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Mensch und Maschine auf der Hannover Messe

Die deutsche Industrie ist im digitalen Zeitalter angekommen, zumindest große Teile von ihr.

(Foto: Reuters)

Hannover Messe Neue Studie ermahnt deutsche Firmen – Industrie 4.0 light reicht nicht

Die Vernetzung von Mensch und Maschine ist das große Thema der Industrie. Deutsche Unternehmen versuchen es allerdings mit einer „Light“-Version.
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HannoverErst die Dampflok, danach die Fließbänder, anschließend Computer und jetzt die Vernetzung in den Betrieben: Die Verknüpfung von Mensch und Maschine, auch Industrie 4.0 genannt, ist schon seit Jahren das große Thema auf der Hannover-Messe. Doch was bisher noch eher theoretisch blieb, ist inzwischen in der Praxis angekommen.

Mittlerweile nutzt bereits jedes vierte Unternehmen in Deutschland vernetzte Anwendungen; die Mehrheit hat sogar eine Gesamtstrategie für die Industrie 4.0. Das ergab eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld der diesjährigen Hannover Messe. Nur noch neun Prozent der Unternehmen sagen, dass das „Internet der Dinge“ für sie kein Thema ist oder sein wird.

Neue Technologien erobern im Eiltempo die Welt und lösen in den Unternehmen die größten Umwälzungen seit 50 Jahren aus. Die deutsche Wirtschaft aber verdient nur teilweise an diesem Boom. Konzerne wie Siemens, Bosch oder ABB treiben den Wandel voran – der Mittelstand ist zögerlicher.

Trotzdem sehen sich die deutschen Unternehmen in der Selbsteinschätzung ganz weit oben: Hinter den USA und Japan ist Deutschland in ihren Augen führend beim Thema Industrie 4.0. „Als Industrienation sind wir ja auch in einer guten Ausgangssituation“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Trotzdem sei noch viel zu tun. „Die Unternehmen versuchen es gerade mit einer Light-Version der Industrie 4.0“, warnt er. Und das wird auf Dauer nicht reichen.

Für diejenigen, die in zehn Jahren und darüber hinaus vorne mitspielen wollen, reicht es nicht aus, nur die neuen technologischen Möglichkeiten zu nutzen. Vielmehr müssen sich die Unternehmen – angestoßen von der digitalen Disruption – neu erfinden.

Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge, in der Realität der Fabrik bedeutet das: ein ausgeklügeltes Produktionssystem, das voll vernetzt ist. Vom Bestellen der Sicherung bis zum Rechnungsversand läuft hier fast alles automatisch.

Und in vielen Fabriken ist das tatsächlich schon Praxis. Die deutsche Industrie ist im digitalen Zeitalter angekommen, zumindest große Teile von ihr. Schon heute nutzt laut Bitkom jedes zweite Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe Industrie 4.0-Anwendungen, von Sensoren bis Big-Data-Analysen bis hin zum industriellen 3D-Druck. Die Geschäftsmodelle sind mittendrin in der Umstellung von analog auf digital.

„Das ist für unsere Mittelständler eine enorme Herausforderung“, sagt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker am Montag in Hannover. Aber mithilfe der Politik könne man diese Herausforderung bestehen.

Solche Töne waren noch vor wenigen Jahren selten zu hören. Damals fürchteten viele heimische Manager, dass amerikanische Digitalgiganten wie Google, Facebook oder Amazon die Geschäftsmodelle der deutschen Paradedisziplinen Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau förmlich zertrümmern würden.

Mittlerweile hat die Industrie die Herausforderung verstanden. Bei der Umsetzung besteht jedoch noch Nachholbedarf. „Ja, es hat sich viel getan“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Oft würden aber nur einzelne Anwendungen in Angriff genommen. „Alte Geschäftsmodelle funktionieren noch gut, gerade in Hochkonjunktur-Zeiten wie diesen. Das Geschäft von morgen ist aber ausschließlich digital und darauf müssen wir uns jetzt entschlossen vorbereiten.“

Gerade den deutschen Mittelstand schrecken oftmals die hohen Investitionskosten in die neuen Technologien ab. Hier agiert der Großteil der Unternehmen laut Umfrage eher vorsichtig. Das Budget macht im Schnitt nur fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch mangelndes Fachpersonal stellt viele vor ein Problem.

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