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Mobiltelefone als Wahlkampf-Plattform Philippinische Politiker setzen auf SMS-Botschaften

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Welchen immensen politischen Einfluss die kleine Textbotschaft haben kann, zeigte sich erstmals im Januar 2001, als der Groll der Bevölkerung gegen den damaligen Präsidenten Joseph Estrada auf den Siedepunkt zuging. Zehntausende von Menschen wurden damals per SMS aufgefordert, an Demonstrationen in Manila gegen den Ex-Schauspieler teilzunehmen. Am Ende wurde Estrada von den Massen und mit Unterstützung des Militärs aus dem Amt gejagt. Analysten sind sich sicher, dass die mobilen Kurzmitteilungen ein Sargnagel für die politische Karriere des Staatsoberhaupts waren.

Nicht selten allerdings hat der unkontrollierte SMS-Strom schon für Verwirrung von nationalem Ausmaß gesorgt. Als beispielsweise am 1. April 2000 die Nachricht vom angeblichen Tod des Papstes auf den vorwiegend katholischen Philippinen landauf landab die Runde machte, ging auf die Kirche eine Sturzflut von Anrufen besorgter Gläubiger nieder. Im diesjährigen Wahlkampf sorgte ein per Textnachricht verschicktes Gerücht für große Unruhe, demzufolge sich eine Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten gegen bitter nötige Gehaltsaufbesserungen für Lehrer ausgesprochen haben soll.

Der größte philippinische Mobilfunkbetreiber, Smart Telecommunications, zeigt sich entsprechend nicht recht glücklich, dass SMS zunehmend zum politischen Instrument wird. „Unerwünschte Mitteilungen können auch eine negative Reaktion bewirken“, warnt Smart-Sprecher Ramon Isberto. „Plötzlich werden keine Sympathien erzeugt, sondern die Leute werden richtig sauer.“

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