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Industrie 4.0 – Schritt halten mit der Zukunft

Digitalisierung in der Produktion Komplexes in kleiner Auflage

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Ein digitaler Zwilling für jedes Produkt
So wird die Cloud sicher
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Definition der Sicherheitsbedürfnisse

Am Anfang jedes Cloud-Einsatzes stehen grundsätzliche Überlegungen zur Sicherheit: Um welche Form der Sicherheit geht es und wichtig ist sie für das Funktionieren der Anwendung? Datensicherheit beispielsweise umfasst viele Dimensionen: Dazu zählt die Integrität der Daten - also wie sicher es ist, dass die Daten in genau der Form aus der Cloud abgerufen werden, wie sie dort gespeichert wurden. Eine andere Dimension ist der Zugriff auf die Daten: Wie wichtig ist es, dass nur legitime Personen auf die Daten zugreifen? Und natürlich gehört auch die Ausfallsicherheit zu einer Dimension der Datensicherheit: Wie wichtig ist es, dass jederzeit auf die Daten zugegriffen werden kann? Alle diese Fragen müssen bewertet und vom Cloud-Anbieter beantwortet werden.

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Verschlüsselung

Häufig sorgen sich Unternehmen um die Datensicherheit der Cloud. Dabei können die bei einer Verschlüsselung der Daten den Zugriff Fremder selbst dann verhindern, wenn sie der Daten habhaft werden. "Wenn Ihre Daten sicher verschlüsselt sind, könnten Sie sie brennen und auf dem Time Square als DVD verteilen, an jeden Hacker der Welt mailen, auf Ihrer Website veröffentlichen und immer noch ruhig schlafen, so lange das Entschlüssungs-Passwort sicher verwahrt ist", schreibt der Chief Technology Officer (CTO) des Cloud-Spezialisten Engine Yard für Gigaom.

Daten, die sich ohne Probleme verschlüsseln lassen, können so also guten Gewissens auch in eine Public Cloud ausgelagert werden. Das gilt allerdings nicht für Daten, die auf den Rechnern selbst bearbeitet werden müssen. Diese müssen zu diesem Zweck entschlüsselt werden und sollten daher nicht in eine Public Cloud ausgelagert werden, sofern es sich um sensible Daten handelt.

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Physischer Schutz

Werden in einer Cloud-Infrastruktur unverschlüsselt Daten gespeichert, muss darauf geachtet werden, ob die Daten vor unbefugtem physischen Zugriff geschützt sind. Bevor Sie in die Cloud umziehen, sollten Sie mit dem Anbieter daher wichtige Fragen klären: Gibt es Sicherheitspersonal vor Ort, Videoüberwachung, eine Alarmanlage? Gibt es zugangsbeschränkte Bereiche - oder kann jeder Mitarbeiter jeden Bereich des Rechenzentrums ohne Kontrolle betreten?

Foto: ap

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Sicherheit bewerten heißt vergleichen

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Bei der Erwägung eines Umstiegs in die Cloud muss daher vor allem der momentane Ist-Zustand mit dem Kann-Zustand in der Cloud verglichen werden. Gerade Mittelständler sind beim Umstieg in die Cloud häufig eher zurückhaltend. Dabei sollten gerade sie sich ehrlich fragen: Kümmern sich Sicherheitsspezialisten im Unternehmen rund um die Uhr ausschließlich um die Sicherheit der eigenen IT-Infrastruktur? Bei den meisten Cloud-Anbietern ist das der Fall. Damit kann der Umstieg auf die Cloud bei Unternehmen, die nicht im IT-Geschäft zu Hause, sogar einen enormen Zuwachs an Sicherheit bedeuten.

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Wo werden die Daten gespeichert?

Ein Versprechen der Cloud lautet, dass sich die Kunden nicht mehr darum kümmern müssen, wo die Server stehen. Doch dieses Versprechen ist aufgrund rechtlicher Regelungen nicht erfüllbar. So ist es in der EU beispielsweise nicht erlaubt, persönlich identifizierbare Daten ins EU-Ausland zu übertragen, wo weniger strenge Datenschutzregeln herrschen. Daher bleibt die Frage, in welchen Ländern der Cloud-Anbieter seine Rechenzentren betreibt, auch im Cloud-Zeitalter relevant. Informieren Sie sich über die für Sie relevanten Gesetze und fragen Sie den Anbieter, in welchen Ländern er seine Rechenzentren betreibt! Eine ausführliche rechtliche Analyse für das Cloud Computing hat der Anwalt und Cloud-Experte Arnd Böken für Handelsblatt Online geschrieben.

Foto: ap

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Service Level Agreement

Wie viel kostet der Ausfall von Anwendungen und Daten aus Cloud Ihr Unternehmen pro Stunde? Diese Frage sollten Sie sich stellen, wenn Sie sich die Service Level Agreement (SLA) von Cloud-Anbietern vergleichen. Damit verpflichtet sich der Anbieter zu einer garantierten Verfügbarkeit wie beispielsweise 99,9 oder 99,99 Prozent im Jahr. Lassen Sie sich nicht täuschen: 99,9 Prozent Verfügbarkeit bedeuten, dass der Service fast neun Stunden im Jahr vertragskonform ausfallen darf. Einige Cloud-Anbieter wie beispielsweise Amazons beliebtes Elastic Cloud Computing (EC2), bieten gar keine vertragliche Zusicherung über die Ausfallsicherheit.

Foto: dpa

Technische Voraussetzung dafür, immer mehr Auswahlmöglichkeiten anbieten und kleine Chargen effizient produzieren zu können, ist eine modular aufgebaute Produktion. Schon 2015 präsentierten 16 Industriepartner eine solche Fertigungslinie auf der Hannover Messe. In diesem Jahr wird der Automobilzulieferer SEW-Eurodrive auf der Industrieausstellung mehrere Montageinseln zeigen, die nach dem Baukastenprinzip fertigen. Besucher können die Getriebe nach den eigenen Wünschen konfigurieren.

Die Unternehmen setzen dabei auf das „Plug & Produce“-Prinzip: Zusätzliche Maschinen können an die Produktionsanlagen angekoppelt oder zwischengeschaltet werden, ohne dass sie aufwendig einzeln konfiguriert werden müssen. Ingenieure bemühen den Vergleich zu einem USB-Stick. Auch der funktioniert dank einer Standardisierung an jedem Computer und ist nach dem Einstöpseln innerhalb von Sekunden einsatzbereit.

Ähnlich wie die Getriebe bei SEW-Eurodrive entstehen gleichfalls die Trennverstärker bei Phoenix Contact in einer modular aufgebauten Fertigung. Schon Chargen zwischen fünf und 200 Stück können so in der Fabrik im niedersächsischen Bad Pyrmont wirtschaftlich produziert werden.

Entscheidend sind die kurzen Umrüstzeiten: Die Mitarbeiter verbinden die Module unkompliziert an „Docking-Stationen“ mit Strom, Druckluft und dem IT-Netzwerk. „Wenn man Maschinen schneller umrüsten will, braucht man physikalische und semantische Adaptivität und somit ein gut abgestimmtes Schnittstellensystem“, fasst Johannes Kalhoff zusammen, im Unternehmen zuständig für das Technologiemanagement.

Eine wachsende Bedeutung kommt dem durchgängigen Datenaustausch zu. „Es ist wichtig, dass ein digitales Gesamtmodell vorliegt“, sagt IEM-Direktor Dumitrescu. „Wenn wir dahin kommen, kann auch die Losgröße 1 tatsächlich wirtschaftlich sein.“ Firmen müssen aber nicht nur die Produktion umstellen, sondern schon in der Konstruktion alle Prozesse aufeinander abstimmen. Heute sind oft noch Dutzende verschiedene Entwicklungs- und Konstruktionsprogramme im Einsatz - und diese kommunizieren oft nicht in derselben Sprache.

Die Idee: Künftig bekommt jedes zu fertigende Produkt einen „digitalen Zwilling“, der von den ersten Entwürfen bis zur Fertigungslinie kontrolliert und angepasst werden kann. Die Digitalisierung mache die steigende Komplexität beherrschbar, sagt Kalhoff. Gemeinsam mit dem Software-Dienstleister Eplan und dem Schaltschrankspezialisten Rittal arbeitet Phoenix Contact bereits an solch einer durchgängigen digitalen Artikelbeschreibung.

Passgenaue Produkte rechtfertigen hohe Preise
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