Nokia macht sich hübsch Mit dem Tablet N1 zurück ins Geschäft

Nokia versucht einen Neuanfang: Mit dem Tablet N1 kehrt der einstige Handy-Riese ins Verbrauchergeschäft zurück. Für Entwicklung, Vermarktung und Service zeichnet allerdings ein Lizenzpartner verantwortlich.
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  • dpa

Nokia verschwindet vom Handy-Markt

EspooGut ein halbes Jahr nach dem Verkauf seiner Gerätesparte an Microsoft kehrt Nokia mit einem neuen Tablet-Computer ins Verbrauchergeschäft zurück. Der finnische Konzern stellte am Dienstag das Modell N1 vor, das mit dem Google-Betriebssystem Android läuft.

Das Display des N1 ist mit einer Diagonale von 7,9 Zoll (rund 20 cm) genauso groß wie etwa beim iPad mini von Apple, ein besonderes Glas soll es vor Kratzern schützen. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, im Inneren arbeitet ein Intel Quad-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 2,3 GHz. Zudem gibt es 2 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher.

Das Nokia-Handy kommt zurück
Wieder da
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Das Nokia Lumia 925 Smartphone trug den Markennamen noch: Damit machte Microsoft Schluss. Nun kehrt die Marke zurück. Nokia hat mit dem neu gegründeten Unternehmen HMD eine Lizenzvereinbarung getroffen. Für die kommenden zehn Jahre soll das Unternehmen Tablets und Mobiltelefone herstellen. Dafür ist es bereit, die Rechte von Microsoft zurückzukaufen.

Windows kauft Handy-Geschäft von Nokia
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Microsoft hatte die Handysparte des finnischen Unternehmens 2014 für knapp 9,5 Milliarden Dollar gekauft und verzichtete auf die Marke Nokia. Ein Flop, wie sich später rausstellte: Der erhoffte Zuwachs im Smartphone-Markt blieb aus. Nokia selbst verschwand indes nicht, baute aber keine Handys mehr, sondern setzte auf Netzwerktechnik – zumindest bisher. Dabei hatte das finnische Unternehmen die Entwicklung der Mobiltelefonie geprägt.

Die ersten Mobiltelefone
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„Connecting people“ lautete der Slogan von Nokia. Und in der Tat hat das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Menschen verbunden – früher mit den ersten, koffergroßen Telefonen für unterwegs, zwischendurch mit Bestsellern wie dem 5110, später mit den Lumia-Smartphones.

Mobira Senator
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1982 stellte Nokia sein erstes Mobiltelefon vor, das heute nicht besonders mobil wirkt: Das Modell Mobira Senator ließ sich mit einem Tragegriffs aus dem Auto heben. Zumindest wenn man kräftig zupackte, wog das Gerät doch knapp zehn Kilogramm. Nach wenigen Stunden musste es wieder aufgeladen werden. Damals war es indes eine Sensation.

Mobira Cityman
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Nokia arbeitete daran, seine Telefone zu schrumpfen. Ende der 1980er Jahre brachte das Unternehmen den Mobira Cityman heraus – hier in einer Aufnahme von 2010 in der Hand des damaligen Nokia-Chefs Olli-Pekka Kallasvuo. Dieses 800 Gramm schwere und 10.000 D-Mark teure Gerät hatte nur noch die Ausmaße eines großen Telefonhörers. Berühmtheit erlangte es, als Michail Gorbatschow damit während eines Deutschland-Besuches 1989 in Moskau anrief und sein Büro über die Wiedervereinigungspläne informierte.

MikroMikko
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Wenig bekannt: Nokia entwickelte bereits in den 1980er Jahren Computer, hier ein Gerät der vierten Generation. Anfang der 1990er Jahre verkaufte das Unternehmen die Sparte aber.

Nokia 1011
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Mit der Zeit wurden die Mobiltelefone immer kompakter – so auch das Nokia 1011, das Ende 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Besonderheit: Es war das erste massentaugliche Gerät, das mit dem Mobilfunkstandard GSM lief. In den Speicher passten 99 Telefonnummern.

Das N1 verfügt auf der Rückseite über eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus ohne Fotolicht. Vorne ist eine 5-Megapixel-Kamera ohne Autofokus eingebaut. Das Tablet soll ab Beginn kommenden Jahres für 249 Dollar plus Steuern zunächst in China verkauft werden, wie Nokia mitteilte. Wann und zu welchem Preis das Tablet nach Deutschland kommen wird, ist noch nicht bekannt.

Anders als bei früheren Geräten stellt Nokia beim N1 hauptsächlich den Markennamen sowie sein technisches Know-how in einem Lizenzdeal zur Verfügung. Für Entwicklung, Vermarktung und Service sei der chinesische Produktionspartner zuständig, erklärte Nokia. Nach Informationen des Blogs „GigaOm“ ist das der Auftragsfertiger Foxconn, der vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt ist.

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