nur noch einen Rechner mit passablem Internet-Anschluss – tausende Sender werden per Livestream übertragen. Trotzdem richtet der schweizerische Hifi-Hersteller Geneva eine Hommage an den Fernfunk früherer Zeiten: Sein neues WorldRadio DAB+ soll Alt und Neu verbinden, ein Weltempfänger 2.0 sein. Unser Test zeigt aber: Der Name verspricht mehr, als das Gerät hält.

Den ersten Wow-Effekt erzielt das World Radio schon, bevor ein Ton erklingt: Das Design ist schlicht und funktional – richtig schick sieht das silberfarbene Gehäuse aus (Geneva bietet das Gerät auch in rot und in schwarz an). Die Bedienung ist simpel: Am eleganten Rädchen links schaltet man das Radio ein und regelt die Lautstärke, am Rädchen rechts stellt man den Sender ein. Und auf dem druckempfindlichen Bildschirm in der Mitte wählt man die Quelle.

Die ausziehbare Antenne deutet an: Hier geht es nicht nur digital zu. Denn das Gerät spielt klassische UKW-Sender ab, die ich über das elegante Rädchen an der rechten Seite einstelle, ganz wie es früher üblich war. Einen Suchlauf gibt es aber ebenso wenig wie einen internen Speicher, so dass ich die Frequenzen meiner Lieblingsstationen auswendig können oder auf einem Zettel neben dem Gerät notiert haben muss. Das ist mir angesichts eines Preises von 350 Euro zu retro.

Beim Digitalradio DAB+, das der Schönling ebenfalls beherrscht, ist die Bedienung komfortabler: Nach einem Scan werden alle verfügbaren Stationen in alphabetischen Liste angezeigt. Die Auswahl in Nordrhein-Westfalen ist aber leider mäßig. Gerade mal 23 Programme gibt es derzeit, ein halbes Dutzend davon bekomme ich auch über UKW. Die Verbraucherzentrale NRW rät sogar davon ab, sich ein Digitalradio mit DAB+ anzuschaffen. In anderen Bundesländern ist der Ausbau allerdings schon weiter vorangeschritten, Berlin hat 33 Programme, Bayern 64.

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    5 Kommentare zu "Leit-Artikel Geneva World Radio DAB+: Der musikalische Schönling"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Kerkmann,

      > In unserer Rubrik stellen wir ja unterschiedliche
      > Geräte vor - manche schneiden gut ab, manche
      > weniger. Wenn wir Ihrer Meinung nach ein bestimmtes
      > DAB-Radio unbedingt testen sollten, freuen wir uns
      > aber über eine Anregung

      für mich ist zumindest widersinnig ein Radio zu besprechen, das noch nicht mal Stationstasten für seinen UKW-Bereich hat. Wenn das Gerät keine WLAN- sondern nur eine Bluetooth-Schnittstelle hat, dann ist das als Peripherie ("Funklautsprecher") für ein Smartphone gedacht. Auf dem Umweg kann man dann vielleicht auch Internet-Radio hören, schon klar, aber wohl eher ein Nebeneffekt. Kann man auf dem Handy dann Radiosendungen aufnehmen?

      > Der Unterschied zwischen DAB und DAB+ ist ja im
      > Infokasten erklärt - vielleicht haben Sie das
      > übersehen.

      Im Gegenteil: Das physikalische Übertragungsverfahren bei DAB und DAB+ ist genau das gleiche. Also ist Ihre Aussage, dass die Umstellung auf DAB+ an den Empfangsmöglichkeiten irgendetwas geändert hätte, eindeutig falsch. DAB+ hat lediglich den Vorteil, dass man mit der gleichen Übertragungsrate mehr Programme mit gleicher Qualität bzw. die gleichen Programme mit besserer Qualität übertragen kann, als das bei DAB möglich war.

      > Die Sendeleistung spielt eine Rolle, ist aber auch
      > teils bei DAB-Programmen erhöht worden.

      Hier machen Sie wieder den Fehler, zwischen DAB und DAB+ zu unterscheiden: Beim Digitalradio wird seit den 1990er Jahren ein bestimmter Datenstrom pro Übertragungskanal übertragen. Welche Informationen dieser Datenstrom enthält, ist eine davon völlig unabhängige Frage. So ein Datenstrom enthält leicht ein Dutzend "Sender", wahlweise in DAB oder DAB+ codiert, plus diverse andere Dienste.Siehe z.B. http://www.ukwtv.de/sender-tabelle/index.html

      Die besseren Empfangsmöglichkeiten haben allein mit der "digitalen Dividende" des Fernsehens zu tun: Unterhalb von Kanal 12 sind höhere Sendeleistungen zulässig. Und mehr Platz ist da auch.

    • Wie bei allen Testberichten in dieser Rubrik gibt es einen Text und eine Bildergalerie - deswegen ist es nicht ungewöhnlich, dass hier zwei Elemente erscheinen.

      Der Text setzt sich an mehreren Stellen kritisch mit den Schwächen des Gerätes auseinander. Was halten Sie daran für Werbung?

    • 2 verschiedene Artikel zu diesem 400(!) Euro teuren Etikettenschwindel?
      Na, ob man das noch redaktionell nennen kann?

      Zitat: Zum Weltempfänger wird das World Radio aber ohnehin erst, wenn man ein Smartphone oder Notebook anschließt. Denn es hat kein WLAN-Modem /zitat ende

      Deshalb Etikettenschwindel, noch nicht mal WLAN-fähig für das Geld.

      Bitte 'Anzeigen' auch nicht vergessen als solche zu kennzeichnen. Danke.

    • Danke für den Kommentar. In unserer Rubrik stellen wir ja unterschiedliche Geräte vor - manche schneiden gut ab, manche weniger. Wenn wir Ihrer Meinung nach ein bestimmtes DAB-Radio unbedingt testen sollten, freuen wir uns aber über eine Anregung, gerne auch per Mail.

      Der Unterschied zwischen DAB und DAB+ ist ja im Infokasten erklärt - vielleicht haben Sie das übersehen. Die Sendeleistung spielt eine Rolle, ist aber auch teils bei DAB-Programmen erhöht worden.

      Die Autohersteller könnten DAB/DAB+ mit ihrer Unterstützung in der Tat einen Schub geben, danach sieht es im Moment aber nicht aus.

      Viele Grüße,
      Christof Kerkmann

    • @Handelsblatt: Lasst solche Artikel doch bitte jemanden schreiben, der davon auch Ahnung hat! Sonst wird das wieder so peinlich wie hier.

      Einmal gibt es bedeutend mehr (und wohl auch bessere) DAB+-Radios als das, das es irgendwie in die Redaktion geschafft hat.Siehe beispielsweise http://www.charly-hardt.de/dab.html

      Dann ist der Unterschied zwischen DAB und DAB+ nur die Codiermethode, mit der die Töne in Bits gepresst werden. DAB+ kommt mit weniger Bits aus, um eine bestimmte Klangqualität zu erreichen, braucht dafür beim Decodieren mehr Rechenleistung.

      Dass das Digitalradio heute besser auch in die Häuser rein kommt als früher, liegt allein am Sendernetz: DAB fand nur auf dem alten Fernsehkanal VHF 12 statt, auf dem wegen der benachbarten militärischen Nutzer keine vernünftig starken Sender betrieben werden dürfen. Heute nutzt DAB+ die alten VHF-Fernsehkanäle 5-12. Da können viel mehr Sendernetze mit viel höheren Sendeleistungen betrieben werden.

      Richtig ist, dass DAB+ eine bessere Klangqualität liefern könnte als der alte UKW-Rundfunk. Allein: Zumindest die Privatsender bekamen meist zu wenig Bandbreite zugeteilt, als dass sie dieses Potential auch nutzen könnten. Man merkt das beispielsweise an Zischlauten, die unnatürlich klingen. Mit 75 kbit/s oder noch weniger schafft auch DAB+ keine "UKW-Qualität".

      Ein absolutes Trauerspiel ist übrigens, wie die Autohersteller mit DAB+ umgehen:Opel scheint lediglich für den Adam auch ein DAB-Radio anzubieten. Googelt man nach "site:fiat.de dab", gibt es keine Treffer. Dabei gibt es in DAB beispielsweise einen eigenen Verkehrsnachrichten-Kanal.

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