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Onlinepräsentation Das große Apple-Abo: Der iPhone-Konzern verkauft Musik, TV und Fitness im Paket

Mit „Apple One“ will der wertvollste Konzern der Welt unabhängiger von der Hardware werden – doch einzeln überzeugen bislang wenige Apple-Dienste.
15.09.2020 Update: 16.09.2020 - 02:45 Uhr Kommentieren
Der Apple-COO präsentiert die neue Apple Watch. Quelle: AFP
Jeff Williams

Der Apple-COO präsentiert die neue Apple Watch.

(Foto: AFP)

San Francisco Die wichtigste Ankündigung, die Apple an diesem Dienstag hat, nimmt nur wenige Minuten ein. Sie wird von keinem Topmanager vorgestellt, sondern von der Direktorin für das Services-Geschäft. Einzig der an einer Raumfahrtmission erinnernde Name des neuen Projekts deutet an, dass es für den wertvollsten Konzern der Welt um etwas Großes geht.

Denn strategisch ist „Apple One“ das wichtigste Produkt, das Apple in seinem virtuellen Event aus seinem Campus im kalifornischen Cupertino einführt, wohl das wichtigste überhaupt seit der Apple Watch 2015. „Apple One“ ist ein Abo, das 30 Dollar kostet und alle in den vergangenen Jahren eingeführten Apple-Dienste bündelt – von Apple Music über Apple TV+ und Apples Spieldienst Arcade bis zu einem neuen Fitness-Dienst.

In Deutschland wird zum Start weder Fitness+ noch der Premier-Service direkt verfügbar sein. Aber die abgespeckte Version mit Musik-, TV- und Handyspiel-Abo, die für Einzelpersonen 15 Euro und für Familien 20 Euro kosten soll.

Seit Jahren schon verspricht Apple seinen Investoren, eigene, erfolgreiche Abo-Dienste als verlässlicheres Standbein neben den lukrativen, aber schwankenden Hardware-Verkäufen aufzubauen.

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    Auf dem Papier gelingt das: Im Frühlingsquartal 2020 setzte Apple mit Services mehr als 13 Milliarden Dollar um, ein Viertel der – ebenfalls wachsenden – Umsätze mit iPhone, AirPods und andere Produkten.

    Apple will die Nutzer stärker an sich binden

    Doch in die Summe fließt auch der Umsatz aus dem App Store ein, wo Apple bis zu 30 Prozent des Umsatzes externer Entwickler für sich nimmt. Nicht nur ist diese Einnahmequelle in letzter Zeit schwer in die Kritik geraten. Sie sagt auch nichts darüber aus, ob Apples eigene Dienste von iPhone- oder iPad-Besitzern besonders gut angenommen werden.

    Die Bilanz gilt als recht durchwachsen: Apple Music ist mit mehr als 60 Millionen Abonnenten der nach Spotify größte Musik-Streamingdienst. Der Netflix-Konkurrent Apple TV+ oder die Premium-Nachrichtenapp News+ dagegen schwächeln bisher. Für sich genommen profitabel ist vermutlich keiner der Dienste.

    Doch das ist auch nicht das Ziel: „Indem sie viele ihrer Dienste bündeln und mit einem aggressiv niedrigen Preis versehen, wird Apple voraussichtlich die Loyalität seiner Nutzer und die Attraktivität seines Ökosystems stärken“, sagt Thomas Husson, Vizepräsident und Chef-Analyst des Marktforschers Forrester.

    Apple will vom Fitness-Trend in der Coronakrise mit seinem neuen Fitness-Angebot profitieren. Quelle: AFP
    Apples neues Fitness-Angebot

    Apple will vom Fitness-Trend in der Coronakrise mit seinem neuen Fitness-Angebot profitieren.

    (Foto: AFP)

    Dafür führt Apple sogar einen neuen Fitness-Service ein – inspiriert vom Erfolg von Peloton, dem Anbieter von Fitnessrädern und dazu passenden Kursen, der während der Corona-Ausgangssperren gigantisches Wachstum erlebt. Wie Peloton bietet Fitness+, das alleinstehend zehn Dollar kosten soll, Bildschirmkurse für zehn verschiedene Disziplinen an, die auf jedem vernetzten Fitnessgerät funktionieren soll. Ein iBike oder eine iKettlebell führt Apple jedenfalls noch nicht ein.

    Doch die Einbindung in das größere Apple-Ökosystem ist an allen Stellen sichtbar – wie ein Puzzlebild, das Teil für Teil immer besser sichtbar wird. Nicht nur ist Trainingsmusik von Apple Music in Fitness+ integriert, Fitness+ ist eine Erweiterung der Workout-App auf der Apple Watch.

    Smartwatch als Gesundheits-Tracker

    Die Watch baut Apple immer mehr zum Gesundheits-Tracker aus, auch durch neue Funktionen. Zusätzlich zum Herzschlag und anderen Körperfunktionen kann die neue Series 6 auch die Konzentrationen von Sauerstoff im Blut messen – was sogar bei einem Verdacht auf Covid-19 hilfreich sein könnte.

    Die Apple Watch dominiert das Smartwatch-Segment und macht mehr Umsatz als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie – doch für den Zwei-Billionen-Dollar-Konzern waren Wearables – zu denen auch die erfolgreichen Airpods zählen – mit rund 6,5 Milliarden Dollar Umsatz im Frühlingsquartal der kleinste Umsatzposten.

    Apple-Chef Tim Cook will die Uhr nun an mehr Handgelenke bringen. Es ist kein Zufall, dass Apple das Event mit den neuen Uhren einleitet und in dramatischen Videos Menschen erzählen lässt, wie das Körper-Tracking der Uhr ihnen das Leben rettete.

    Wie schon bei den iPhones führt Apple eine abgespeckte SE-Version der Uhr ein. Die beherrscht zwar zum Beispiel die Blutsauerstoffmessung nicht, ist mit unter 300 Euro aber rund 100 Euro günstiger als das gewöhnliche Modell der Series 6.

    Sogar die enge Kopplung der Apple Watch an ein iPhone lockert Apple – ein bisschen zumindest. So können Eltern die Watches ihrer Kinder an ihr eigenes iPhones koppeln. Das Apple-Video zum Produkt zeigt eine Mutter, die ihrer Tochter beim Rausgehen hinterherlächelt, dann aber sofort auf ihr iPhone schaut, ob das Kind auch wirklich zum Basketball-Training geht. „Die bezahlbare Apple Watch SE gepaart mit der Familienfunktion ist eine intelligente Methode, um neue Nutzer zu gewinnen und unterstreicht, dass die Uhr zunehmend ein alleinstehendes Gerät ist“, sagt Forrester-Analyst Husson.

    iPad als Laptop-Ersatz

    Apple gelingt zur Zeit vieles. Selbst das iPad, dessen Absatzzahlen lange enttäuschten, hat in der Coronakrise vom Homeoffice-Boom als Laptop-Ersatz profitiert. In nur einem Quartal sprang der iPad-Umsatz von fünf auf 6,5 Milliarden Dollar.

    Apple will sein iPad noch stärker als Laptop-Ersatz bewerben. Quelle: AFP
    iPads

    Apple will sein iPad noch stärker als Laptop-Ersatz bewerben.

    (Foto: AFP)

    Apple will das iPad nun noch stärker als Laptop- und PC-Ersatz etablieren. Dank des neuen A14-Bionic-Chips könnten auch rechenintensive Programme wie hochauflösende Spiele auf dem dünnen iPad Air laut Apple mit besserer Grafikperformance laufen als auf einem ähnlich teuren Laptop.

    Mit den neuen Produkten – das 5G-fähige iPhone 12 wird im Oktober erwartet – und „Apple One“ rüstet sich Apple für das Weihnachtsgeschäft. Das Fest verderben könnten allerdings die Kartellhüter, die Apple in der EU und den USA in den Blick genommen haben.

    Ein Paketdeal mit Windows und dem Internet Explorer war in den 90er-Jahren das Corpus Delicti im Kartellverfahren gegen Microsoft. Apples Kritiker schießen schon jetzt gegen das neue Angebot: „Apple nutzt schon wieder seine dominante Position und unfaire Methoden, um seine eigenen Dienste zu bevorzugen und so Konkurrenten und Konsumenten schlechter zustellen“, schrieb der Musikstreamingdienst Spotify in einem Statement.

    Mehr: Warum Apple der Liebling der Investoren ist.

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