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Industrie 4.0 – Schritt halten mit der Zukunft
Auto-Produktionsstraße am Siemens-Stand

Hannover Messe 5G und KI: So stellt sich die Industrie die Fabrik der Zukunft vor

In Hannover startet die weltgrößte Industriemesse. Mit Technologien wie 5G und Künstlicher Intelligenz wollen Unternehmen die „Fabrik der Zukunft“ realisieren.
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HannoverDer Tänzer dreht eine Pirouette und lässt sich dann zur Seite fallen. Sanft wird er von einem Roboterarm aufgefangen. Der Greifarm der Maschine zieht den Tänzer in die Höhe. Seine Beine baumeln einen Moment in der Luft, dann setzt ihn der Roboter wieder ab. Schließlich verschwindet der Mann am dunklen Rand der Bühne, und der mit hellen Scheinwerfern erleuchtete Roboter bewegt sich ruhig hin und her.

Die Auftaktshow der weltgrößten Industriemesse in Hannover ist eine Hommage an die Leistungsfähigkeit der Maschinen. „Wir sind stolz auf die deutsche Industrie“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Rund ein Viertel der deutschen Wirtschaftsleistung entfalle auf die Industrie. Doch diese Leistungsfähigkeit sei nicht „in Stein gemeißelt“. Die Firmen müssten daran arbeiten, im globalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Weg dahin heißt Industrie 4.0.

Auf der Hannover Messe werden bis Freitag mehr als 6.500 Aussteller aus 75 Ländern ihre Vision von der Industrie der Zukunft präsentieren, darunter Schwergewichte wie Siemens, Bosch und ABB.

Diese Vision ist geprägt von Vernetzung: So können Sensoren in den Produktionsanlagen riesige Datenmengen in die Cloud senden, wo sie von einer Künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet werden. Das soll Effizienzgewinne schaffen – und es den Firmen ermöglichen, ihre Fabriken günstiger, sicherer und stabiler zu betreiben, als das bisher möglich ist.

Wie das aussehen kann, zeigt etwa der Messestand von Bosch: Unter dem Motto „Factory of the Future“ zeigt der Industriekonzern sein Modell für eine flexible Fabrik. Nur der Boden, die Decke und die Wände sind hier noch feststehend. Alles andere kann sich frei bewegen – gesteuert vom Menschen oder einer KI.

Der für das Industriegeschäft zuständige Geschäftsführer Rolf Najork erklärt: „Wir gehen Schritt für Schritt eine Roadmap ab, die uns zu dieser Vision führt.“ Seit zwei Jahren präsentiere Bosch neue Produkte, die auf das Ziel der Fabrik der Zukunft einzahlen. „Wir werden dieses Jahr den Prototyp eines Bodens zeigen, der Maschinen induktiv und damit kabellos über den Boden laden kann“, so Najork. „So können wir Maschinen haben, die sich selbst aufstellen können – je nachdem, was gerade gefertigt werden muss.“

Auch der Schweizer Industriekonzern ABB präsentiert ein entsprechendes Modell: Auf der Fläche von etwa vier Parkplätzen hat das Unternehmen eine „Maschinen-Manufaktur“ errichtet, in der mehrere Roboter in Zusammenarbeit Uhren montieren, die zuvor von den Besuchern gestaltet wurden. ABB-Robotics-Deutschlandchef Jörg Reger ist überzeugt: „Der Verbraucher will immer mehr Individualität, das stellt Fabrikbetreiber vor Herausforderungen.“

Als Beispiel für das Phänomen nennt er die zunehmende Differenzierung beim Kaffee, bei dem es früher nur die Frage „schwarz oder weiß“ gegeben habe. „Heute hat jeder einen eigenen Automaten mit acht verschiedenen Sorten ab Werk – und zusätzlich individuellen Programmen für die gesamte Familie.“

Die zunehmende Vernetzung des Maschinenparks wird dabei erst ermöglicht durch eine Technologie, die sich in Deutschland gerade erst im Aufbau befindet: das Hochgeschwindigkeits-Mobilnetz 5G. Gleich mehrere Unternehmen haben sich für die Hannover Messe zusammengeschlossen, um in der „5G-Arena“ insgesamt acht Anwendungsbeispiele zu zeigen, darunter Bosch-Rexroth, Nokia, Zeiss und Siemens.

Auch der Netzwerkausrüster Ericsson hat mehrere Beispiele mitgebracht – so etwa einen Roboter, der mithilfe von 5G seine Umgebung in Echtzeit analysieren kann. Das macht den Roboter in seinen Aktionen sicherer, weil er sofort reagieren kann, sobald sich ihm ein Mensch nähert. Ein lohnendes Geschäft für den schwedischen Konzern: „Wir verzeichnen derzeit eine hohe Nachfrage nach 5G-Technologie“, sagt Andreas Thülig, Manager des Ericsson-Programms „5G für Europa“.

In seiner Rede betonte der schwedische Ministerpräsident Stefan Lövfen die enge Partnerschaft der schwedischen Wirtschaft mit der Bundesrepublik. „Ich freue mich, die deutsch-schwedische Innovationspartnerschaft morgen mit der Kanzlerin um die Bereiche KI und nachhaltige Batteriezellenfertigung erweitern zu können“, so Lövfen.

Am Montag öffnet die Messe ihre Tore für Besucher. Dass nach 33 Jahren die Computermesse Cebit wieder in die Hannover Messe integriert wurde, sei nur konsequent, argumentierte Merkel. „Industrie und IT gehören zusammen.“

„Das sind die coolsten Roboter, die künftig die Industrie dominieren sollen“

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