Smartphone-Doktor Gefährliche Apps entdecken

Rund 99 Prozent aller Malware konzentriert sich auf Android-Smartphones und Tablets. Doch ein Häkchen am richtigen Ort kann Ihr Android-Telefon vor Schadsoftware schützen - und andere Virensoftware überflüssig machen.
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Verify Apps: Dieser Haken sollte auf Android-Geräten immer gesetzt sein. Quelle: Handelsblatt Live

Verify Apps: Dieser Haken sollte auf Android-Geräten immer gesetzt sein.

(Foto: Handelsblatt Live)

San FranciscoDie Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen: Rund 99 Prozent aller Malware konzentriert sich auf Android-Smartphones und Tablets. Das liegt an der riesigen Verbreitung, die es so attraktiv für die Hacker macht, und an dem offenen System. Die Android-Funktion „Apps verifizieren“ hilft allerdings, das Risiko drastisch zu senken. Das Häkchen sollte immer aktiviert sein. Vor allem dann, wenn man erlaubt hat, Apps auch aus unbekannten Quellen zu installieren.

Seit kurzem bietet Google für Android ab Version 2.3 einen zusätzlichen Sicherheitsservice an. Die bekannte Funktion „Verify App“ („Apps verifizieren“), zu finden unter Settings/Security/Verify Apps (Einstellungen/Sicherheit/Apps verifizieren), wird um eine turnusmäßige Überprüfung der installierten Apps erweitert.

Diese Apps müssen Sie kennen
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Line

Der kostenlose Messenger Line wird derzeit als Whatsapp-Alternative gehandelt. Denn obwohl die unangefochtene Nummer eins weiterhin sehr beliebt ist unter Nutzern, kritisieren Experten mangelnde Sicherheit. Line ermöglicht neben Textnachrichten auch Telefonate und Videochat. Darüber hinaus will die App mit über 5.000 Emoticons punkten, die zur Auswahl stehen.

Im Gegensatz zu Whatsapp ist der Dienst nicht nur an Smartphones gebunden, sondern ist neben Android und iOS auch für Windows und OS X erhältlich. Mit mehr Funktionen als der Platzhirsch kann Line dem Vorbild Whatsapp ganz schön gefährlich werden.

Apps
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Waze

Die Navi-App Waze nutzt die Macht ihrer Community. Während andere Navi-Anbieter wie TomTom oder Navigon Daten zum Verkehrsfluss zentral verwalten, lässt Waze die Nutzer sich gegenseitig vor Staus und Blitzern warnen. Im Gegensatz zu computergesteuerten Systemen geben Nutzer zusätzlich den Grund für eine Baustelle oder eine Straßensperrung ein. Das war Google 1,1 Milliarde Dollar für den Kauf des israelischen Start-ups wert.

Das Geld will das Unternehmen in den Ausbau des deutschen Services nutzen. Schon 700.000 sind hierzulande registriert. Noch hat das Unternehmen, das von Israel ins kalifornische Silicon Valley gezogen ist, aber die kritische Masse nicht erreicht. Denn während der Nutzung sammelt Waze Bewegungsdaten der angeschlossenen Smartphones. So kann der Dienst wiederum messen, wo der Verkehr stockt und wo er flüssig läuft. Damit die App ein flächendeckendes Bild des Verkehrs in Deutschland zeichnen kann, fehlen aber noch Nutzer.

Apps
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Reporter

Selbstvermessung liegt voll im Trend. Wearables wie das Jawbone UP, das Fitbit Flex oder das Nike Fuelband tracken gelaufene Kilometer, die Tiefe unseres Schlafes und lassen ihre Träger ihre Essgewohnheiten bis in kleinste Detail protokollieren. Ähnlich funktioniert Reporter, allerdings hört die App nicht bei der Erfassung der Bewegungen auf. Vorerst nur auf dem iPhone greift die Anwendung auch auf Wetterdaten, den Fotostream der Nutzer und sogar das Mikrofon des Smartphones zu.

Mehrmals am Tag stellt Reporter dem Nutzer Fragen zu seiner Aktivität, mit wem er sich im Raum befindet, ob er arbeitet und wie er sich dabei fühlt. Daraus sollen sich im Laufe der Zeit Antworten auf Fragen finden lassen, die Fitness-Gadgets gar nicht beantworten können. Etwa darauf, ob Sie sich mit Blick auf einen längeren Zeitraum wohlfühlen und mit wem Sie etwa die meiste Zeit verbringen. Die gewonnenen Daten werden nur lokal abgespeichert und lassen sich auf Wunsch in die Dropbox-Cloud hochladen oder als CSV-Datei exportieren.

Apps
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Secret

Für reichlich Aufregung im Silicon Valley sorgt dieser Tage die App Secret, über die Nutzer Geheimnisse mit anderen anonymisiert teilen können. Das Problem mit der Anonymität: Der Urheber eines Geheimnisses lässt sich nicht mehr ausmachen. So berichtet ein Nutzer, dass er angeblich für Evernote arbeiten würde und der Dienst sich kurz vor dem Verkauf befände. CEO Phil Libin musste die vermeintliche News kurzerhand dementieren.

Lug und Trug? So hatten sich die Macher das mit dem geschlossenen Netzwerk nicht vorgestellt. Ganz im Gegenteil: Durch die Anonymität verspricht sich das Team hinter Secret mehr "Authentizität, Empathie und Selbsterkenntnis". Ob die App floppt oder ein Riesenerfolg wird, lässt sich aktuell nicht beantworten. Spannend ist das Spiel mit der Anonymität allemal.

Tinder
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Tinder

In Sachen Dating ist Tinder derzeit das ganz heiße Ding. Sogar im olympischen Sotschi wird getindert. Der russische Snowboarder Alexey Sobolev machte es vor und schrieb seine Telefonnummer kurzerhand auf seinen Helm. Tausende Bilder von weiblichen Fans und Kontaktanfragen auf Tinder ließen sein Smartphone kurzerhand abstürzen.

Dabei verzichtet die App auf einen browserbasierten Zugang. Im mobilen Zeitalter funktioniert Dating über Smartphones. Nutzer bekommen Singles in der Nähe angezeigt. Bekunden beide gegenseitiges Interesse, macht Tinder sie bekannt. Nach eigenen Angaben loggen sich die Nutzer bis zu sechsmal täglich ein, um über neue potenzielle Bekanntschaften auf dem Laufenden zu bleiben – Tendenz steigend.

Bislang wurde nur einmalig bei der Installation auf Unverträglichkeiten überprüft. Jetzt werden routinemäßig Tests durchgeführt. Damit lässt sich nachträglich vom App-Programmierer eingeschmuggelter Schad-Code entdecken.

Voraussetzung ist ein installierter App-Store von Google, Google Play. Dann allerdings bietet Apps verifizieren einen schönen Zusatznutzen: Es werden auch Apps, die nicht über den Google-Store geladen wurden, geprüft.

Apps verifizieren macht zu einem guten Teil Services wie Lookout oder McAfee überflüssig, die gegen Bezahlung teilweise Angebote beinhalten, die es bei Google schon umsonst gibt. Ausgeschlossen sind natürlich Android-Geräte wie Amazons Kindle, die keinen Google-Play-Store haben.

Leider gibt Google wie üblich keine Details dazu bekannt, welche und wie viele Daten gesammelt werden.

Getestet auf Acer Iconia One 7 unter Android Version 4.2.2

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