Branchenverband Bitkom „Digitalisierung ist das Wachstumsthema schlechthin“

Die Digitalisierung der Industrie steht im Fokus der Hannover Messe. Doch was genau steckt eigentlich an konkretem Geschäft hinter dem Begriff Industrie 4.0? Der Branchenverband Bitkom wagt nun eine Schätzung.
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Der Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen in Deutschland werde 2017 um 21 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro wachsen, prognostiziert der Branchenverband Bitkom. Quelle: dpa
Wachstumstreiber Digitalisierung

Der Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen in Deutschland werde 2017 um 21 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro wachsen, prognostiziert der Branchenverband Bitkom.

(Foto: dpa)

HannoverAlle reden von der Industrie 4.0. Doch was genau an konkretem Geschäft dahinter steckt, ist gar nicht so einfach zu definieren. Der Branchenverband Bitkom wagte nun zum Auftakt der Hannover Messe erstmals eine Schätzung. Der Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen in Deutschland werde 2017 um 21 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro wachsen, prognostizierte Präsidiumsmitglied Winfried Holz. „Die Digitalisierung der industriellen Produktion ist das Wachstumsthema schlechthin.“ Für 2018 rechnet er mit einem weiteren Marktwachstum um 22 Prozent auf rund sieben Milliarden Euro. Mit eingerechnet sind da Hardware, Software und Services zur digitalen Vernetzung der Produktion.

Wachstumstreiber ist der Maschinen- und Anlagenbau – denn der kann besonders von den großen Datenmengen profitieren, um effizienter zu produzieren. Auch seien ganz neue Dienstleistungen möglich, sagte Holz. Doch es gibt noch Hemmnisse. Laut Bitkom-Umfrage nennen 75 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern die hohen Investitionskosten als Bremse. Gut die Hälfte verweist auf den Datenschutz, etwa ebenso viele auf den Mangel an Fachkräften. Aber nur noch sieben Prozent ist der Nutzen der Industrie 4.0 unklar.

Was Roboter schon heute alles können
Pepper
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Im Geschäft persönlich vom Roboter begrüßt zu werden - auch das kann bald für mehr Menschen Realität sein. „Pepper“ hat Knopfaugen, und er ist in astreinem Deutsch recht schonungslos: „Meiner bescheidenen Meinung nach ist dieses Modell nicht besonders schmeichelhaft für Ihre Figur. Dürfte ich Ihnen ein paar neu eingetroffene Modelle zeigen, die mir für Sie besonders gut gefallen?“ Eigene Infos werden per QR-Code auf dem Smartphone gespeichert, den der Roboter im Geschäft dann scannt. In Japan ist Pepper (von SoftBank) bereits aktiv.

Relay
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Wer auf Reisen die Zahnbürste vergessen hat, kann sie bald von einer freundlichen Maschine aufs Zimmer gebracht bekommen. „Relay“, der Service-Roboter, wird in einigen US-Hotels im Silicon Valley getestet. Die Rezeptionistin legt Zahnbürste, Cola oder Sandwich in eine Box im Roboter, dann gibt sie die Zimmernummer des Gastes ein. „Relay“ kann sich selbst den Fahrstuhl rufen – auch wenn er noch ziemlich lange braucht, um wirklich einzusteigen. Er scannt vorher sehr ausgiebig seine gesamte Umgebung, um ja niemanden umzufahren. Vor der Zimmertür angekommen, ruft der Roboter auf dem Zimmertelefon an.

Wenn der Hotelgast öffnet, signalisiert ihm „Relay“ per Touchscreen: Klappe öffnen, Zahnbürste rausnehmen, Klappe wieder schließen. „Das Hotel ist für uns erst der Anfang“, sagt Adrian Canoso vom Hersteller Savioke. „Wir wollen „Relay“ auch in Krankenhäuser, Altenheime und Restaurants bringen, einfach überall dahin, wo Menschen essen oder schlafen.“

Budgee
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„Budgee“ trägt die Einkäufe und rollt hinterher. Per Funksender in der Hand oder am Gürtel gesteuert, kann er bis zu 22 Kilogramm schleppen, so der US-Hersteller. Er folgt Herrchen oder Frauchen mit mehr als 6 Kilometern pro Stunde. Die Batterie hält angeblich zehn Stunden. „Budgee“ lässt sich zusammenklappen und im Kofferraum verstauen. Die ersten Vorbestellungen werden ausgeliefert, Stückpreis rund 1400 US-Dollar.

PR2
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Roboter können nicht nur Einkäufe schleppen, sondern auch für viele Menschen unliebsame Arbeiten im Haushalt abnehmen – und damit sind nicht nur die Staubsaug-Roboter gemeint. Der „PR2“ des Institute for Artificial Intelligence (IAI) der Universität Bremen kann auch in der Küche zur Hand gehen, zumindest in der Laborküche.

Handshake
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Ja, heutige Roboter können bereits feinmotorische Aufgaben übernehmen und etwa zuprosten, ohne dass das Sektglas zu Bruch geht. Das ist aber nicht die Besonderheit an diesem Bild. Der Arm rechts gehört Jordi Artigas, Wissenschaftler am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München. Der Roboterarm wird von Sergei Wolkow gesteuert – und der war nicht in Oberpfaffenhofen, sondern auf der Internationalen Raumstation ISS, wie im Hintergrund auf dem Monitor schemenhaft zu erkennen ist. Der „Tele-Handshake“ war nach Angaben des DLR ein weltweit einzigartiges Experiment.

iPal
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„iPal“ ist ein künstlicher Freund und Spielgefährte. Der Roboter ist so groß wie ein sechsjähriges Kind. Er kann singen und tanzen, Geschichten vorlesen und spielen. Durch Gesichtserkennung und automatisches Lernen wird „iPal“ mit der Zeit immer schlauer. Er erinnert sich an Vorlieben und Interessen des Kindes. „iPal“ ist keine gefühllose Maschine“, behauptet John Ostrem vom Hersteller AvatarMind. „Er kann Emotionen erspüren und fühlt, wenn das Kind traurig ist.“ Der Roboter, der in rosa oder hellblau angeboten wird, übernimmt auch gleich ein paar vielleicht leidige Erziehungspflichten: Der eingebaute Wecker holt das Kind aus dem Schlaf. Die Wetter-App sagt ihm, was es anziehen soll, und eine Gesundheits-App erinnert ans Händewaschen.

„iPal“ wurde vor allem für den chinesischen Markt entwickelt. Ostrem erläutert: „Dort gibt es in den Ein-Kind-Familien viele einsame Kinder, deren Eltern wenig Zeit haben und die einfach niemanden zum Spielen haben.“ Anfang 2016 soll es „iPal“ dort für etwa 1000 US-Dollar (knapp 900 Euro) geben.

Justin
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Solche Aufgaben, wie etwa dieses Zahnrad zu greifen und weiterzugeben, konnte der DLR-Roboter „Justin“ schon 2012. Dass er aus dem All gesteuert wird, ist jedoch neu und bislang einzigartig.

Zu einem besonderen Wachstumstreiber kann nach Einschätzung der Berater von McKinsey das Thema Künstliche Intelligenz werden. Bis 2030 könnte das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands durch den frühen und konsequenten Einsatz von intelligenten Robotern und selbstlernenden Computern um bis zu vier Prozent oder umgerechnet 160 Milliarden Euro höher liegen als ohne den Einsatz, prognostizierte McKinsey am Montag.

Dies entspreche einem zusätzlichen jährlichen Wachstum von 0,25 Prozentpunkten oder zehn Milliarden Euro. „Angesichts der demographischen Entwicklung ist die Produktivitätssteigerung durch künstliche Intelligenz ein entscheidender Faktor für die deutsche Wirtschaft“, sagte Seniorpartner Harald Bauer.

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