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Industrie 4.0 – Schritt halten mit der Zukunft

Kriselnder Roboterbauer Kuka streicht 350 Arbeitsplätze in Augsburg – Umsatz sinkt deutlich

Kukas Interims-Chef Mohnen will die Kosten um 300 Millionen Euro drücken. Nach zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr hat der Roboterbauer die gesenkten Ziele erreicht.
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Der Roboterbauer muss sparen. Quelle: dpa
Kuka-Roboter in Augsburg

Der Roboterbauer muss sparen.

(Foto: dpa)

AugsburgBei Kuka kriselt es: Der Roboterbauer streicht im Rahmen seines Sparprogramms 350 Vollzeit-Stellen in Augsburg. „Wir sind uns bewusst, dass das kein einfacher Weg wird“, sagte Interims-Vorstandschef Peter Mohnen an diesem Donnerstagmorgen zur Vorstellung der Bilanz des Geschäftsjahres 2018. Der Stellenabbau soll Mohnen zufolge „nach Möglichkeit sozialverträglich“ erfolgen.

Mohnen will die Kosten bis 2021 um 300 Millionen Euro drücken. Zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr hatten den chinesischen Eigentümer Midea verärgert – und der langjährige Vorstandsvorsitzende Till Reuter musste seinen Hut nehmen.

Der frühere Finanzvorstand präsentierte weitere Zahlen: Der Umsatz sank um knapp sieben Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor bestimmten Sonderfaktoren sank von 148 Millionen Euro auf 96 Millionen. Das entsprach einer bereinigten Ebit-Marge, also einem Verhältnis von Ebit zu Umsatz, von 3,0 Prozent. Ohne Bereinigungen brach der Gewinn vor Steuern und Zinsen von knapp 103 auf gut 34 Millionen Euro ein. Damit lag die Rendite nur noch bei 1,1 Prozent.

Ursprünglich hatte Kuka 3,5 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 5,5 Prozent versprochen, dann die Erwartungen aber zweimal nach unten korrigiert. Laut Aufsichtsratskreisen waren die chinesischen Eigentümer mit der Performance ausgesprochen unzufrieden und forderten, an den Kosten zu arbeiten. Die gesenkten Ziele hat Kuka nun erreicht.

Bei der Verbesserung der Profitabilität setzt Mohnen auch auf Stellenabbau. Zuletzt beschäftigte der Konzern 14 235 Mitarbeiter. Von den Plänen betroffen seien „indirekte Bereiche“ in Augsburg. Arbeitnehmervertreter hatten bereits im Vorfeld gefordert, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

„Wir im Betriebsrat werden dafür kämpfen, dass ein möglicher Stellenabbau wie in der Vergangenheit zum Beispiel bei Kuka Systems sozialverträglich erfolgt“, sagte der Augsburger Betriebsratschef Armin Kolb im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er sei zuversichtlich, dass „alle Beteiligten aus Vorstand und den einzelnen Geschäftsführungen ihrer Verantwortung gerecht werden“.

Die Details des Effizienzprogramms liegen nun auf dem Tisch. Allerdings ist weiter offen, ob Interims-CEO Mohnen es selbst wird umsetzen können. Denn Midea zögert weiterhin, ihn dauerhaft als Vorstandsvorsitzenden zu berufen. Dabei hat Mohnen im Unternehmen breite Unterstützung. In Industriekreisen heißt es, er sei im Unternehmen weithin respektiert. „Eine dauerhafte Berufung wäre ein wichtiges Signal.“ Auch Betriebsratschef Kolb sagte über Mohnen: „Einen besseren hätten wir nicht erwischen können.“

Allerdings hatte sich Midea auch extern nach einem möglichen Reuter-Nachfolger umgesehen. Die Chinesen wollen laut Eigentümerkreisen erst Mohnens Programm genauer bewerten. Schließlich war er ja auch schon zu Zeiten als Finanzvorstand an Bord, als die Entwicklung unbefriedigend verlief.

Der chinesische Eigentümer Midea schaut genau hin

Kuka steht unter besonderer Beobachtung. Midea hatte den Roboterbauer für mehr als vier Milliarden Euro übernommen und damit Ängste vor einem Ausverkauf deutscher Hochtechnologie ausgelöst. Betriebsratschef Kolb betont: „Midea ist an der Misere nicht schuld.“ Der Markt habe sich verschlechtert, nicht nur in der Autoindustrie.

Nach Einschätzung in Industriekreisen haben aber auch hausgemachte Probleme zu der schlechten Performance geführt. So lief die Kooperation mit Midea in China nicht so erfolgreich wie erhofft. Midea sollte in den eigenen Hausgeräte-Fabriken verstärkt Kuka-Roboter einsetzen. Manche Branchenkenner werfen Kuka auch vor, nicht innovativ genug zu sein.

Andere Roboterbauer zumindest hatten nicht über ähnliche Marktprobleme geklagt. So hatte sich der Kuka-Konkurrent ABB im Gespräch mit dem Handelsblatt sehr zuversichtlich gezeigt.

Für das laufende Jahr rechnet Mohnen mit einem leichten Umsatzanstieg auf rund 3,3 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge soll „vor finaler Evaluierung der laufenden Reorganisationsaufwendungen“ bei rund 3,5 Prozent liegen.

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