Adam Philpott im Interview „Die Mirai-Angriffe waren nur ein Testlauf“

Weil die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte steigt, erwartet Adam Philpott mehr Hackerangriffe. Im Interview spricht der IT-Security-Experte über Sicherheitsvorkehrungen und die Pflichten der Gerätehersteller.
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Der Experte warnt vor Cyberattacken. Quelle: Cisco
Adam Philpott

Der Experte warnt vor Cyberattacken.

HannoverAdam Philpott, Direktor für Cybersecurity beim IT-Dienstleister Cisco, warnt vor massiven Attacken.

Die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte steigt. Was bedeutet das für die Sicherheit?
Wir erwarten mehr Angriffe über das Internet der Dinge. Die jüngsten Mirai-Angriffe, bei denen Hacker vernetzte Geräte kaperten, wirkten fast wie ein Testlauf. Wir müssen uns fragen, welche größeren Attacken in Zukunft noch auf uns zukommen, wenn Cyberkriminelle diese Rechenkraft stärker ausnutzen.

Stehen die Hersteller nicht in der Pflicht, dies zu verhindern?
Wir gehen davon aus, dass Sicherheit für sie zum Unterscheidungsmerkmal wird. Aber aktuell haben wir diesen Punkt noch nicht erreicht. Es wird immer stärker darum gehen, Sicherheit vom Beginn einer Produktentwicklung mitzudenken.

Das sind die weltweit größten Hacks
Dailymotion
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Die Video-Sharing-Seite Dailymotion wurde im Jahr 2016 heftig attackiert. Dabei wurden rund 82.500.000 Datensätze gestohlen.

AOL
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Auch der Internetkonzern AOL wurde 2014 Opfer von Hackern, die gekaperte Postfächer für Abzock-E-Mails nutzten. Die Beute der dreisten Diebe: 92.000.000 Datensätze.

TJ Maxx
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Der Kaufhaus- und Einzelhandelskette TJ Maxx wurden 2007 rund 94.000.000 Datensätze geklaut. Damals der bislang größte Hack im Bereich des Einzelhandels der Schlagzeilen machte.

VK
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Getroffen hat es auch Russlands größtes soziales Netzwerk vk.com. Im Jahr 2016 sind dabei 100.000.000 Datensätze mit Namen, Mailadressen, Passwörtern sowie teilweise auch Orten und Telefonnummern gestohlen und im Darknet zum Verkauf angeboten worden. Kostenpunkt: Angeblich 1 Bitcoin (etwa 1.115 Euro - Stand April 2017).

LinkedIn
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Der LinkedIn-Hack von 2012 zeigte, dass man sich auch nicht darauf verlassen kann, dass ein sicheres Passwort ungeknackt bleibt. Denn damals wurden selbst Passwörter wie „parikh093760239“, „a06v1203n08“ oder „376417miata?“ entschlüsselt. Gesamtverlust: 117.000.000 Datensätze.

Heartland
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Ein Datenleck wurde 2009 für den Finanzdienstleister Heartland zum Verhängnis. Bei dem digitalen Raubzug fielen den Hackern damals 130.000.000 Datensätze in die Hände.

Ebay
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2014 haben Unbekannte einen großen Teil der Kundendatenbank der Online-Handelsplattform Ebay und damit 145.000.000 Datensätze kopiert. Ins Firmennetz waren die Täter damals mittels gehackter Mitarbeiter-Zugänge gelangt.

Wir sprechen zwar von Technologie. Am Ende geht es um die Menschen, die dies entwickeln.

Was sind die ersten Schritte?
Wichtig ist die Kontrolle über Daten und Geräte. Viele Firmen wissen nicht, wie viele Cloud-Applikationen sie nutzen oder ob ihre vernetzten Geräte Daten rausfunken – und wohin. Man sollte stutzig werden, wenn plötzlich Samstagnacht Daten in die Ukraine übertragen werden.

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