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Falt-Smartphone Galaxy Fold

Aufgeklappt ist der Bildschirm 7,3 Zoll groß – fast wie ein Tablet.

(Foto: dpa)

Samsung Smartphone und Tablet in einem: Das Galaxy Fold im Test

Beim ersten Mal ist es schiefgegangen, nun versucht Samsung erneut, das faltbare Galaxy Fold auf den Markt zu bringen. Ein Experiment, das Lust auf mehr macht.
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Aufgeklappt ist der Bildschirm 7,3 Zoll groß – fast wie ein Tablet. Quelle: dpa
Falt-Smartphone Galaxy Fold

Aufgeklappt ist der Bildschirm 7,3 Zoll groß – fast wie ein Tablet.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Zukunft, wie Samsung sie sich vorstellt, beginnt mit einer Reihe von Warnungen. Nicht mit dem Fingernagel auf den Bildschirm drücken, keinen Schmutz ans Gerät lassen, keine Kreditkarten drauflegen. All das steht in der „Pflegeanleitung“, die Samsung mit einer Folie auf das Galaxy Fold geklebt hat.

Das verwundert nicht. Samsung wolle mit dem Smartphone, das sich zum Tablet auffalten lässt, „über die Grenzen der Technologie hinausgehen“, sagte DJ Koh, Chef der Sparte für mobile Geräte, bei der Vorstellung im Februar. Es ging um nicht weniger als die Neuerfindung des Smartphones. Doch dabei war der Konzern zu weit gegangen: Als in ersten Tests heftige technische Probleme auftraten, verschob er die Einführung.

Nun kommt das Galaxy Fold endlich auf den Markt, und Samsung will alles richtig machen. Der Handelsblatt-Test zeigt: Das Modell ist stabil, allen Warnungen zum Trotz, und es bietet ein neuartiges Smartphone-Design, das ein Hingucker ist. Kaufen werden es aber vermutlich nur Enthusiasten.

Zum Transport klappt man das Fold am besten zusammen, schmal, aber wuchtig liegt es dann in der Hand. Auf der Vorderseite ist ein 4,6-Zoll-Bildschirm für die Bedienung eingelassen. Mit einem Blick sieht man die Uhrzeit und eingehende Nachrichten, sucht eine Adresse heraus oder startet einen Anruf. All das geht auch einhändig.

Die Stärke des Gerätes besteht indes in dem 7,3 Zoll großen Bildschirm im 4:3-Format, der sich mit einer Handbewegung auftut. Die meisten Apps profitieren von diesem üppigen Platz: Gerade Videos kommen bestens zur Geltung (trotz der Balken oben und unten), ebenso die Fotogalerie. Auch andere Apps wirken luftiger, von der elektronischen Zeitung bis Twitter.

Samsung mahnt zu einem vorsichtigen Umgang mit dem Gerät.
Pflegeanleitung

Samsung mahnt zu einem vorsichtigen Umgang mit dem Gerät.

Zumal der Bildschirm großartig ist: hell, farbenfroh, kontrastreich, scharf. Die konstruktionsbedingte Falte zwischen den beiden Hälften ist zwar sicht- und spürbar, sie stört aber nicht weiter – das Auge scheint sie nach einer Zeit auszublenden, der Finger bewegt sich ohne Probleme darüber hinweg.

Das Galaxy Fold nutzt das Betriebssystem Android 9, Samsung hat aber einige Anpassungen vorgenommen. So sorgt die „App Continuity“ dafür, dass eine Anwendung vom Bildschirm vorne auch innen zu sehen ist, wenn man das Smartphone aufklappt – und umgekehrt. Das funktioniert mit wenigen Ausnahmen ohne Probleme.

Außerdem gibt es eine Multitasking-Funktion: Nutzer können bis zu drei Apps nebeneinander laufen lassen. So lassen sich Daten von einer Website oder ein Link zu einer Adresse schnell in eine E-Mail kopieren. Trotz des großen Bildschirms wird es dann jedoch kleinteilig. Um mit mehreren Programmen zu arbeiten, eignen sich PCs besser.

Besonderes Augenmerk richtet Samsung auf die Klappkonstruktion. Die Vorsicht, die man bei der ersten Nutzung an den Tag legt, schwindet schnell: Der Mechanismus wirkt stabil und leichtgängig zugleich. Zwischen den beiden Hälften ist etwas Platz – wenn eine Münze oder etwas Dreck dazwischengerät, soll der Bildschirm nicht gleich beschädigt werden.

Ein Magnet hält die beiden Bildschirmseiten zusammen – daher sollten Nutzer ihre Kreditkarten nicht aufs Gerät legen. Quelle: Bloomberg
Klappmechanismus

Ein Magnet hält die beiden Bildschirmseiten zusammen – daher sollten Nutzer ihre Kreditkarten nicht aufs Gerät legen.

(Foto: Bloomberg)

Zusammengehalten wird das Paket übrigens von einem Magneten, weshalb Anwender Kreditkarten auf Abstand halten sollten und auch bei Herzschrittmachern zumindest Vorsicht angebracht ist.

Nachgearbeitet hat der Konzern bei der Folie, die den Plastikbildschirm schützt. In der ersten Version ließ sie sich leicht abziehen, was einige der ersten Tester im Frühjahr auch taten, mit den bekannten Problemen. Nun ist der Schutzfilm fest in den Rahmen integriert, sodass man auf keine dummen Ideen kommt. Auch der Spalt am Gelenk ist nun verschlossen.

Fazit: Ein vielversprechendes Experiment

Das Galaxy Fold ist ausgestattet wie ein Spitzen-Smartphone und bietet ein besonderes Design. Auch die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig – Samsung hat aus den Fehlern gelernt. Wie stabil der Klappmechanismus und der neuartige Bildschirm sind, lässt sich indes frühestens nach einigen Monaten sagen.

Allerdings dürfte das Format nicht allen behagen: Zusammengeklappt trägt das Modell ordentlich auf, schwer in der Tasche liegt es ebenfalls. Zudem dürfte der Preis von 2100 Euro für die meisten Nutzer abschreckend sein. Insofern sind die technikbegeisterten Käufer Teils eines Experiments, das aber Lust auf mehr macht.

Klar ist: 2020 wird es deutlich mehr faltbare Geräte geben. Jüngst hat etwa die Lenovo-Tochter Motorola eine Neuauflage des legendären Handy-Modells Razr angekündigt, dessen Bildschirm sich aufklappen lässt, Huawei hat das Mate X gerade in China eingeführt.

Mehr: Samsung und Huawei haben es vorgemacht. Nun stellt auch Motorola mit einer Neuauflage des Razr ein eigenes Falt-Smartphone vor.

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1 Kommentar zu "Samsung: Smartphone und Tablet in einem: Das Galaxy Fold im Test"

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  • Klasse Samsung - weiter so!